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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

07. Juli 2014 NSCLC: Induktions- und Erhaltungstherapie mit Pemetrexed

Für Patienten mit fortgeschrittenem, nicht-plattenepithelialem NSCLC ist eine kontinuierliche Erhaltungstherapie mit Pemetrexed (Alimta®) im Anschluss an eine Induktionstherapie mit Pemetrexed/Cisplatin zugleich effektiv und vergleichsweise gut verträglich. Was sich durch das Konzept der Erhaltungstherapie mit Pemetrexed in der medizinischen Praxis für NSCLC-Patienten insbesondere im Hinblick auf die Lebensqualität verändert hat, war Thema eines Praxisworkshops im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Havelhöhe in Berlin.

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Der europäische Standard für die Behandlung der Patienten in der Erstlinientherapie ist eine platinhaltige Chemotherapie mit der Kombination Gemcitabin/Cisplatin. In einer Phase-III-Zulassungsstudie konnte für die Kombination Pemetrexed (Alimta®)/Cisplatin für das Adenokarzinom und das großzellige Karzinom eine mindestens vergleichbare Wirksamkeit nachgewiesen werden, die Kombination besaß zugleich aber signifikant weniger Nebenwirkungen (1). Dies ist gleichbedeutend mit einer Verbesserung der Lebensqualität und war Ausgangspunkt der doppelblinden Phase-III-Studie PARAMOUNT, die die Weiterführung der Erstlinientherapie mit Pemetrexed untersuchte (2). In dieser Studie wurden 939 Patienten mit fortgeschrittenem Nicht-Plattenepithelkarzinom der Lunge (Adeno- und großzelliges Karzinom) zunächst mit 4 Zyklen einer Pemetrexed/Cisplatin-Induktionstherapie behandelt und Patienten mit einer partiellen oder kompletten Remission bzw. einer Krankheitsstabilisierung anschließend randomisiert und entweder mit Pemetrexed/"best supportive care" (BSC) oder mit Placebo/BSC bis zum Progress weiterbehandelt. Dabei profitierte die Pemetrexed-Gruppe sowohl im progressionsfreien Überleben (6,9 Monate vs. 5,6 Monate im Placebo-Arm) als auch im medianen Gesamtüberleben (16,9 Monate vs. 14,0 Monate im Placebo-Arm). Neben der Effektivität ist für Lungenkrebspatienten in der Rezidivsituation vor allem auch die Verträglichkeit entscheidend. Hierbei zeigt Pemetrexed zwar ein toxisches Erscheinungsbild, fällt aber im Vergleich zu anderen Medikamenten wie zum Beispiel Docetaxel vergleichsweise gering aus und ist dadurch ein entscheidender Faktor für eine bessere Lebensqualität.

Im Krankheitsverlauf sind die Betroffenen starken Belastungen unterworfen, und aufgrund der schlechten Prognose benötigen viele Patienten auch eine zusätzliche psychologische Betreuung. Das Lungenkrebszentrum Havelhöhe hat hierfür mit dem "Treuka-Konzept" ein integratives Konzept entworfen, mit dem von Beginn an versucht wird, ein Vertrauensverhältnis zwischen dem behandelnden Arzt und dem Patienten aufzubauen. Dadurch wird nicht nur die Therapie optimiert, sondern nachweislich auch die Lebensqualität noch weiter gesteigert. Ist die Zeit gekommen, steht dem Patienten und seinen Angehörigen die Option des hausinternen Hospiz zur Verfügung, um bis zum Schluss begleitet zu werden.

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Praxisworkshop: "Lebensqualität im Fokus: NSCLC-Erstlinientherapie mit Pemetrexed in der onkologischen Praxis", Med. Versorgungszentr. Havelhöhe Berlin, 14.05.2014, Veranst.: Lilly Onkology

Literaturhinweise:
(1) Scagliotti G et al. J Clin Oncol 2008; 26:3543-3551.
(2) Paz-Ares LG et al. Lancet Oncol. 2012; 13:247-255.


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