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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

05. Juni 2002 Neue Chance für aggressiv vorbehandelte Patientinnen

Mammakarzinom

Nachdem sich gezeigt hat, dass sich nach Ausschöpfung von Anthrazyklinen und Taxanen mit Capecitabin noch eine therapeutische Möglichkeit auftut, weisen weitere Daten darauf hin, dass diesex s oral applizierbare 5-FU-Prodrug auch nach Hochdosis-Chemotherapie noch einsetzbar ist. Zudem lässt sich mit der Kombination Capecitabin/Docetaxel für vorbehandelte Patientinnen ein lebensverlängernder Benefit erzielen.
In einer Phase-II-Monotherapiestudie mit dem oralen Fluoropyrimidin Capecitabin (Xeloda®) wurden Sicherheit und Wirksamkeit nach Versagen einer Hochdosis-Therapie an 14 Patientinnen zwischen 35 und 65 Jahren mit metastasiertem Mammakarzinom untersucht. Es handelte sich durchweg um Patientinnen die adjuvant in der Primärerkrankung oder im metastasierten Stadium eine Hochdosis-Chemotherapie mit Anthrazyklinen und Taxanen mit an-schließender autologer Transplantation von PBSCT erhalten hatten. 13 Patientinnen waren zusätzlich einer lokalen Radiotherapie unterzogen worden.

Salvage-Monotherapie: Ansprechen und Verträglichkeit
Capecitabin wurde als erste Salvage-Therapie in einer Dosierung von 1250 mg/qm b.i.d. für 14 Tage mit 7 Tage Pause gegeben, median 5 Zyklen. 1 Patientin kam in eine Komplettremission (CR), 5 erlebten partielle Remissionen (PR). Die Responserate (RR) betrug 42,9%, wobei das Ansprechen bei allen Patientinnen 6 Wochen nach Beginn der Therapie beobachtet wurde. 2 weitere Patientinnen erreichten für mindestens 12 Wochen Krankheitsstillstand (SD). Die Dauer des Ansprechens betrug 7,2 Monate, die mediane Zeit bis zur Progression 2,8 Monate. Zum Zeitpunkt der Analyse waren alle Patientinnen im Progress, 6 Patientinnen waren verstorben.
Capecitabin wurde als Monotherapie gut toleriert, zwei Patientinnen entwickelten eine Grad-III-Granulozytopenie und 5 ein – unter Capecitabin typischerweise auftretendes - Hand-Fuß-Syndrom Grad III. Eine Patientin litt unter Nausea, Fieber und Diarrhoe ebenfalls Grad III. (1) 0 1

OS und TTP unter Kombination Capecitabin/Docetaxel
Das Taxan Docetaxel und Capecitabin haben in präklinischen Untersuchungen synergistische Wirkung gezeigt. Nachdem beide Substanzen effektiv im metastasierten Stadium des Mammakarzinoms sind, wurde ihre Kombination mit einer Docetaxel-Monotherapie bei 511 mit An-thrazyklinen vorbehandelten Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs untersucht. Capecitabin wurde zweimal täglich in einer Dosis von 1250 mg/qm an den Tagen 1-14 gegeben, Docetaxel 75 mg/qm am Tag 1 in der Kombination oder 100 mg/qm als Einzeldosis am Tag 1.
Nach einem Follow up von 15 Monaten erwies sich die Kombination als signifikant überlegen und zwar in der Zeit bis zur Progression (TTP), Tumorresponse und Gesamtüberleben.
Allerdings war auch die Inzidenz von Nebenwirkungen höher. Dies betraf insbesondere gastrointestinale Beschwerden und das Hand-Fuß-Syndrom, während Myalgie, Arthralgie und febrile Neutropenie häufiger in der Docetaxel-Monotherapie auftraten. Wiederum kam es zu mehr Grad-III-Nebenwirkungen in der Kombination, die jedoch managebar waren. Aufgrund der signifikanten Überlebensrate und TTP wird bei Patientinnen mit metastasiertem und anthrazyklin-vorbehandelten Mammakarzinom die Kombination empfohlen. (2)

Quelle: (1) Jakob A et al., Anti Cancer drugs 2002; 13: 405-10

(2) O´Shoughnessy J et al., J Clin Oncol 2002; 12; in press


Satellitensymposium „Überlebensvorteil durch orale Chemotherapie beim Mammkarzinom“, 25. Deutscher Krebskongress, Berlin 2002


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