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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. September 2015 Multiples Myelom und B-Zell-Lymphome

Zielgerichtete Therapien im Blickpunkt

Bei einem „Update Hämatologie/Onkologie“ der DGHO sprachen Dr. Paula Cramer, Köln, und PD Dr. Christoph Röllig, Dresden, über die Relevanz aktueller Entwicklungen sowie deren Umsetzung in die tägliche Praxis.

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Bortezomib (Velcade®) vertritt bei der Therapie Multipler Myelome als erste Substanz das Wirkprinzip der Proteasom-Inhibition. Nach klinischen Studien konnten mit Bortezomib bei Patienten in der Induktions-, Primär- und der Rezidivtherapie hohe Ansprechraten erreicht werden. Besonders hervorgehoben wurde der nachhaltige Überlebensvorteil, der durch eine Primärtherapie mit Bortezomib in Kombination mit Melphalan und Prednison (VMP) im Vergleich zu Melphalan und Prednison (MP) alleine erzielt werden kann. Nach Aussage der Experten bietet die Bortezomib-Therapie den Patienten durch lange Behandlungspausen eine bessere Lebensqualität (1).

Mit dem Einsatz von VMP in der Primärtherapie nicht-transplantierbarer Myelom-Patienten erhöht sich die Chance auf andauernde tiefe CR sowie lange therapiefreie Zeit. Dabei kann eine hohe kumulative Bortezomib-Dosis (> 39 mg/m²) in der Erstlinie den Erfolg der Therapie steigern (66,3 Monate medianes OS vs. 46,2 Monate). Wird Bortezomib subkutan gegeben, so kann sich damit die Behandlungsdauer ausweiten und die Chance auf höhere kumulative Dosen wachsen.

Eine Erstlinientherapie mit VMP erlaubt den erneuten Einsatz von Bortezomib in späteren Linien. Besonders effektiv zeigten sich Bortezomib-basierte Regime bei der Induktionstherapie transplantierbarer Myelom-Patienten.

Eine Studie zur Nicht-Unterlegenheit des VCD (Bortezomib + Cyclophosphamid und Dexamethason)-Regimes vs. PAD (Bortezomib + Dexamethason + Doxorubicin) ergab gleiche Effektivität für VCD bei günstigerem Nebenwirkungsprofil.


Therapie der Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL)

Ibrutinib (Imbruvica®) ist der erste Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor und stellt eine wichtige Therapieoption für erwachsene Patienten mit CLL oder Mantelzell-Lymphom (MCL) dar. Der Inhibitor richtet sich gegen die bei CLL und MCL pathologisch aktivierte Bruton-Tyrosinkinase (BTK).

Ibrutinib hat seine Wirksamkeit in mehreren klinischen Studien bereits als Einzelsubstanz gezeigt. So ergab sich in der RESONATE-Studie ein 12-Monats-PFS von 84% unter Ibrutinib vs. 19% unter Ofatumumab. Auch nach einer Nachbeobachtungszeit von median 17 Monaten war das PFS noch signifikant besser: Das PFS im Ibrutinib-Arm hielt noch an, im Kontrollarm war es bereits nach 13,3 Monaten erreicht.

Jürgen W. Setton

Quelle: Satellitensymposium „Zielgerichtete Therapien in der hämatologischen Praxis: B-Zell-Lymphome und Multiples Myelom im Fokus”, 26.06.2015, Dresden; Veranstalter: Janssen-Cilag

Literatur:

(1) San Miguel JF et al. J Clin Oncol 2013; 31(4): 448-455.


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