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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. April 2014 Neutropenie - Onkologische Therapieprotokolle im Internet

DKK 2014 - Febrile Neutropenie: Prophylaxe

Im Bereich der Supportivtherapie wird um die Lebensqualität der Patienten gekämpft - mit Erfolg auf vielen Ebenen. Das Risiko der febrilen Neutropenie wird häufig nicht ausreichend beachtet, was an unübersichtlichen Studienergebnissen und wenig praxistauglichen Angaben zur Klassifikation der Chemotherapien herrühren könnte, bemerkte Prof. Dr. Hartmut Link, Kaiserslautern. Mit einer zentralen Datenbank im Internet, wie es mit dem Projekt "Onkologische Therapieprotokolle im Internet" (www.onkopti.de) verfügbar gemacht wird, könnte sich dieses Problem lösen.

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Der Umgang mit dem Risiko einer febrilen Neutropenie unter Chemotherapie wird in verschiedenen Leitlinien der ASCO, EORTC, ESMO, DGHO, DKG und NCCN festgehalten. Dennoch kommen Granulozyten-koloniestimulierende Faktoren (G-CSF) zu selten zum Einsatz. "Warum werden Leitlinien nicht eingehalten?", fragte Link beim Deutschen Krebskongress in Berlin.

ONKOPTI ist eine in der Entwicklung befindliche internetbasierte, relationale Datenbank der "AIO AG Supportivtherapie" und der "ASORS zur Klassifikation und Publikation der Toxizität medikamentöser Krebstherapien". Das Ziel von ONKOPTI ist es, Protokolle für die individuelle Behandlung von Patienten bereitzustellen. Das ONKOPTI-Projekt soll zur Standardisierung von Protokollen beitragen und die Verfügbarkeit und Erstellung von Protokollen verbessern. Fertige Protokolle werden für in der Onkologie tätige Ärzte zur Verfügung gestellt, von Experten aktualisiert und in ihrer Qualität kontrolliert, erklärte Link.

Wird in ONKOPTI beispielsweise eingegeben, dass bei einem Lungenkarzinompatienten eine Chemotherapie mit Cisplatin/Docetaxel vorgesehen ist, so erscheint bei den Risiken, dass die Emetogenität sehr hoch (> 90%), das Risiko einer Neutropenie sehr hoch (> 41%) und das Risiko einer febrilen Neutropenie mäßig hoch ist (10-20%). Es wird der Hinweis gegeben, dass bei Vorliegen einer der angegebenen Risikofaktoren (Alter > 65 Jahre, frühere febrile Neutropenie, Knochenmarksinfiltration, Komorbidität) eine Empfehlung zur G-CSF-Prophylaxe laut Leitlinien der ASCO von 2006 und der EORTC von 2010 vorliegt.

Zur Prophylaxe stehen verschiedene G-CSF-Präparate zur Verfügung, darunter Lipegfilgrastim und Pegfilgrastim, die aktuell in einer Phase-III-Studie mit 202 Brustkrebspatientinnen gegeneinander verglichen wurden (1). Während des ersten Chemotherapiezyklus traten schwere Neutropenien über eine Dauer von 0,7 Tagen mit Lipegfilgrastim-Prophylaxe versus 0,8 Tage mit Pegfilgrastim auf (p=0,126). Damit zeigte sich Lipegfilgrastim (6 mg) gegenüber Pegfilgrastim als nicht unterlegen in Bezug auf die Reduzierung der Neutropenie bei Brustkrebspatientinnen unter myelosuppressiver Chemotherapie. Therapie-bezogene Nebenwirkungen wurden für 28% bzw. 26% der Patienten berichtet.

Dr. Ine Schmale

Literaturhinweis:
(1) Bondarenko I et al. BMC Cancer 2013; 13:386.

Teva-Symposium "Neuartige Glykopegylierung beim G-CSF - Vorteil für Patienten?" im Rahmen des DKK, Berlin, 20.02.14


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