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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Mai 2019 Neue Daten zu Abirateron beim metastasierten Prostatakarzinom: Gute Wirksamkeit und Verträglichkeit beim mCRPC und Hochrisiko-mHSPC

Abirateronacetat (Zytiga®) + Prednison/Prednisolon (Abirateron/P) ist ein etablierter Standard beim nicht oder mild symptomatischen metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) sowie eine Option für das neu diagnostizierte Hochrisiko-metastasierte hormonsensitive Prostatakarzinom (mHSPC). Aktuelle Daten bestärken die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit in beiden Indikationen (1, 2).
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In einer kürzlich publizierten retrospektiven, multinationalen Beobachtungsstudie konnte unter einer Erstlinientherapie des nicht oder mild symptomatischen mCRPC mit Abirateron/P im Median eine Zeit von 10,0 Monaten bis zum Therapieversagen erreicht werden. Nebenwirkungen traten bei 8,1% der Patienten auf, nur 3,5% brachen die Therapie nebenwirkungsbedingt ab (1). Die Auswertung basiert auf den Daten von 481 chemonaiven Patienten mit nicht oder mild symptomatischem mCRPC. Mit einem medianen Alter von 75 Jahren waren sie älter als Teilnehmer der Zulassungsstudie COU-AA-302 für diese Indikation, ein Großteil wies zudem Komorbiditäten auf (1, 3). Anders als die Zulassungsstudie umfasste die Real-world-Studie zudem Patienten mit einem ECOG-Performance-Status 2-4 bzw. mit Viszeralmetastasen (1, 3). Obwohl die Patienten demnach älter und kränker waren, konnten Wirksamkeit und Verträglichkeit von Abirateron/P somit auch im Versorgungsalltag gezeigt und damit die Resultate der Zulassungsstudie ergänzt werden. In der Phase-III-Studie COU-AA-302 hatte Abirateron/P gegenüber Placebo/P sowohl das mediane Gesamtüberleben (OS) als auch das mediane radiographische progressionsfreie Überleben (rPFS) signifikant verlängert (p=0,0033 bzw. p<0,0001) (3, 4).

Positive Effekte auf patientenberichtete Endpunkte zeigte die prospektive Phase-IV-Studie AQUARiUS zur Erstlinientherapie des nicht oder mild symptomatischen mCRPC. Sie ergab Hinweise auf einen Vorteil von Abirateron/P (n=105) gegenüber Enzalutamid (n=106) bei bestimmten Parametern der Lebensqualität, etwa bei der selbst empfundenen Beeinträchtigung der Kognition (FACT-Cog; p=0,0004) und der Fatigue (EORTC QLQ-30 – Fatigue; p=0,0047) in den ersten 6 Monaten (5).
 
Abb. 1: Signifikant längeres OS unter Abirateron/P vs. Placebos (jeweils + ADT) beim neu diagnostizierten Hochrisiko-mHSPC in der LATITUDE-Studie (mod. nach (2)).
Abb. 1: Signifikant längeres OS unter Abirateron/P vs. Placebos (jeweils + ADT) beim neu diagnostizierten Hochrisiko-mHSPC in der LATITUDE-Studie (mod. nach (2)).



Hochrisiko-mHSPC

Beim neu diagnostizierten Hochrisiko-mHSPC zeigte die finale Analyse der LATITUDE-Studie, dass Abirateron/P in Kombination mit einer Androgen-deprivationstherapie (ADT) das mediane OS gegenüber Placebos + ADT signifikant um 16,8 Monate verlängerte (koprimärer Endpunkt, p<0,0001, Abb. 1) (2). Das mediane rPFS – ein weiterer koprimärer Endpunkt – wurde von 14,8 auf 33 Monate verdoppelt (p<0,001) (6). Auch bei weiteren Endpunkten ergab sich eine signifikante Überlegenheit von Abirateron/P gegenüber Placebos (jeweils + ADT) (2). So verzögerte Abirateron/P u.a. die Schmerzprogression (sekundärer Endpunkt, p=0,0002). Die Verlängerung des medianen PFS2 (Zeit zwischen Randomisierung und Fortschreiten der Erkrankung oder Tod unter der 1. Folgetherapie; explorativer Endpunkt, p<0,0001) sprach zudem für einen fortgesetzten Vorteil von Abirateron/P bei der anschließenden Erstlinientherapie des mCRPC (2). In die Phase-III-Studie LATITUDE wurden 1.199 Patienten eingeschlossen, deren mHSPC innerhalb der letzten 3 Monate vor Studieneinschluss diagnostiziert worden war. Alle hatten ein hohes Progressionsrisiko, wiesen also mind. 2 der 3 folgenden Risikofaktoren auf: Gleason-Score ≥ 8, ≥ 3 Knochenläsionen, ≥ 1 Viszeralmetastase(n) (6).


Mit freundlicher Unterstützung der Janssen-Cilag GmbH, Neuss

Dr. Annekathrin Möller

Literatur:

(1) Bögemann M et al. BMC Cancer 2019; 19(1):60.
(2) Fizazi K et al. Lancet Oncol 2019; doi:10.1016/S1470-2045(19)30082-8.
(3) Ryan CJ et al. N Engl J Med 2013;368:138-48 & Appendix.
(4) Ryan CJ et al. Lancet Oncol 2015;16:152-60.
(5) Vuillemin AT et al. J Clin Oncol 36, 2018 (suppl 15; abstr 5058) & Poster.
(6) Fizazi K et al. N Engl J Med 2017;377:352-60.


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