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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. Mai 2008 Metastasiertes Mammakarzinom: Liposomales Doxorubicin erweitert Therapieoptionen

Anthrazykline sind neben den Taxanen die wirksamsten Substanzen bei Brustkrebs, betonte Matti Aapro, Genolier/Schweiz, während eines Satellitensymposiums im Rahmen der 6th Breast Cancer Conference (EBCC-6) in Berlin. Anthrazyklin-haltige Schemata stellen den Standard in der adjuvanten Therapie des Mammakarzinoms dar, auch in der Erstlinientherapie des metastasierten Mammakarzinoms zählen sie zur Therapie der ersten Wahl, selbst bei Anthrazyklin-vorbehandelten Patienten, berichtete Nadia Harbeck, München. Limitierend ist die Kardiotoxizität ab einer bestimmten kumulativen Dosis, insbesondere bei Anthrazyklin-vorbehandelten oder kardial vorgeschädigten Patientinnen. Als eine ebenso wirksame, jedoch deutlich weniger kardiotoxische Therapieoption bietet sich die liposomale Verkapselung des Wirkstoffs Doxorubicin an, sowohl als Monotherapie als auch in Kombination z.B. mit Taxanen oder Trastuzumab als zukünftige Optionen, was bisher mit freien Anthrazyklinen nicht durchführbar war.
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In der Erstlinientherapie des metastasierten Mammakarzinoms wird bei Tumoren, die auf eine Hormontherapie nicht ansprechen, meist eine Monotherapie mit einem Anthrazyklin oder einem Taxan durchgeführt – obwohl eine Cochrain Metaanalyse für eine Kombinationstherapie eine zwar moderate, aber doch statistisch signifikante Verbesserung des Überlebens nachweisen konnte. Allerdings ist dies mit einer signifikant gesteigerten Toxizität verbunden, so dass eine Kombinationstherapie meist nur bei stark progredienter Erkrankung eingesetzt wird, wenn ein hoher Remissionsdruck besteht, erläuterte Aapro. Wurde adjuvant ein Anthrazyklin eingesetzt, so bietet sich laut Aaparo eine Anthrazyklin-freie Kombination an oder eine erneute Monotherapie mit einem Anthrazyklin, vorzugsweise mit liposomal verkapseltem Doxorubicin (z.B. Myocet®). Bei einer Vortherapie mit einem Anthrazyklin und einem Taxan gibt es die beste Evidenz für liposomales Doxorubicin und Capecitabin in der Firstline-Therapie, so Aapro.

Ab einer kumulativen Dosis von 400 mg/m2 freiem Doxorubicin steigt das Risiko eine Herzinsuffizienz zu entwickeln signifikant an, wie Swain et al. in einer Metaanalyse an 630 Tumorpatienten aufzeigen konnten, berichtete Harbeck. Liposomal verkapseltes Doxorubicin ist kardial signifikant besser verträglich als freies Anthrazyklin bei gleicher Effektivität sowohl in der Monotherapie als auch in der Kombinationstherapie, wie inzwischen eine Reihe von Studien belegen. Darüber hinaus war nicht-pegyliertes liposomales Doxorubicin in einer retrospektiven Analyse von Batist et al. bei Patienten, die mit Anthrazyklinen vortherapiert waren, effektiver als freies Anthrazyklin in der Erstlinientherapie des metastasierten Mammakarzinoms.

Frans L.G. Erdkamp, Sittard/Niederlande, präsentierte neue Daten zur Kombinationstherapie mit nicht-pegyliertem liposomalem Doxorubicin in der Erstinientherapie des metastasierten Mammakarzinoms, – so z.B. die Kombination mit Taxanen und Trastuzumab bei Frauen mit HER2-positiven Tumoren. Dass sich liposomales Doxorubicin problemlos in ein Taxan-/Trastuzumab-haltiges Regime integrieren lässt und diese Kombination bei tolerabler Toxizität zu außerordentlich hohen Ansprechraten führt, zeigen inzwischen mehrere Phase-I-und Phase-II-Studien (z.B. Cortes et al., Anton et al.), berichtete Maria Theoudoulou, New York/USA. Nach einer Sicherheitsanalyse von 5 Phase I/II-Studien lag die Rate kardialer Ereignisse unter 5%.
Eine Reihe von Phase-II-Studienergebnisse untermauern die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit von Myocet® als Kombinationspartner von Docetaxel, Gemcitabin und Cyclo-phosphamid in der Erstlinienbehandlung von Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs. In den Studien zeigten sich hohe Remissionsraten, die meist zwischen 60 und 70% lagen, wobei es keine Hinweise auf eine erhöhte Kardiotoxizität gab.

Etwa ein Drittel der Frauen mit Brustkrebs sind 70 Jahre und älter. Freie Anthracycline erhöhen bei über 65-Jährigen bereits ab einer kumulativen Dosis von 400 mg/m2 das Risiko für eine Herzinsuffizienz signifikant, wobei gerade bei älteren die linksventrikuläre Auswurffraktion keinen verlässlichen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko gibt, sagte Etienne Brain vom René Huguenin Cancer Center, in Saint-Cloud, Frankreich.

Studien mit weniger kardiotoxischen, jedoch deshalb nicht weniger effektiven Substanzen sind dringend gefordert, so Brain. Die Studie GERICO 06 (adjuvant program), die vor kurzem geschlossen wurde, untersucht den Vorteil von 4 Zyklen mit nicht-pegyliertem liposomalen Doxorubicin plus Cyclophosphamid in Hinblick auf verschiedene Aspekte wie Effektivität, Lebensqualität, Akzeptanz und Verträglichkeit.
Je fortgeschrittener die Erkrankung, um so mehr treten Lebensqualität, Verträglichkeit und Akzeptanz der Therapie in den Vordergrund, betonte Brain abschließend.

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Quelle: Metastatic Breast Cancer, New Opportunities for Anthracyclines, Satelliten-Symposium unterstützt von Cephalon Europe, 6th European Breast Cancer Conference (EBCC-6),Berlin, 16.4.2008


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