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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Februar 2015 Mutationsmuster als potentielle prädiktive Biomarker beim Pankreaskarzinom

ASCO GI 2015

Die Mutationen im Pankreaskarzinom sind sehr komplex. Sehr häufig kommen genomische Strukturvarianten vor, wie eine Studie der Australian Pancreatic Cancer Genome Initiative (APGI), gezeigt hat, die Sean M. Grimmond aus Queensland/Australien, vorstellte. Nach Häufigkeit und Verteilung der strukturellen Rearrangements können die Pankreastumoren in 4 Subtypen eingeteilt werden, die unterschiedlich gut auf Platin ansprechen.

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Die Australian Pancreatic Cancer Genome Initiative (APGI) ist ein Projekt, mit dem sich Australien am International Cancer Genome Consortium (ICGC) beteiligt. Ziel des ICGC ist es, eine "Landkarte" der wichtigsten genomischen, transkriptomischen und epigenomischen Veränderungen in mindestens 50 verschiedenen weltweit auftretenden Krebsarten bei rund 25.000 Patienten zu erstellen.

In der Studie im Rahmen der APGI konnten fast 12.000 genomische Strukturvarianten (SV) beim Pankreaskarzinom entdeckt werden. Darunter versteht man chromosomale Veränderungen > 1kb (1kb entspricht 103 Basenpaaren). Die meisten waren intrachromosomal. Anhand des Musters der genomischen SV kann das duktale Pankreasadenokarzinom in 4 Subtypen klassifiziert werden, berichtete Grimmond: 1. Stabil (≤ 50 SV), 2. Scattered (50-200 SV im gesamten Genom), 3. Focal (> 50 SV vorzugsweise lokalisiert in 1 oder 2 Chromosomen), 4. Instabil (≥ 200 SV gleichmäßig verteilt im Genom) (Abb.1).

 

Abb. 1: Einteilung des Pankreasadenokarzinoms in 4 Subtypen.
 

Bei der Korrelation der Subtypen mit dem Ansprechen auf eine palliative Chemotherapie zeigte sich, dass 7 von 8 Patienten vom instabilen Subtyp sehr gut auf eine Platin-haltige Chemotherapie angesprochen haben, von den 7 Patienten, die zum stabilen Subtyp gehörten, hatte hingegen keiner auf Platin angesprochen. Möglicherweise bieten sich daher die Mutationsmuster beim Pankreaskarzinom für die Entwicklung von prädiktiven Biomarkern für das Therapieansprechen auf Platin-basierte Therapien an - und dies nicht nur beim Pankreaskarzinom.

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Keynote-lecture: The mutational landscape of pancreatic cancer, ASCO GI, 16.1.2015


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