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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. September 2015 Metastasiertes Pankreaskarzinom: Humane Hyaluronidase verstärkt Wirkung von nab-Paclitaxel + Gemcitabin bei hohen intratumoralen Hyaluronsäurespiegeln

Nab-Paclitaxel (Abraxane®) + Gemcitabin ist ein Standard in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen/metastasierten Adenokarzinoms des Pankreas und wird in zahlreichen laufenden Studien als Backbone für weitere Entwicklungen gewählt. So auch in einer laufenden Phase-II-Studie (1), die auf dem 17th World Congress on Gastrointestinal Cancer in Barcelona, Spanien, vorgestellt wurde. Hier zeigte sich, dass Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom, deren Tumoren hohe Hyaluronsäurespiegel aufweisen, einen klinischen Vorteil von der Addition der humanen Hyaluronidase PEGPH20 haben.

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Fachinformation

Das Glykosaminoglykan Hyaluronsäure (HA) ist Bestandteil der extrazellulären Matrix und ein wichtiger Faktor bei Zellproliferation, Zellmigration und Tumor-entstehung. Beim Pankreaskarzinom ist der Anteil von HA im Tumorgewebe bei einigen Patienten sehr hoch. Dies führt zu einem hohen interstitiellen Druck im Tumor und vermindert die Zugänglichkeit von Chemotherapeutika, was wiederum mit einer schlechten Prognose verbunden ist.

Die humane Hyaluronidase PEGPH20 baut die Tumor-HA ab und verändert die Tumorumgebung. Dass die Addition von PEGPH20 zu nab-Paclitaxel + Gemcitabin mit einem vorteilhaften klinischen Effekt verbunden ist, zeigen die Interimsergebnisse einer Phase-II-Studie, die sich auf die erste Phase der Studie ohne Thromboseprophylaxe beziehen. Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom (Stadium IV), deren Tumore hohe HA-Spiegel exprimierten, hatten eine höhere Ansprechrate (ORR) und ein längeres progressionsfreies Überleben (PFS) mit nab-Paclitaxel + Gemcitabin in Kombination mit PEGPH20 als mit alleiniger Chemotherapie.

Eingeschlossen waren in diese laufende randomisierte Phase-II-Studie 146 Patienten, 135 von ihnen erhielten mindestens eine Dosis von PEGPH20 (3 µg/kg 2x wöchentl. im 1. Zyklus, dann 1x wöchentl. ab Zyklus 2).

Nach der Interimsanalyse lag die Ansprechrate von Patienten mit hohen HA-Leveln (n=34) mit der 3er-Kombination bei 71% (12/17) im Vergleich zu 29% (5/17) mit nab-P + Gem. Das PFS bei Patienten mit hohen HA-Leveln im Tumor (n=48) lag bei 9,2 Monaten im Vergleich zu 4,3 Monaten mit nab-P + Gem. Bei Patienten mit niedrigen HA-Leveln im Tumor führte die Addition von PEGPH20 zu keinem signifikant höheren Ansprechen oder verbesserten PFS.

Die häufigsten Nebenwirkungen in beiden Armen (PEGPH20 + nab-P + Gem vs. nab-P + Gem waren Fatigue (68% vs. 69%), Nausea (55% vs. 44%), Anämie (42% vs. 53%), periphere Ödeme (58% vs. 31%) und Muskelspasmen (55% vs. 2%). Mindestens ein thromboembolisches Ereignis trat bei 42% mit der 3er-Kombination auf vs. 25% mit nab-P + Gem.

PEGPH20 in Kombination mit der Standardtherapie nab-Paclitaxel + Gemcitabin wurde von Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren des Pankreas insgesamt gut toleriert und könnte sich als eine Option für Patienten mit hohen Tumor-HA-Spiegeln erweisen.

as

Literatur:

(1) Hendifar A et al. Ann Oncol 2015, 26 (suppl 4): iv117. doi: 10.1093/annonc/mdv262.02.


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