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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

17. November 2005 Non-Hodgkin-Lymphom: Aktuelle Daten sprechen für frühzeitigen Einsatz der Radioimmuntherapie

„Die Radioimmuntherapie mit 90Yttrium-Ibritumomab-Tiuxetan (90Y-Ibritumomab, Zevalin®) stellt die derzeit innovativste Entwicklung in der Behandlung der CD20-positiven B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome dar“, hob Prof. Martin Bentz, Karlsruhe, bei einem von MedacSchering Onkologie unterstützten Symposium im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der DGHO hervor.
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Bei Patienten mit rezidivierten und refraktären niedrig malignen follikulären Lymphomen erzielt die Radioimmuntherapie (RIT) mit Zevalin® Ansprechraten von mehr als 80%, über die Hälfte der Patienten kommt dabei in eine Vollremission. Im Vergleich zu Rituximab werden unter Zevalin® etwa doppelt so lange Ansprechdauern (median 28 Monate) erzielt. Generell können mit dem Radioimmunkonjugat auch Patienten mit ungünstigen prognostischen Faktoren, etwa höheres Alter, Knochenmarkinfiltrationen oder Bulky disease, in länger dauernde Remissionen gebracht werden, fasste Bentz zusammen. Die Behandlungsergebnisse in der Second-line-Therapie fallen signifikant besser aus als bei Patienten mit zwei oder mehr Vortherapien.
In einer First-line-Studie zur Konsolidierung mit Zevalin® kamen 66% der Patienten mit follikulären Lymphomen in eine komplette Remission im Vergleich zu 32% nach der Induktionstherapie mit CHOP-R. Derzeit läuft in Europa eine große, multizentrische Phase-III-Zulassungsstudie zur Konsolidierung mit 90Y-Ibritumomab in der Primärtherapie. Erste Ergebnisse sind 2007 zu erwarten.
Viel versprechende Ergebnisse zeigt das Radioimmunkonjugat auch bei anderen Tumorentitäten, so Bentz. Außer bei follikulären Lymphomen ist die RIT auch beim rezidivierten aggressiven diffus-großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) sowie beim fortgeschrittenen Mantelzell-Lymphom wirksam.
Zukunftsperspektiven für die RIT mit Zevalin® sieht Bentz in der First-line-Monotherapie bei Patienten, für die z.B. eine Chemotherapie aufgrund ihres Allgemeinzustandes nicht in Frage kommt, oder in der First-line-Konsolidierung nach einer erfolgreichen Chemotherapie bei follikulären und aggressiven NHL. Auch der Einsatz als gezielte Strahlentherapie in der Konsolidierung vor Stammzelltransplantation komme in Betracht.

Einfache ambulante Therapie
Die Strahlenschutzkommission empfiehlt die RIT mittlerweile für die ambulante Behandlung, welche vom Nuklearmediziner rezeptiert werden kann, berichtete Dr. Achim Rieth, München. In Kooperation mit der Nuklearmedizin kann die RIT als „Single-shot-Behandlung“ an nur zwei Therapietagen ambulant verabreicht werden. Sie besteht aus zwei Infusionen Rituximab (Tag 1 + 8) und einer 10-minütigen Infusion von Zevalin® (Tag 8). Die Strahlenbelastung für gesunde Organe des Patienten, Angehörige und medizinisches Personal ist minimal und zudem von kurzer Dauer.

Quelle: Symposium Innovative Antikörpertherapien bei Lymphomen in Klinik und Praxis, im Rahmen d. Jahrestagung der DGHO, 2. Oktober 2005, Hannover, unterstützt von MedacSchering Onkologie.


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