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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

16. September 2019 Palbociclib: hohe Evidenz für Wirksamkeit, Sicherheit und gute Lebensqualität

HR+, HER2- Mammakarzinom: CDK4/6-Inhibitoren überzeugen auch im klinischen Alltag

Die endokrin-basierte Kombinationstherapie mit einem CDK4/6-Inhibitor hat die Situation von Patientinnen mit metastasiertem Hormonrezeptor-positiven und HER2-negativen (HR+, HER2-) Mammakarzinom deutlich verbessert. Im Vergleich mit der endokrinen Monotherapie ist die Ansprechrate höher und die Patientinnen bleiben bei guter Lebensqualität etwa doppelt so lange ohne Progression, ohne dass dieser Vorteil im Therapieverlauf verloren geht (1-5). Auch die Notwendigkeit für eine Chemotherapie lässt sich deutlich hinauszögern (1).
„Beim metastasierten HR+, HER2-Mammakarzinom sind CDK4/6-Inhibitoren eine wichtige Ergänzung zur endokrinen Therapie, um die Ansprechrate zu erhöhen (1-3) und die Tumorprogression signifikant zu verzögern (1, 3, 6)“, erläuterte Prof. Dr. Achim Wöckel, Universitätsklinikum Würzburg. Die Lebensqualität der Patientinnen bleibe unter der Palbociclib*-Kombinationstherapie erhalten (4, 5).


Langer Erhalt der Lebensqualität als Therapieziel

Eine gute Lebensqualität und die Patientinnen lange im sozialen Leben zu halten, seien wichtige Therapieziele in der metastasierten Situation, betonte Wöckel. Die vorliegenden Studiendaten zeigen, dass dies mit den CDK4/6-Inhibitoren möglich ist.

Der erste CDK4/6-Inhibitor Palbo-ciclib (Ibrance®) wurde vor knapp -3 Jahren in Deutschland für das HR+, HER2- lokal fortgeschrittene/metastasierte Mammakarzinom zugelassen (7). Mittlerweile sind 3 CDK4/6-Inhibitoren verfügbar. Die Datenlage ist laut Wöckel sehr konsistent (3, 8). Wöckel fuhr fort: „Wir können das Fortschreiten der Metastasierung und damit auch die Chemotherapie-Indikation deutlich hinauszögern, ohne die Wirksamkeit von Folgetherapien zu beeinträchtigen (1). Auch das bedeutet Lebensqualität für unsere Patientinnen.“


Chemotherapie erfolgreich hinauszögern

Er verwies u.a. auf die PALOMA-2-Studie (1). In der randomisierten Phase-III-Studie erreichte die Erstlinientherapie Palbociclib/Letrozol gegenüber der alleinigen Letrozol-Gabe fast eine Verdopplung des medianen progressionsfreien Überlebens (PFS: 27,6 vs. 14,5 Monate; HR=0,56; p<0,0001) (1). Die Daten zu den Folgetherapien zeigen, dass die Chemotherapie-Indikation um zusätzliche 10,5 Monate hinausgezögert werden konnte (Abb. 1) (1). Durch die Hinzugabe des CDK4/6-Inhibitors in der Erstlinie war eine Chemo-therapie im Median erst nach 3 Jahren erforderlich (1).
 
Abb. 1: Mit Palbociclib im Median 3 Jahre ohne Chemotherapie: Die Kombinationstherapie mit Palbociclib/Letrozol (PAL/LET) zögert gegenüber der Letrozol-Monotherapie die nachfolgende Chemotherapie-Indikation um weitere 10,5 Monate hinaus (mod. nach (1)). EFS=event-free survival
Mit Palbociclib im Median 3 Jahre ohne Chemotherapie


CDK4/6-Inhibition – First-line-Option für alle Subgruppen

Auch Patientinnen mit Leber- und/oder Lungenmetastasen profitierten von einem Erstlinien-Einsatz des CDK4/6-Inhibitors zur endokrinen Therapie, ergänzte Prof. Dr. Bahriye Aktas, Universitätsklinikum Leipzig. Viszeral metastasierte Patientinnen benötigten ein schnelles Ansprechen, weshalb sie in der Vergangenheit häufig initial eine Chemotherapie erhalten haben. Die endokrin-basierte Kombinationstherapie mit einem CDK4/6-Inhibitor wirke innerhalb von 6-8 Wochen, sodass „wir selbst viszeral metastasierten Patientinnen den initialen Einsatz der Chemotherapie ersparen können, ohne dass sie prognostische Nachteile haben“, betonte Aktas.

