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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. September 2011 Neue Daten zeigen: nab-Paclitaxel in der Erstlinientherapie wirksam

Auf dem diesjährigen Kongress der American Society of Oncology (ASCO) in Chicago wurden neue Studienergebnisse zu nab-Paclitaxel (Abraxane®) vorgestellt. Es zeigte sich, dass die Kombination mit Carboplatin in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) bei Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom die Ansprechrate gegenüber konventionellem Paclitaxel plus Carboplatin signifikant verbessert. Außerdem bewirkte die Gabe von nab-Paclitaxel eine Verlängerung des Gesamtüberlebens der Patienten über 70 Jahre um 9,5 Monate. Ebenfalls vorgestellt wurden zwei Phase-II-Studien zum Einsatz nab-Paclitaxel-haltiger Regime in der Erstlinienbehandlung des metastasierten Mammakarzinoms (mBC) bzw. des metastasierten malignen Melanoms, deren sehr gute Ergebnisse eine weitere Untersuchung in Phase-III-Studien rechtfertigen.
Die randomisierte Phase-III-Studie CA031 [1] umfasste 1.052 Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) im Stadium IIIB/IV. Neben einer Behandlung mit Carboplatin (AUC=6, q3w), erhielten sie als Erstlinientherapie randomisiert entweder wöchentlich 100 mg/m2 nab-Paclitaxel (n=521) oder 3-wöchentlich 200 mg/m2 konventionelles, lösungsmittelbasiertes Paclitaxel (n=531). Primärer Endpunkt war die Gesamtansprechrate (OR), während progressionsfreies Überleben (PFS), Gesamtüberleben (OS) und Sicherheit zu den sekundären Endpunkten zählten.

Hinsichtlich der OR erwies sich der nab-Paclitaxel-Arm dem Kontrollarm als signifikant überlegen (33 vs. 25%, p=0,005). Dieser Vorteil war bei den 450 Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom noch deutlicher ausgeprägt (41 vs. 24%, p<0,001), zeigte sich aber nicht bei Patienten mit einer anderen Tumorhistologie (26 vs. 25%, p=0,808). Auch hinsichtlich des PFS (6,3 vs. 5,8 Monate) und des OS (12,1 vs. 11,2 Monate) ergaben sich in der Intent-to-Treat-Population Vorteile für die nab-Paclitaxel-Gruppe, die jedoch keine statistische Signifikanz erreichten. Bei Patienten im Alter von 70 Jahren und darüber verlängerte die nab-Paclitaxel-Therapie das OS gegenüber der konventionellen Behandlung jedoch um 9,5 Monate (19,9 vs. 10,4 Monate, HR 0,583). Obwohl die verabreichte nab-Paclitaxel-Dosis durchschnittlich 30% höher war als die herkömmlichen Paclitaxels, war die Rate an sensorischen Neuropathien vom Grad III/IV in diesem Arm geringer (3 vs. 12%, p<0,001). Häufigste unerwünschte Ereignisse vom Grad III/IV im Verum- bzw. Kontrollarm waren Neutropenie (42 vs. 48%), Anämie (24 vs. 6%), Thrombozytopenie (18 vs. 7%) und Fatigue (5 vs. 6%).

In der EU ist nab-Paclitaxel derzeit zur Behandlung des mBC bei erwachsenen Patienten indiziert, bei denen die Erstlinientherapie fehlgeschlagen ist und für die eine standardmäßige Anthrazyklin-haltige Therapie nicht angezeigt ist. Auf dem ASCO vorgestellte neue Daten weisen jetzt darauf hin, dass nab-Paclitaxel auch in der Erstlinienbehandlung des mBC weiteres Potenzial besitzt. Hierbei wurde in der Phase-II-Studie N0735 [2] untersucht, ob sich die bereits guten Therapieergebnisse eines Regimes aus nab-Paclitaxel und Gemcitabin durch die Gabe des VEGF-Inhibitors Bevacizumab weiter verbessern lassen. Die 48 Patientinnen mit nachweisbarem mBC erhielten während der 21-Tage-Zyklen nab-Paclitaxel in einer Dosierung von 125 mg/m2, gefolgt von Gemcitabin (1000 mg/m2, d1,8) und Bevacizumab (15 mg/kg, d1 q21d). Primärer Endpunkt war der Anteil an Patientinnen, die 6 Monate progressionsfrei überlebten, was in der vorhergehenden Studie mit nab-Paclitaxel/Gemcitabin bei 60% der Teilnehmerinnen der Fall gewesen war. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 10,6 Monaten hatten 81% der Patientinnen den primären Studienendpunkt erreicht. Die Ansprechrate (CR+PR) betrug 69%, wobei in 2 Fällen eine Komplettremission erreicht wurde. Bei einer medianen Ansprechdauer von 9,9 Monaten ergab sich ein medianes PFS von 11,7 Monaten. Das mediane OS wurde noch nicht erreicht, wobei 84% der Patientinnen nach 12 Monaten noch am Leben waren. Häufigste unerwünschte Ereignisse der Grade III/IV waren Neutropenie (71%), Fatigue (21%) Thrombozytopenie (19%), Anämie (15%) und Leukopenie (10%). Bei 4 der 48 Patientinnen (8,3 %) kam es zu einer Neuropathie vom Grad III.

Wie beim mBC, scheinen auch beim metastasierten Melanom durch die zusätzliche Gabe eines VEGF-Inhibitors zu einer Chemotherapie bessere Behandlungsergebnisse erreichbar zu sein. Hierzu wurden in der Phase-II-Studie N0775 [3] Wirksamkeit und Verträglichkeit eines aus Temozolomid plus Bevacizumab bestehenden Regimes mit einer Kombination aus nab-Paclitaxel, Carboplatin und Bevacizumab bei chemotherapienaiven Patienten, die ein nicht resezierbares Melanom des Stadiums IV hatten, verglichen. Während die 43 Patienten im Arm A während der 28-Tage-Zyklen 200 mg/m2 Temozolomid (d1-5) und 10 mg/kg Bevacizumab (d1,15) erhielten, wurden die 51 Patienten im Arm B jeweils mit 100 mg/m2 nab-Paclitaxel (d1,8,15), Carboplatin (AUC=6, d1) und 10 mg/kg Bevacizumab (d1,15) behandelt. Primärer Studienendpunkt war das PFS nach 6 Monaten, den 31,2% der Patienten im Arm A erreichten und 54,9% der Patienten im Arm B. Ebenfalls schlechtere Ergebnisse ergaben sich im Arm A hinsichtlich des medianen PFS (3,8 vs. 6,6 Monate) und des OS (12,2 vs. 15,4 Monate). Häufigste schwere Toxizitäten der Grade III/IV waren Neutropenie (9 vs. 49%), Leukopenie (9 vs. 27%), Fatigue (9 vs. 16%), Erbrechen (12 vs. 2%) und Thrombosen (5 vs. 12%).

Literatur:
1. Socinski M.A. J Clin Oncol 2011; 29 (Suppl): Abstract 7551
2. Kottschade L.A. J Clin Oncol 2011; 29 (Suppl): Abstract 8532
3. Northfelt D. W. J Clin Oncol 2011; 29 (Suppl): Abstract 1126

Pressemitteilung von Celgene, 11.07.2011, München

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