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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

28. Oktober 2009 NSCLC: Patienten überleben länger mit Erlotinib und Bevacizumab

Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) können heute auch im fortgeschrittenen Stadium langfristig überleben. Entscheidend dazu beigetragen haben die zielgerichteten Therapien mit Erlotinib und Bevacizumab. Welche Patienten im Versorgungsalltag von dem oralen EGFR-Inhibitor und dem Anti-VEGF-Antikörper besonders profitieren, zeigen Studiendaten, die beim ECCO/ESMOKongress präsentiert wurden [1].
Die hohe Effektivität von Erlotinib belegen neben den Ergebnissen der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie BR.2 die aktuellen Daten der plazebokontrollierten Phase-III-Studie SATURN (Sequential Tarceva in Unresectable NSCLC), in der Erlotinib unmittelbar nach Abschluss einer platinhaltigen Chemotherapie gegeben wurde. Bei einer statistisch signifikanten Abnahme des Sterberisikos um 19% (HR 0,81; p=0,0088) überlebte jeder zweite Patient mindestens 12 Monate [2]. Im klinischen Alltag bestätigt wurden die BR.21- und SATURN-Daten durch die inzwischen für 6580 Patienten vorliegenden Überlebensdaten der TRUST-Studie, in der jeder 4. Patient mindestens 20 Monate lebte und fast 20% sogar 30 Monate und länger [3]. Wie die Ergebnisse der beim ECCO/ESMO präsentierten Untersuchung zeigen, waren langfristige Therapieerfolge in allen Subgruppen zu sehen und damit unabhängig von den bekannten Prognosefaktoren Geschlecht, Raucherstatus und Tumorhistologie [4]. In der SATURN-Studie hatten auch Patienten mit EGFR-Wildtyp einen signifikante Überlebensvorteil von Erlotinib (HR 0,77; p=0,0243) [2]. Bei chemotherapeutisch vorbehandelten Patienten kann die Therapieentscheidung daher unabhängig vom EGFR-Mutationsstatus und klinischen Parametern getroffen werden. Als früher Indikator für den Erfolg von Erlotinib im Einzelfall gilt der bei circa 70% der Patienten zu Behandlungsbeginn auftretende und meist gut beherrschbare Rash [6].


Bevacizumab in der First-Line: Histologie als Basis der Therapieentscheidung

„Basis für die Therapieentscheidung bei Chemotherapie-naiven Patienten ist dagegen die Tumorhistologie“, betonte Dr. Claus-Peter Schneider, Zentralklinik Bad Berka. Bereits die ersten Ergebnisse der beiden zulassungsrelevanten Studien ECOG4599 und AVAiL (Avastin in Lung), an der ausschließlich Patienten mit Nicht-Plattenepithel-NSCLC teilnahmen, hatten die Überlegenheit der zusätzlichen Gabe von Bevacizumab gegenüber einer alleinigen Chemotherapie gezeigt Nach einer explorativen Subgruppenanalyse der Studie ECOG4599 hatten den größten Überlebensvorteil Patienten mit Adenokarzinom (68,6% des Gesamtkollektivs). Mit median 14,2 Monaten lebten sie fast zwei Monate länger als die Gesamtheit der zusätzlich mit Bevacizumab behandelten Patienten (median 12,3 Monate) und fast vier Monate länger als die entsprechenden Gruppen mit alleiniger Chemotherapie (median 10,3 Monate) [7].


Ergebnisse im klinischen Alltag

Bestätigt werden die hohe Effektivität und konsistente Sicherheit von Bevacizumab in der First-Line-Therapie durch mehrere beim ECCO/ESMO präsentierte Interimsanalysen der offenen SAiL (Safety of Avastin in Lung)-Studie. Nach Auswertung von bisher 2172 Patienten (Stand: Juli 2009) betrug das mediane progressionsfreie und Gesamtüberleben 7,8 und 14,6 Monate [8]; die niedrige Inzidenz schwerer pulmonaler Blutungen (0,7 %) bestätigte das bei adäquater Patientenselektion bekannte gute Sicherheitsprofil von Bevacizumab [9]. Dabei war der VEGF-Inhibitor auch bei Patienten > 65 Jahre, die von randomisierten klinischen Studien häufig ausgeschlossen werden, sicher und gut wirksam. Verglichen mit Patienten ≥ 65 Jahre (n=1562) waren Ältere (n=610) nicht stärker durch unerwünschte Ereignisse gefährdet und überlebten genauso lange wie Jüngere [10].

Quellen:
1. ECCO/ESMO-Pressekonferenz der Roche Pharma AG „Personalisierte Therapie beim NSCLC – Aktueller Stand und Perspektiven mit Tarceva® und Avastin®“, Berlin, 23. September 2009.
2. Brugger W et al., WCLC 2009, Abstract B9.1, oral presentation.
3. Roche, data on file.
4. Schumann C et al., ECCO/ESMO 2009, Abstract P-9146.
5. Mok TS et al., N Engl J Med 2009;361:947-57. Epub 2009 Aug 19.
6. Wacker B et al., Clin Cancer Res 2007;13:3913-21.
7. Sandler A at al., IASLC Chicago Multidisciplinary Symposium in Thoracic Oncology 2008, Poster 133.
8. Dansin E et al., ECCO/ESMO 2009, Abstract P-9168.
9. Tsai CM et al., ECCO/ESMO, Abstract P-9171.
10. Garrido P et al., ECCO/ESMO, Abstract P-9170.

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