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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

11. Dezember 2014 Neue Herausforderungen in der Therapie aggressiver Lymphome und in der Supportivtherapie - Rezidive und Antiemese

DGHO 2014

Die Heilung aggressiv verlaufender Non-Hodgkin-Lymphome ist nur durch eine frühzeitig begonnene Chemotherapie erreichbar. Hochmaligne Lymphome sprechen insgesamt besser auf die Behandlung an als niedrigmaligne Formen, es kommt jedoch bei etwa einem Drittel der Patienten zu einem Rückfall oder dem Fortschreiten der Erkrankung. Mit einer aggressiven Kombinationschemotherapie kann die Krankheit auch noch in fortgeschrittenen Stadien wirkungsvoll behandelt werden. Die damit verbundenen Nebenwirkungen können heute durch eine individuelle, effektive Supportivtherapie gut kontrolliert werden, wie bei einem Symposium im Rahmen des DGHO-Jahreskongresses in Hamburg deutlich wurde.

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Fachinformation

Circa 30% der aggressiven B-Zell-Lymphome rezidivieren nach/unter moderner Immunochemotherapie, wie Dr. Maike Nickelsen, Hamburg erläuterte (1). Trotz Salvage-Therapie bestehe eine ungünstige Prognose bei Patienten, die innerhalb der ersten 12 Monate ein Rezidiv entwickeln. Wie eine Subgruppenanalyse der CORAL-Studie (2) zeigt, ist eine Langzeitkontrolle der Erkrankung jedoch auch nach Therapieversagen der ersten Salvage-Therapie möglich, insbesondere bei Patienten, die nach der Drittlinien-Therapie ein komplettes Ansprechen erreichten, so die Autoren der Studie. Besonders für junge Patienten im Hochrisikorezidiv seien aus Nickelsens Sicht die Entwicklungen bei den neuen Substanzen interessant, die zum Teil zu vielversprechenden Ansprechraten führen. Patienten mit chemosensitiver Erkrankung profitieren von einer Hochdosistherapie mit autologer SZT. Patienten mit ungünstigem Risikoprofil im Rezidiv können durch eine allogene SZT eventuell geheilt werden. Die Deutsche Studiengruppe für Hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome (DSHNHL) initiiert jetzt die ASTRAL-Rezidivstudie (DSHNHL-R7-ASTRAL) mit risikoadaptiertem Design zur Fragestellung des Stellenwerts der autologen und allogenen Stammzelltransplantation in der Rezidivtherapie.

Zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie hat sich die Leitlinie der MASCC/ESMO in der Praxis bewährt (3). Bei einer Chemotherapie mit mindestens einer hoch emetogenen Substanz (HEC) wird in der akuten Phase eine Dreifachkombination aus 5-HT3-Rezeptorantagonist (5-HT3-RA), Dexamethason und NK1-Rezeptorantagonisten (NK1-RA) und in der verzögerten Phase an Tag 2 und 3 Dexamethason und Aprepitant empfohlen. Für moderat emetogene Chemotherapien (MEC) - das betrifft die meisten NHL-Therapien - wird in der akuten Phase explizit der lang wirksame 5-HT3-RA Palonosetron zusammen mit Dexamethason und in der verzögerten Phase Dexamethason empfohlen. Wie Dr. Matti Aapro, Genolier (Schweiz) erläuterte, zeigt eine Placebo-kontrollierte Studie, dass bei MEC die eintägige Gabe von Dexamethason ausreichen könnte, wenn als 5-HT3-RA Palonosetron gegeben wurde und dass dies keinen Einfluss auf das komplette Ansprechen oder die Lebensqualität hat (4). Aapro wies darauf hin, dass sich die breite Definition von MEC mit einem Emesisrisiko von 30-90% als problematisch erweist. In Reaktion auf diese Emetogenitätsunterschiede innerhalb einer Risikoklasse empfehlen die Leitlinien der NCCN bei ausgesuchten Patienten, die eine MEC erhalten, die Gabe eines NK1-Rezeptorantagonisten (NK1-RA) zu erwägen, wie beispielsweise unter Carboplatin-, Cyclophosphamid- oder Doxorubicin-Therapie. In nächster Zukunft wird eine Fixkombination des neuen NK1-RA Netupitant und Palonosetron in einer Kapsel zur Verfügung stehen. Diese Kombination wurde als Akynzeo™ erst kürzlich von der FDA zugelassen.

Dr. Ine Schmale

Riemser-Satellitensymposium: "Neue Herausforderungen in der Therapie aggressiver Lymphome und in der Supportivtherapie - Rezidive und Antiemese im Fokus", 11.10.2014

Literaturhinweise:
(1) Schmitz N et al. Lancet Oncol. 2012; 13(12):1250-9.
(2) Van Den Neste E et al. ASH 2013; Abstr. #76.
(3) Aapro M et al. Ann Oncol 2014; 25(7):1328-1333.
(4) Aapro M et al. Ann Oncol 2010; 21(5):1083-8.


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