Mittwoch, 28. Oktober 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Giotrif
Giotrif

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

28. Oktober 2007 Metastasiertes Kolorektalkarzinom: Gezielte Anti-EGFR-Therapie hocheffektiv bei KRAS-Wildtyp

ECCO 14 Barcelona 23. - 27. September 2007

Bereits frühere Studien lieferten Hinweise darauf, dass eine Mutation im KRAS-Gen ein prädiktiver Faktor für das Ansprechen auf eine Anti-EGFR-Therapie ist. Diese Hinweise bestätigt nun die Analyse einer randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studie mit Panitumumab bei therapierefraktären Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom: Nur in der Subgruppe mit normalem KRAS (sog. „Wildtyp“ ) erwies sich Panitumumab als effektiv, nicht jedoch bei Patienten mit einer KRAS-Mutation (#7LB). Aufgrund dieser Daten hat sich vor kurzem das CMHP (European Committee for Medicinal Products for Human Use) positiv dazu geäußert, Panitumumab in der EU für Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom zuzulassen, die keine KRAS-Mutation aufweisen.
Mindestens 40% der Patienten mit Kolorektalkarzinom haben eine Mutation im KRAS-Gen, etwa 60% sind dem sog. Wildtyp zuzuordnen. KRAS codiert ein Protein, das innerhalb der intrazellulären Signalkaskade eine wichtige Rolle in der Onkogenese einzunehmen scheint. Liegt eine Genmutation vor, so ist das KRAS-Protein offensichtlich immer aktiv, auch wenn der EGFR-Rezeptor blockiert wird.

In einer randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studie konnte bei stark vortherapierten Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom, die auf eine Standardtherapie nicht mehr angesprochen hat­ten, mit Panitumumab als Monotherapie das progressionsfreie Überleben im Vergleich zu „best supportive care“ (BSC) signifikant verlängert und die Ansprechrate erhöht werden. Bei über 90% dieser Patienten war das Tumormaterial noch verfügbar und der KRAS-Status konnte in einer zusätzlichen Evaluation bestimmt werden.

Diese Analyse ergab keinen Vorteil für die Patienten mit KRAS-Mutation durch eine Therapie mit dem EGFR-Inhibitor, unabhängig vom Endpunkt (Medianes Überleben 7,4 vs. 7,3 Monate; komplettes und partielles Ansprechen: 0% vs. 0%). Hingegen ergab die Analyse, dass mehr als die Hälfte der Patienten mit KRAS-Wildtyp von der Anti-EGFR-Therapie mit Panitumumab profitieren: Die Krankheitskontrollrate (CR, PR, SD) betrug 51% bei einer medianen Überlebenszeit von 12,3 versus 7,3 Wochen (p<0,0001). Eric van Cutsem: „Für Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom, die Fluoropyrimidin-, Oxaliplatin- und Irinotecan-refraktär sind, ist die Anti-EGFR-Therapie bei dem KRAS-Wildtyp effektiv, nicht jedoch bei Patienten mit einer KRAS-Mutation.“

Der KRAS-Status kann somit zukünftig als Biomarker herangezogen werden, um die Patienten zu selektieren, die von einer Panitumumab-Therapie profitieren können. 0

Quelle:


Anzeige:
Tecentriq
Tecentriq
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Metastasiertes Kolorektalkarzinom: Gezielte Anti-EGFR-Therapie hocheffektiv bei KRAS-Wildtyp"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab