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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

02. Dezember 2015 Nanoliposomales Irinotecan – eine interessante Substanz zur Therapie des Pankreaskarzinoms

Das Überleben von Patienten mit Pankreaskarzinom ist begrenzt und abhängig von den Stadien. „Die Einführung der intensivierten Chemotherapie hat uns aber einen Schritt nach vorne gebracht“, sagte Prof. Volker Heinemann, München, „und mit nanoliposomalem Irinotecan haben wir jetzt eine interessante neue Substanz in Händen.“

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Die Mehrzahl der Pankreaskarzinome ist bei Diagnose metastasiert (60-70%) oder lokal fortgeschritten (15-20%), und das Überleben der Patienten – bei optimaler Therapie – liegt zwischen 6-11 bzw. 9-11 Monaten. Doch auch Patienten mit resektablen Pankreastumoren leben – wiederum bei optimaler Therapie – nur 22-24 Monate mit ihrer Krebserkrankung. Es gibt keine klinisch relevanten prädiktiven Faktoren, sagte Heinemann. Smad4 und CXCR4 als Prädiktoren für Fernmetastasierung sind fraglich. SPARC erwies sich als doch nicht relevant für die Aufnahme von nab-Paclitaxel in die Stromazellen, KRAS spielt keine Rolle für die Wirkung von Erlotinib, und hENT1 korreliert nicht mit der zellulären Aufnahme von Gemcitabin. Von Relevanz scheinen der CRP-Wert für die Wirkung einer JAK-STAT-Inhibition und BRCA1/2 für die Platin-Sensitivität zu sein.

Eine Verbesserung der Therapie ließ sich mit der intensivierten Chemotherapie erzielen. So lagen in der Conroy-Studie die Ansprechraten mit FOLFIRINOX bei 31,6% im Vergleich zu 9,4% mit Gemcitabin und die mediane Überlebenszeit bei 11,1 vs. 6,8 Monaten. Eine weitere Entwicklung ist nanoliposomal verkapseltes Irinotecan (nal-IRI). In der Phase-III-Studie NAPOLI-1 konnte mit nal-IRI + 5-Fluorouracil/Leukovorin (5-FU/LV) im Vergleich zu 5-FU/LV bei Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom, die mit Gemcitabin vorbehandelt waren, eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens (6,1 vs. 4,2 Monate; HR=0,57; p=0,009), des progressionsfreien Überlebens (3,1 vs. 1,5 Monate; p=0,0001) und der Ansprechrate (16% vs. 1%; p<0,001) erzielt werden.

Ein Zulassungsantrag zur Behandlung des Pankreaskarzinoms wurde im Mai 2015 bei der EMA eingereicht. Geplant ist die Zulassung für Gemcitabin-refraktäre Patienten, sagte PD Dr. Helmut Oettle, Friedrichshafen. Laut Oettle ist das Hand-Fuß-Syndrom mit nal-IRI nicht relevant, auch wurde selten eine Alopezie von Grad 3-4 beobachtet. Mit nal-IRI würden sich Oettle zufolge auch neue Kombinationsmöglichkeiten auftun. Nal-IRI FF würde sich für die Zweitlinientherapie anbieten. Häufig würde schon IFF (Irinotecan, 5-Fluorouracil, Folinsäure) in der Zweitlinie eingesetzt, wenn sich das OFF-Schema (Oxaliplatin, 5-Fluorouracil, Folinsäure) wegen einer Neuropathie nicht anbietet, so Oettle.

(as)

Quelle: Satellitensymposium „Neue Optionen in der Therapie des Pankreaskarzinoms und der Myelofibrose“, 09.10.2015, Basel; Veranstalter: Baxalta Deutschland GmbH


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