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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

28. April 2015 Neues zu Abirateronacetat beim mCRPC

Für die rund 27.000 Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) stehen derzeit insgesamt 6 Therapieoptionen zur Verfügung. Die stärkste Empfehlung für die Erstlinientherapie hält Abirateronacetat (Zytiga®). Nach der kürzlich präsentierten finalen Analyse der Zulassungsstudie COU-AA-302 kann der Androgenbiosynthese-Hemmer gegenüber Placebo das Überleben signifikant verlängern.

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"Die Anwendung von Abirateronacetat in der Erstlinientherapie hat sich in der Klinik durchgesetzt", betonte Prof. Kurt Miller, Charité Berlin. Grund dafür seien die positiven Ergebnisse aus der finalen Analyse der Zulassungsstudie COU-AA-302 (1). In dieser Phase-III-Studie hatten 1.088 nicht oder mild symptomatische mCRPC-Patienten, bei denen eine Chemotherapie noch nicht indiziert war, Abirateronacetat (n=546) oder Placebo (n=542) erhalten. Die finale Datenanalyse erfolgte nach einem medianen Follow-up von 49,4 Monaten. Zu diesem Zeitpunkt betrug das mediane Gesamtüberleben unter Abirateronacetat/Prednison 34,7 Monate im Vergleich zu 30,3 Monaten unter Placebo/Prednison (HR=0,80; p=0,0027). Die Signifikanz wurde erreicht, obwohl 44% der Patienten im Placebo-Arm - beispielsweise aufgrund eines Progresses - zu Abirateronacetat wechselten. Wie schon zuvor in Interimsanalysen gezeigt, war Abirateronacetat auch beim radiologisch progressionsfreien Überleben (rPFS), einem weiteren koprimären Endpunkt, sowie in allen sekundären Endpunkten dem Vergleichsregime signifikant überlegen. So verzögerte der Androgenbiosynthese-Inhibitor die mediane Zeit bis zum Beginn der Chemotherapie, bis zum Beginn der Opiattherapie, bis zum PSA-Progress und bis zur Verschlechterung des ECOG-Status.

Starten mit Abirateronacetat

Miller äußerte sich auch zur Sequenztherapie beim mCRPC mit Hinweis auf eine weitere Studie (2). Demnach zeigen Patienten nach Progress unter Abirateronacetat ein gutes Ansprechen auf eine Therapie mit Taxanen: Bei 47% der Patienten fiel der PSA-Wert um mindestens die Hälfte, die mediane Zeit bis zur erneuten PSA-Progression betrug 7,6 Monate. "Damit ist Docetaxel auch in der Zweitlinie nach Abirateronacetat gut wirksam", so Miller. Er halte es deshalb für sinnvoll, die Therapie mit Abirateronacetat zu beginnen und später mit Docetaxel fortzusetzen.

Dr. Beate Grübler (bg), Hannover

Fachpressekonferenz "ASCO-GU 2015: Metastasiertes Prostatakarzinom: Was ändert sich, was bleibt?", 04.03.2015, Düsseldorf; Veranstalter: Janssen-Cilag

Literaturhinweise:

(1) Ryan CJ et al. Lancet Oncol 2015;16(2):152-160.
(2) De Bono JS et al. J Clin Oncol 2015;33(suppl 7:abstr 184.


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