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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

07. Juli 2014 Multiples Myelom: Patienten profitieren von Bortezomib

Vor 10 Jahren wurde Bortezomib (Velcade®) bereits zur Monotherapie bei Patienten mit progressivem multiplen Myelom (MM) zugelassen. Seitdem erfolgte die Zulassung von Bortezomib (V) für die Primär- und die Rezidivtherapie des multiplen Myeloms sowie zuletzt im Juli 2013 für die Induktionstherapie vor einer Hochdosis-Chemotherapie mit hämatopoetischer Stammzelltransplantation in Kombination mit Dexamethason (VD) oder mit Dexamethason und Thalidomid (VTD). Weltweit wurden mit Bortezomib mehr als eine halbe Million Patienten behandelt. "In einigen Fällen konnte sogar ein molekulares Ansprechen erzielt werden, das bedeutet, dass unter 1.000.000 Zellen keine Tumorzelle mehr identifiziert werden konnte", berichtete Dr. Martin Vogel, Janssen, Neuss.

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Behandlung des multiplen Myeloms nehmen stetig zu. Mit der Einführung des Proteasom-Inhibitors Bortezomib (2002) sowie der Immunmodulatoren Thalidomid (1999) und Lenalidomid (2004) und der damit einhergehenden Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) wird beim multiplen Myelom seit Kurzem von einer "chronischen Erkrankung" gesprochen.

"Ziel ist das Erreichen einer kompletten Remission (CR), die mit einem längeren PFS und längerem Gesamtüberleben (OS) sowie mit einer besseren Lebensqualität korreliert", sagte Prof. Hartmut Goldschmidt, Heidelberg. Ein entscheidender Schritt war hierbei die Zulassung von Bortezomib. So ergab die 5-Jahres-Nachbeobachtung der randomisierten, nicht-verblindeten Phase-III-Multicenterstudie VISTA, dass die zusätzliche Gabe von Bortezomib zu Melphalan und Prednison (MP vs. VMP) in der Primärtherapie einen Überlebensvorteil von 13,3 Monaten einbrachte (43,1 Monate vs. 56,4 Monate) (Abb. 1). Dieser Überlebensvorteil war unabhängig von einer Folgetherapie. Zusätzlich wurde die Therapie-freie Zeit - also die Zeit bis zum nächsten Arzttermin - verdoppelt (median 16,6 Monate unter VMP vs. 8,3 Monate unter MP). Die gute Wirksamkeit des VMP-Regimes zeigte sich ebenfalls im Gesamtüberleben in allen unabhängigen Subgruppen, darunter auch bei den Risikopatienten älter als 75 Jahre (HR=0,71; median 50,7 Monate vs. 32,9 Monate) oder bei Patienten im ISS-Stadium III (HR=0,67; 42,1 Monate vs. 30,5 Monate). Die Qualität des Ansprechens war im VMP-Arm signifikant besser als unter MP (74% vs. 39%; p<0,001). Von den mit VMP behandelten Patienten erreichten 30% eine CR, während es unter MP nur 4% waren.

 

Abb. 1: OS-Analyse (ITT).
 

In Hinblick auf eine weitere Verbesserung der Behandlung des multiplen Myeloms erläuterte Goldschmidt: "Wir befinden uns in einer interessanten Zeit, in der neue Medikamente getestet werden." Dazu gehören eine Vielzahl von monoklonalen Antikörpern wie zum Beispiel der Antikörper Daratumumab, der an das Oberflächenmolekül CD38 bindet. In einer Phase-I/II-Studie lieferte Daratumumab sehr vielversprechende Daten, so dass die Hoffnung besteht, dass beim multiplen Myelom in naher Zukunft nicht mehr "nur" von einer chronischen Erkrankung die Rede ist, sondern dass sogar eine Heilung möglich erscheint. Für junge Patienten wird bereits vorsichtig das Ziel einer molekularen Remission ausgesprochen, so dass eine Heilung von dieser bis dato tödlichen Erkrankung in greifbare Nähe rückt.

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Pressekonferenz 10 Jahre Velcade®: "Von der Innovation zur etablierten Therapie: Aktueller und zukünftiger Stellenwert von Velcade® beim multiplen Myelom." Veranstalter Janssen, Frankfurt, 27.05.2014


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