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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

08. September 2017 Melanom-Hirnmetastasen: Hohe intrakranielle Ansprechrate mit kombinierter Immuntherapie

Ein Großteil der Melanom-Patienten im Stadium IV entwickelt Hirnmetastasen, die mit einer ungünstigen Prognose einhergehen. Von großer klinischer Relevanz sind daher die aktuellen Daten von Studien, welche die Kombination Ipilimumab (IPI) plus Nivolumab (NIVO) untersuchen. Dazu zählt die Phase-II-Studie CheckMate-204, in der Patienten unter IPI plus NIVO eine hohe und anhaltende intrakranielle Ansprechrate aufweisen.
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In der CheckMate-204-Studie erhielten 75 Melanom-Patienten mit Hirnmetastasen 4 Dosen IPI+NIVO im Abstand von 3 Wochen als Induktionstherapie und anschließend eine Erhaltungstherapie mit NIVO bis zu Progression oder Toxizität (1). Eine vorherige Therapie mit BRAF/MEK-Inhibitoren oder eine stereotaktische Bestrahlung waren erlaubt. Diese Vorgehensweise entspricht laut Dr. Kai-Martin Thoms, Göttingen, durchaus dem klinischen Alltag.

Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 9,2 Monaten lag die intrakranielle Ansprechrate (clinical benefit rate) bei 60%. „Dabei erreichten 21% der Patienten eine komplette Remission, 33% eine partielle Remission und 5% eine Krankheitsstabilisierung“, berichtete der Dermatoonkologe. Viele Patienten sprachen bereits früh auf die Kombinationstherapie an und profitierten anhaltend – die mediane Ansprechdauer ist noch nicht erreicht. Das intrakranielle 6-Monats-Progressionsfreie Überleben (PFS) betrug 67%. Bei 52% der Patienten traten Nebenwirkungen von Grad-3/4 auf. Neue intrazerebrale Toxizitäten wurden jedoch nicht beobachtet.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgte die ABC-Studie, die NIVO + IPI (n=26) mit NIVO alleine (n=27) verglich (2). „Das Patientenkollektiv war noch schwerer betroffen. Dies schlägt sich in den Ergebnissen nieder, die Ansprechraten sind mit einer intrakraniellen Ansprechrate von 42% aber immer noch sehr gut“, erklärte Thoms. Zum Vergleich: Die intrakranielle Ansprechrate unter NIVO alleine lag bei 20%. Das 6-monatige intrakranielle PFS fiel mit 46% versus 28% ebenfalls zugunsten von NIVO + IPI aus, gegenüber NIVO alleine.

Patienten, die mit BRAF/MEK-Inhibitoren vorbehandelt waren (n=16), zeigten geringere Ansprechraten (16% objektive Ansprechrate). Die Autoren der Studie plädierten aufgrund dieser Ergebnisse dafür, die Immuntherapie als Erstlinientherapie einzusetzen und nicht primär mit zielgerichteter Therapie zu behandeln. Laut Thoms zeichnet sich hier möglicherweise ein Paradigmenwechsel ab.
 

Dr. Marion Hofmann-Aßmus

Quelle: Pressegespräch „Immunonkologisches Update: Erfahrungen mit immunonkologischen Therapien – Einblicke in den Behandlungsalltag“, 18.07.2017, München; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb

Literatur:

(1) Hussein T et al. ASCO 2017 Abstract 9507.
(2) Long GV et al. ASCO 2017 Abstract 9508.


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