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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. Oktober 2015 Nebenwirkungen unter Kombination BRAF-Inhibitoren und Radiatio

Unter gleichzeitiger BRAF-Inhibition und Strahlentherapie kann es zu Strahlensensibilisierungen kommen. Eine Umstellung auf einen anderen BRAF-Inhibitor (BRAF-i), Absetzen des BRAF-i vor Strahlentherapie oder Dosisreduktion haben kaum Einfluss auf diese Nebenwirkungen. Im Gegensatz zur konventionell fraktionierten Strahlentherapie gibt es jedoch keine Probleme dieser Art mit der stereotaktischen Strahlentherapie, berichtete Dr. Lucie Heinzerling, Erlangen.

BRAF-Inhibitoren sind in vivo strahlensensibilisierend, wobei Vemurafenib dafür ein deutlich höheres Potenzial hat (40%) als Dabrafenib (26%). Zudem ist eine Strahlentherapie immunmodulatorisch wirksam, und unter gleichzeitiger BRAF-Inhibition und Strahlentherapie kann es so zu einer Strahlensensibilisierung kommen (44% Radiodermatitis Grad 2 mit BRAF-i vs. 8% ohne BRAF-i) (1). Diese Reaktionen können akut und verzögert auftreten und z.T. sehr schwer ausgeprägt sein.

In dieser multizentrischen Studie mit 161 Patienten wurden 70 Patienten mit BRAF-i und Radiotherapie behandelt (1). Insgesamt wurden 86 Strahlentherapien mit BRAF-Inhibitor-Therapie durchgeführt (62 plus Vemurafenib und 24 plus Dabrafenib). 31 Patienten (36%) entwickelten eine akute Radiodermatitis ≥ RTOG Grad 2 und 11 (13%) eine follikuläre zystische Proliferation.

Die Umstellung auf einen anderen BRAF-i oder die Dosisreduktion des BRAF-i hatte nur einen geringen Effekt bzgl. der Nebenwirkungen, berichtete Heinzerling. Auch den BRAF-i vor Radiotherapie abzusetzen, würde nichts bringen. Im Gegensatz zur konventionell fraktionierten Radiotherapie macht jedoch die stereotaktische Radiotherapie in Kombination mit BRAF-i keine Probleme in Form solcher Strahlensensibilisierungen (Abb. 1).

Abb. 1: Nebenwirkungen der simultanen Radiotherapie und BRAF-Inhibitor-Therapie - Hauttoxizität (%).
Abb. 1: Nebenwirkungen der simultanen Radiotherapie und BRAF-Inhibitor-Therapie - Hauttoxizität (%).

(as)

Quelle: Sitzung 1 „Nebenwirkungen medikamentöser Tumortherapien“, 10.09.2015, München

Literatur:

(1) Hecht M et al. Ann Oncol 2015;26(6):1238-44.


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