Dies untermauern aktuelle Studiendaten: In einer asiatischen Phase-II-Studie bei prämeno-pausalen Patientinnen mit HR+, HER2- metastasiertem bzw. inoperablem lokal fortgeschrittenen Mammakarzinom, von denen etwa die Hälfte viszeral metastasiert war, erreichte die endokrin-basierte Kombinationstherapie mit dem CDK4/6-Inhibitor Palbociclib im „Head-to-Head“-Vergleich mit der Chemotherapie (Capecitabin) nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 17 Monaten signifikante Vorteile beim medianen PFS (20,1 vs. 14,4 Monate; p=0,0469; HR=0,659) (9).


Patientenzufriedenheit ist hoch

Eine Web-basierte Umfrage bei 604 Patientinnen mit HR+, HER2- metastasiertem Mammakarzinom aus insgesamt 6 Ländern – darunter 100 Patientinnen aus Deutschland (10) – belegt eine hohe Akzeptanz und Zufriedenheit mit der Therapie**: Mehr als 96% der Frauen gaben an, dass die Behandlung mit Palbociclib ihre Erwartungen erfülle oder übertreffe, 92% beschrieben die Nebenwirkungen als „wie erwartet“oder „besser als erwartet“.

Die hohe Patientenzufriedenheit resultiere auch aus der guten Verträglichkeit der CDK4/6-Inhibitoren, so Wöckel. Eine Hauptnebenwirkung, die Neutropenie, lasse sich meist mit einer Therapieunterbrechung oder Dosisreduktion handhaben, ohne dass die Wirksamkeit der Behandlung leide (11). Die Neutropenien seien in der Regel asymptomatisch, ergänzte Aktas. Febrile Neutropenien seien sehr selten. Gleichwohl sei es wichtig, regelmäßig Blutbildkontrollen durchzuführen. Die gepoolten Daten der PALOMA-Studien (-1/2/3; n=872) (12) zeigen im Langzeitverlauf, dass unter der endokrinen Kombinationstherapie mit Palbociclib auch keine kumulative Toxizität auftritt.


Fazit für den klinischen Alltag

Die endokrine Kombinationstherapie mit einem CDK4/6-Inhibitor wie Palbociclib hat sich im klinischen Alltag zur Behandlung von Patientinnen mit HR+, HER2- metastasiertem Mammakarzinom als Standardoption etabliert (13). Der erzielte PFS-Vorteil geht im Therapieverlauf nicht verloren. Die Chemotherapie lässt sich erfolgreich hinauszögern, ohne dass sie als Option in einer späteren Linie verloren geht (1). Für die Patientinnen bedeutet dies Erhalt von Lebensqualität (1).


Mit freundlicher Unterstützung der Pfizer Pharma GmbH

* Palbociclib (Ibrance®) ist angezeigt zur Behandlung von Hormonrezeptor (HR)-positivem, humanem-epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebs in Kombination mit einem Aromatasehemmer sowie in Kombination mit Fulvestrant bei Frauen, die zuvor eine endokrine Therapie erhielten. Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die endokrine Therapie mit einem LHRH-Agonisten (LHRH = Luteinizing Hormone-Releasing Hormone) kombiniert werden (7).

** In einer Beobachtungsstudie mit Querschnittsdesign wurden 604 erwachsene Patienten mit selbstberichtetem HR+, HER2- metastasierten Mammakarzinom aus 6 Ländern in einer Web-basierten Umfrage befragt (September 2017 bis Januar 2018). Zum Zeitpunkt der Umfrage mussten die Patienten mindestens 2 Monate Palbociclib in Kombination mit einem Aromatase-Inhibitor oder Fulvestrant eingenommen haben (10)

Literatur:

(1) Rugo HS et al. Breast Cancer Res Treat 2019;174(3):719-29.
(2) Turner NC et al. N Engl J Med 2015; 373(3):209-19.
(3) Eggersmann TK et al. BioDrugs 2019; 33(2):125-35.
(4) Rugo HS et al. Ann Oncol 2018;29(4): 888-94.
(5) Harbeck N et al. Ann Oncol 2016; 27(6): 1047-54.
(6) Turner NC et al. N Engl J Med 2018; 379(20):1926-36.
(7) Fachinformation Ibrance®. Aktueller Stand.
(8) Banys-Paluchowski M et al. Curr Opin Obstet Gynecol 2019;31(1):56-66.
(9) Park YH et al. Annual Meeting of the American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2019. DOI: 10.1200/JCO.2019.37.15_suppl.1007.
(10) Darden C et al. Future Oncol 2019; 15(2):141-50.
(11) Verma S et al. Oncologist 2016;21:1-11 (supplementay).
(12) Diéras V et al. J Natl Cancer Inst 2019; 111(4):419-30.
(13) www.ago-online.de.


▼Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, s. Abschnitt 4.8 der Fachinformation.

Ibrance® 75 mg Hartkapseln, Ibrance® 100 mg Hartkapseln, Ibrance® 125 mg Hartkapseln.
Wirkstoff: Palbociclib. Zusammensetzung: Wirkstoff: 1 Hartkps. enth. 75 mg/ 100 mg/ 125 mg Palbociclib. Sonst. Bestandteile: Kapselinhalt: mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat. Kapselhülle: Gelatine, Eisen(III)oxid (E 172), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172), Titandioxid (E 171). Drucktinte: Schellack, Titandioxid (E 171), Ammoniaklösung (28%ige Lösung), Propylenglycol, Simeticon. Anwendungsgebiete: Zur Behandl. v. Hormonrezeptor (HR)-pos., humanem epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-neg. lokal fortgeschr. od. metastasiertem Brustkrebs, in Komb. m. e. Aromatasehemmer od. in Komb. m. Fulvestrant b. Frauen, die zuvor e. endokrine Ther. erhielten. B. prä- od. perimenopausalen Frauen, sollte d. endokrine Ther. m. e. LHRH-Agonisten komb. werden. Gegenanzeigen: Überempfindlichk. gg. d. Wirkstoff od. e. d. sonst. Bestandt. Die Anw. v. Arzneim., die Johanniskraut enthalten. Nebenwirkungen: Sehr häufig: Infektionen; Neutropenie (Neutrophilenzahl vermindert), Leukopenie (Leukozytenzahl vermindert), Anämie (Hämoglobin erniedrigt, Hämatokrit vermindert), Thrombozytopenie (Thrombozytenzahl vermindert); vermind. Appetit; Stomatitis (Stomatitis aphthosa, Cheilitis, Glossitis, Glossodynie, Mundulzeration, Schleimhautentzünd., Mundschmerzen, Beschwerden im Oropharynx, Schmerzen im Oropharynx), Übelk., Diarrhö, Erbrechen; Ausschlag (Ausschlag makulo-papulös, Ausschlag m. Juckreiz, Ausschlag erythematös, Ausschlag papulös, Dermatitis, Dermatitis acneiform, toxischer Hautausschlag), Alopezie; Fatigue, Asthenie, Pyrexie. Häufig: febrile Neutropenie; Dysgeusie; verschwommenes Sehen, verstärkte Tränensekretion, trockene Auge; Epistaxis; trockene Haut; ALT erhöht, AST erhöht. Warnhinweise: Enthält Lactose. Weitere Informationen s. Fach- u. Gebrauchsinformation. Abgabestatus: Verschreibungspflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Pfizer Europe MA EEIG, Boulevard de la Plaine 17, 1050 Brüssel, Belgien. Repräsentant in Deutschland: PFIZER PHARMA GmbH, Linkstr. 10, 10785 Berlin. Stand: November 2018.


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