Freitag, 23. Oktober 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Giotrif
Giotrif

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

18. März 2009 Metastasiertes kolorektales Karzinom: Überlebensvorteil mit Bevacizumab first-line für breites Patientenkollektiv bestätigt

Studiendaten, die auf dem diesjährigen Symposium über gastrointestinale Tumoren (ASCO GI) in San Francisco präsentiert wurden, bestätigen den Überlebensvorteil von Bevacizumab (Avastin®) für ein breites Patientenkollektiv. Der VEGF-Hemmer (vascular endothelial growth factor) bleibt das einzige Biological mit einer erwiesenen Verlängerung des Gesamtüberlebens in der First-Line-Therapie des mCRC. Patienten profitieren von Bevacizumab unabhängig von Alter, Biomarker oder Geschlecht.
Anzeige:
Keytruda
Keytruda
Von dem VEGF-Hemmer ist bekannt, dass er das Gesamtüberleben von Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC) um annähernd 5 Monate verlängert, wenn er in Kombination mit einer Irinotecan-haltigen Chemotherapie (IFL) eingesetzt wird (20,3 Monate vs. 15,6 Monate unter alleiniger Chemotherapie, p < 0,001) [1]. Einen ausgeprägten Überlebensvorteil gegenüber dem Einsatz mit mIFL bietet die Kombination mit dem modernen FOLFIRI-Regime: In der Phase-III-Studie BICC-C [2] betrug das Gesamtüberleben unter Bevacizumab/mIFL 19,2 Monate und 28,0 Monate (p=0,037; HR=0,55) wenn der VEGFHemmer mit FOLFIRI eingesetzt wurde (Abb. 1).
0
Abb. 1: Bevacizumab first-line zeigt bei Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom in Kombination mit FOLFIRI einen ausgeprägten Überlebensvorteil gegenüber der Kombination mit mIFL (mod. nach [2]). Bestätigung finden die Überlebensdaten von Bevacizumab auch in den zwei großen prospektiven Beobachtungsstudien BRiTE (medianes OS = 25,1 Monate) [3] und First BEAT (medianes OS = 22,7 Monate) [4] mit rund 4000 Patienten. Auf dem diesjährigen ASCO GI wurden nun zwei weitere Studien vorgestellt, die den großen Einfluss des VEGFHemmers auf das Gesamtüberleben von mCRC-Patienten belegen.

Eine Kohortenanalyse aus Frankreich zeigte die hohe Wirksamkeit und gute Verträglichkeit der Kombination FOLFIRI/ Bevacizumab im klinischen Alltag [5]. An der Studie nahmen 45 Kliniken teil, die insgesamt 125 nicht-resektable Patienten in die Studie einbrachten. Jeder 5. Patient war älter als 70 Jahre. Das vorläufige mediane Gesamtüberleben der first-line mit FOLFIRI plus Bevacizumab behandelten Patienten betrug 29 Monate, wobei es keinen signifikanten Unterschied zwischen den unter und über 70-Jährigen gab. Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 15,4 Monate (< 70 Jahre = 18,6 Monate; > 70 Jahre = 13,3 Monate). In allen Altersgruppen konnten gute Ansprechraten (< 70 Jahre = 34%; > 70 Jahre = 28%) und hohe Leberresektionsraten (< 70 Jahre = 28%; > 70 Jahre = 16%) erzielt werden.

Wie groß der Einfluss des VEGF-Hemmers auf die Entwicklung der Gesamtüberlebenszeit von mCRC-Patienten ist, zeigt auch eine retrospektive Datenbankanalyse von 1417 mCRC-Patienten aus Kanada [6]. Danach ist die signifikante Steigerung der medianen Gesamtüberlebenszeit von 18,6 Monaten in 2003/04 auf 23,6 Monate in 2006 (p=0,001) ursächlich auf den Einsatz von Bevacizumab in der systemischen Therapie zurückzuführen. Der Einsatz des VEGF-Hemmers stieg in dieser Zeit von ca. 10 auf 45% aller systemisch behandelten Patienten, während der Einsatz von Cetuximab in beiden Zeiträumen gleich war. Bevacizumab ist damit, laut den Autoren der Studie, der wesentliche Grund für die beobachtete Überlebensverlängerung.


Bevacizumab unabhängig vom K-RAS-Status

Auf dem ASCO GI wurde nochmals hervorgehoben, dass Bevacizumab aufgrund der gezielten VEGF-Hemmung unabhängig vom K-RAS-Mutationsstatus wirkt und ohne vorhergehenden Biomarker-Test eingesetzt werden kann. EGFR-Antikörper seien dagegen in klinischen Studien bei bis zu 80% der mCRC-Patienten unwirksam, wobei K-RAS-Mutationen nur 30-40% dieser Fälle erklären [7]. Nach neuesten Erkenntnissen würden auch Patienten, deren Tumor eine B-RAF- oder PTEN-Mutation aufweist, höchstwahrscheinlich nicht von der Anti-EGFR-Therapie profitieren [7-10].

Quellen:
1. Hurwitz H et al., N Engl J Med 2004;350: 2335–2342.
2. Fuchs CS et al., J Clin Oncol 2008; 26 (4): 689–690
3. Grothey A et al., J Clin Oncol 2008; 26: 5326-5334
4. Van Cutsem E et al., ESMO 2008, Abstract 357P
5. Metges JP et al., ASCO GI 2009, Abstract 398
6. Renouf D et al., ASCO GI 2009, Abstract 405
7. Ramos FJ et al., ASCO GI 2009, Abstract 337
8. Norguet E et al., ASCO GI 2009, Abstract 348
9. Venook A. P. et al., ASCO GI 2009, General Session 2; oral presentation
10. Sougklakos I et al., ASCO GI 2009, Abstract 293

Mit freundlicher Unterstützung der Roche Pharma AG

Quelle:


Anzeige:
Tecentriq
Tecentriq
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Metastasiertes kolorektales Karzinom: Überlebensvorteil mit Bevacizumab first-line für breites Patientenkollektiv bestätigt"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab