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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. Februar 2019 Neue Therapieoption beim Hochrisiko-M0CRPC: Apalutamid verlängerte MFS

Für Männer mit nicht-metastasiertem kastrationsresistenten Hochrisiko-Prostatakarzinom (M0CRPC, nmCRPC) gibt es eine neue Therapieoption: Der kürzlich zugelassene Androgensignal-Inhibitor (ASI) Apalutamid verlängerte in der SPARTAN-Studie das metastasenfreie Überleben (MFS) signifikant im Median um mehr als 2 Jahre (vs. Placebo, je + Androgendeprivationstherapie (ADT)).
Das M0CRPC, definiert als biochemisches Rezidiv unter ADT trotz eines Serum-Testosteronspiegels auf Kastrationsniveau (< 50 ng/dl), bei zugleich fehlendem Nachweis von Fernmetastasen in der konventionellen Bildgebung, ist einem Prognosemodell zufolge mit einem hohen Progressions- und Mortalitätsrisiko verbunden (1).

Ein besonders hohes Risiko haben Patienten mit einer kurzen PSA-Verdopplungszeit (PSADT): So war in einer retrospektiven Analyse der Daten von 347 M0CRPC-Patienten das Risiko für die Entwicklung von Knochenmetastasen um das 12-Fache (p<0,0001) und die Sterblichkeit um das 4-Fache (p=0,0034) erhöht, wenn deren PSADT < 10 Monaten lag (vs. ≥ 10 Monate) (2).


Vorteile bei allen Endpunkten

Nach der SPARTAN-Studie verlängerte Apalutamid (Erleada®) bei Patienten mit Hochrisiko-M0CRPC das mediane MFS im Vergleich zu Placebo (je + ADT) signifikant um mehr als 2 Jahre (p<0,0001; Abb. 1) (3). Auch bei den sekundären Endpunkten Zeit bis zur symptomatischen Progression, Zeit bis zum Auftreten von Metastasen und progressionsfreies Überleben (PFS) erzielte Apalutamid signifikante Vorteile (je p<0,0001) (3). Beim sekundären Endpunkt Gesamtüberleben (OS) ergab sich ein starker Trend für eine Überlegenheit (p=0,07), der allerdings zu diesem frühen Zeitpunkt der Auswertung nicht signifikant war (3).

Darüber hinaus konnte Apalutamid den explorativen Endpunkt medianes PFS2 (Zeit zwischen Randomisierung und Krankheitsprogression oder Tod unter der ersten Folgetherapie im anschließenden, metastasierten Stadium (mCRPC)) signifikant verlängern (p<0,0001) (3). Demnach setzte sich der Vorteil von Apalutamid in der M0CRPC-Therapie auch in der folgenden mCRPC-Erstlinientherapie fort.


Gute Verträglichkeit

In der Phase-III-Studie waren CRPC-Patienten, die eine PSADT von ≤ 10 Monaten und keine Fernmetastasen in der konventionellen Bildgebung hatten, zusätzlich zur ADT mit Apalutamid (n=806) oder Placebo (n=401) behandelt worden (4).

Apalutamid erwies sich als insgesamt gut verträglich. Zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen sowie zu Nebenwirkungen von besonderem Interesse zählten vs. Placebo für alle Schweregrade: Hautausschlag (23,8% vs. 5,5%; Grad 3/4: 5,2% vs. 0,3%), Gewichtsverlust (16,1% vs. 6,3%), Ermüdung (30,4% vs. 21,1%), Arthralgie (15,9% vs. 7,5%) und Stürze (15,6% vs. 9,0%) sowie Hypothyreose (8,1% vs. 2,0%) und Frakturen (11,7% vs. 6,5%) (3, 4).

Dies spiegelte sich auch in der guten Lebensqualität unter Apalutamid wider, die bis zum symptomatischen Progress stabil auf dem Niveau der Allgemeinbevölkerung in den USA lag und erst danach abnahm (5).
 
Abb. 1: Signifikant längeres medianes MFS unter Apalutamid vs. Placebo (je + ADT) in der SPARTAN-Studie (mod. nach (3)).
Abb. 1: Signifikant längeres medianes MFS unter Apalutamid vs. Placebo (je + ADT) in der SPARTAN-Studie (mod. nach (3)).



Fazit für die Praxis

Die signifikante Verlängerung des MFS unter Apalutamid ist für Patienten klinisch relevant, da die Entwicklung von Metastasen einen Wendepunkt in der Erkrankung darstellt. Sie verschlechtern die Prognose und haben häufig Schmerzen, Komplikationen sowie Begleitbehandlungen zur Folge (2, 6). Zudem korrelierte in SPARTAN das MFS mit dem OS (7). Auch die signifikante Verzögerung des symptomatischen Progresses und die anhaltend gute Lebensqualität zu diesem Zeitpunkt sind wichtige Vorteile für die Patienten (4, 5).


Eine Initiative der Janssen-Cilag GmbH, Neuss

Dr. Anne-Kristin Schulze

Literatur:

(1) Scher HI et al. PLoS One 2015;10: e0139440.
(2) Metwalli AR et al. Urol Oncol 2014;32(6):761-8.
(3) Fachinformation Erleada®, Januar 2019.
(4) Smith MR et al. N Engl J Med 2018;378:1408-18.
(5) Saad F et al. Lancet Oncol 2018;19:1404-16.
(6) Saylor PJ et al. J Clin Oncol 2011;29:3705-14.
(7) Smith MR et al. J Clin Oncol 36, 2018 (suppl; abstr 5032) & poster session, ASCO 2018; Abstr 5032.


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