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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

23. April 2014 Nierenzellkarzinom - Remissionstiefe als Prädiktor für das Überleben?

DKK 2014 - Nierenzellkarzinom

Seit Einführung zielgerichteter Therapien für das fortgeschrittene Nierenzellkarzinom ab 2006 haben die Überlebenszeiten dieser Patienten signifikant zugenommen. Die Auswahl an zugelassenen Medikamenten ist groß, und da es kaum direkte Vergleichsstudien gibt, ist die Wahl der richtigen Substanzen bzw. Sequenzen schwierig. Die Tiefe des Ansprechens scheint ein Prädiktor für das Überleben zu sein.

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Dass viele Patienten heute nicht nur Zweit-, sondern auch Dritt- und sogar Viertlinien-Therapien erhalten, macht Studien mit dem härtesten Endpunkt Überleben immer langwieriger und damit aufwändiger. Ein möglicher Surrogat-Endpunkt für das Überleben könnte die Tiefe der Remission sein - allerdings darf man sich dabei nicht an der groben Einteilung der in den meisten Studien verwendeten RECIST-Kriterien orientieren, die nur zwischen kompletter (100% Rückbildung), partieller Remission (30% - < 100% Rückbildung) und Krankheitsstabilisierung (30% Rückbildung bis 30% Wachstum des Tumors) differenzieren. In einer zwar retrospektiven, aber sehr umfangreichen Studie konnte PD Dr. Victor Grünwald, Hannover, Anhaltspunkte für die Relevanz der Remissionstiefe als Surrogat-Endpunkt liefern: Er analysierte die Kernspintomografien von insgesamt 2.749 Patienten, die zwischen 2003 und 2011 in von Pfizer durchgeführten Therapiestudien mit Tyrosinkinase-Inhibitoren, mTOR-Inhibitoren und/oder Interferon behandelt worden waren. Entsprechend des Ausmaßes der größten Tumorschrumpfung wurden die Patienten in fünf Kategorien eingeteilt: eine Abnahme zwischen 100% und mehr als 60% (10% aller Patienten), zwischen 60% und mehr als 30% (20%), um bis zu 30% (42%), keine Abnahme der Tumorgröße bzw. eine Zunahme um bis zu 20% (14%) und eine Progression um 20% oder mehr (6%). Von den übrigen 8% der Patienten gab es keine verwertbaren Daten.

Die Überlebenskurven korrelierten mit der Tumorregression: Je stärker die Tumoren geschrumpft waren, desto länger lebten die Patienten. In der multivariaten Analyse erwies sich die Tiefe des Ansprechens als hochsignifikanter und unabhängiger Prädiktor für das Gesamtüberleben (p<0,0001 für jede Kategorie). Die Größenreduktion des Tumors, so Grünwald, war nicht mit der Metastasenlokalisation (Knochen, Leber, Lunge) assoziiert. Der Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Schrumpfung und dem Überleben zeigte sich für First- ebenso wie für Second-line-Behandlungen.

Auch wenn diese retrospektiv gewonnenen Daten noch in weiteren Studien abgesichert werden müssen, scheint die Tiefe der Remission damit ein wichtiger prognostischer Faktor zu sein, so Grünwald. Das Erreichen einer maximalen Tumorremission sollte daher bei Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom vorrangiges therapeutisches Ziel sein; mit den zielgerichteten Therapien sei man dabei auf dem richtigen Weg, und künftige Studien werden zeigen müssen, ob man mit Kombinationen die Remissionsqualität (und damit das Überleben) weiter verbessern kann.
 

Josef Gulden

Pfizer-Satellitensymposium "Nierenzellkarzinom 2014 - Worauf kommt es heute an?" im Rahmen des DKK, Berlin, 19.02.2014


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