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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

31. März 2008 Neue Therapieoptionen mit Bendamustin bei CLL, indolenten und Mantelzell-Lymphomen

Das Hybrid-Alkylans Bendamustin erwies sich in einer prospektiven randomisierten Studie in der Erstlinientherapie der chronisch lymphatischen Leukämie dem bisher als eine Standardsubstanz geltenden Chlorambucil hinsichtlich der Ansprechraten und der Remissionsdauer als auch des progressionsfreien Überlebens als signifikant überlegen. Die Kombination Rituximab und Bendamustin (BR)bietet sich bei indolenten und Mantelzell-Lymphomen inzwischen als wertvolle Alternative zu CHOP-R an.
Im Vergleich zu Chlorambucil, welches seit mehreren Jahrzehnten eingesetzt wird und als eine Standardsubstanz gilt, zeigten sich deutliche Vorteile von Bendamustin in einer von Prof. Dr. med. Wolfgang Knauf, Frankfurt, vorgestellten randomisierten Phase-III-Studie bei Patienten mit chronisch lymphatischer Leukämie vom B-Zelltyp (Binet-Stadien B/C).

In dieser multizentrischen Studie wurden 305 neu diagnostizierte Patienten randomisiert entweder mit Bendamustin (100 mg/m2 an Tag 1 und 2 alle 28 Tage) oder mit Chlor-ambucil (0,8 mg/kg an Tag 1 und 15 alle 28 Tage) max. über 6 Zyklen behandelt. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 18,5 Monaten war die Remissionsrate (ORR) im Bendamustin-Arm signifikant höher als im Chlorambucil-Arm (67,6% vs. 39,2%; p<0,0001). Komplette Remissionen wiesen 29,5% der Patienten unter Bendamustin und nur 2% unter Chlorambucil auf und Patienten, die mit Bendamustin behandelt wurden, lebten median mehr als doppelt so lange progressionsfrei wie Patienten unter Chlorambucil (21,2 Monate vs. 8,9 Monate; p<0,0001) (Abb.1).

Die Remissionsdauer bei Patienten mit kompletter Remission betrug fast 30 Monate, bei partieller Remission annähernd 15 Monate, so Knauf. Die Effektivität von Bendamustin war unabhängig vom Binet-Stadium (ORR Stadium B: 70,4%, Stadium C: 61,0%), während das Gesamtansprechen unter Chlorambucil Stadium B 46,6% und im Stadium C nur noch 21,6% betrug.

Bendamustin zeigte in dieser Studie eine stärkere Hämatotoxizität, jedoch ohne dass relevante Dosisreduktionen vorgenommen werden mussten: 88,4% der rechnerischen Zieldosis Bendamustin versus 94,5% der Zieldosis Chlorambucil konnten in der Gesamtgruppe appliziert werden. Die amerikanische FDA akzeptierte die Daten aus dieser Studie für das Zulassungsverfahren in den USA. Knauf sprach sich dafür aus, Bendamustin zukünftig in Phase-III-Studien mit Multitarget-Konzepten zu untersuchen. 0

Bendamustin plus Rituximab in der First-line-
Therapie indolenter Lymphome

Ein wichtiger Kombinationspartner von Bendamustin ist der Anti-CD20-Antikörper Rituximab. In-vitro-Ergebnisse weisen auf synergistische Effekte beider Substanzen hin. Eine aktuelle multizentrische Phase-III-Studie der Studiengruppe indolente Lymphome (STiL) vergleicht Bendamustin plus Rituximab (BR-Schema) in der First-line-Therapie bei Patienten mit follikulären, indolenten und Mantellzell-Lymphomen mit dem bisherigen Standardschema CHOP-R. In einer ersten Interimsanalyse, die auf dem ASH 2007 von PD Dr. med. Mathias Rummel, Gießen, vorgestellt wurde, erwies sich Rituximab/Bendamustin als ebenso effektiv wie CHOP-R, aber deutlich besser verträglich.

Die Patienten erhalten über maximal 6 Zyklen entweder 375 mg/m2 Rituximab an Tag 0 im ersten Zyklus bzw. Tag 1 ab dem zweiten Zyklus plus Bendamustin 90 mg/m2 an Tag 1 und 2 alle 28 Tage oder Standard-CHOP-R alle 21 Tage. 439 Patienten der geplanten 474 Patienten wurden bereits randomisiert, bisher sind 315 Patienten auswertbar. In beiden Armen wurde eine Gesamt-Ansprechrate von 93% erzielt, die Rate an kompletten Remissionen betrug im BR-Arm 47%, im CHOP-R-Arm nur 42%. In ihrer Toxizität unterscheiden sich beide Therapiekonzepte wesentlich: Während unter BR keinerlei Alopezie auftrat, kam es bei fast allen (94%) der CHOP-R-Patienten zu einer Alopezie. Eindeutig niedriger war auch das Risiko für Infektionen unter BR (CHOP-R: 41% Leukopenien vom WHO Grad III/IV vs. 16% im BR-Arm). Die Endauswertung der Studie wird für Ende dieses Jahres erwartet. Rummel bezeichnete Bendamustin plus Rituximab als echte Alternative zu CHOP-R.

In den USA wurde der Zulassungsantrag für Bendamustin zur Behandlung Rituximab-refraktärer Patienten mit indolenten NHL am 20. Februar 2008 von der FDA akzeptiert.

as

Quelle: Bendamustin: Neue Daten zur Therapie indolenter Lymphome – ein Paradigmenwechsel. Mundipharma-assoziiertes Symposium. 28. Deutscher Krebskongress (DKK), Berlin, 22.2.2008


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