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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

03. August 2015 Metastasiertes HR+/HER2- Mammakarzinom: Endokrine Therapie ist erste Option

Die endokrine Therapie ist die erste Option in der Behandlung des metastasierten Hormonrezeptor-positiven (HR+) Mammakarzinoms. Die Patientinnen sollten so lange wie möglich endokrin behandelt werden, um ihnen die Nebenwirkungen einer Chemotherapie möglichst lange zu ersparen, sagte Prof. Peter Fasching, Erlangen. Die meisten Patientinnen entwickeln eine endokrine Resistenz. Diese kann der duale Wirkansatz von Exemestan und Everolimus überwinden.

Um eine endokrine Resistenz rechtzeitig zu diagnostizieren, sollte laut Fasching ca. 3 Monate nach Therapiewechsel ein Re-Staging durchgeführt werden, damit man bei prothrahiertem Verlauf (z.B. nur Knochenmetastasen) nicht mit unwirksamen Therapien dem schleichenden Progress hinterher therapiert.

Der duale Wirkansatz von Exemestan + Everolimus kann eine endokrine Resistenz überwinden. Daher empfiehlt die AGO diese Kombination beim HR+ metastasierten Mammakarzinom in der Erstlinie bei frühem Rezidiv, d.h. bei kurzem therapiefreien Intervall (≤ 12 Monate) nach adjuvanter AI-Therapie und in der 2. und 3. Linie bei spätem Rezidiv (> 12 Monate therapiefreies Intervall).

Die AGO-Empfehlungen basieren auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie BOLERO-2 (1). Die finale 18-Monats-Analyse ergab ein medianes progressionsfreies Überleben (mPFS) von 11,0 Monaten für Everolimus plus Exemestan vs. 4,1 Monate in der Vergleichsgruppe mit Placebo plus Exemestan mit einer HR von 0,38 in der zentralen Auswertung (p<0,0001). Besonders profitierten Patientinnen in der Erstlinientherapie von Everolimus plus Exemestan mit einem mPFS von 15,2 Monaten vs. 4,2 Monaten unter Placebo plus Exemestan (HR=0,32). Dies zeigte eine retrospektive Subgruppenanalyse (2). Alle Subgruppen hatten einen signifikanten und konsistenten Nutzen von der Kombination.

Dr. Hans-Christian Kolberg, Essen, riet dazu, möglichst immer eine Re-Biopsie durchzuführen, da sich der Rezeptorstatus ändern kann. „Dadurch bessert sich die Prognose, weil man dann eine zielgerichtete Therapie anbieten kann.“

Die zweite Interimsanalyse der multizentrischen Beobachtungsstudie BRAWO bestätigt die Wirksamkeit von Everolimus + Exemestan im Routineeinsatz beim fortgeschrittenen Mammakarzinom. Die Verträglichkeit war im klinischen Alltag sogar besser als in der Zulassungsstudie, berichtete Dr. Joachim Bischoff, Dessau-Roßlau. Die meisten Nebenwirkungen treten innerhalb der ersten 6 Therapiewochen auf. Bischoff empfahl deshalb, die Patientinnen im ersten Monat 1x wöchentlich einzubestellen und sie auf mögliche Nebenwirkungen schon im Vorfeld anzusprechen. Eine Stomatitis beispielsweise würde sich mitunter schneller als mit Zytostatika entwickeln. Eine sehr wichtige Rolle spielt hier die intensive Aufklärung der Patientin u.a. über prophylaktische Maßnahmen wie Mundhygiene, regelmäßige Mundspülungen, Ernährungs-tipps und Zahnarztkontrollen. Laborwerte sollten vor Beginn der Therapie und dann in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden, z.B. alle 4 Wochen, bei Bedarf auch häufiger. „Ein gutes Therapiemanagement kann die Effektivität einer Therapie steigern“, sagte Bischoff abschließend.

(as)

Quelle: Workshop „Mammakarzinom im Dialog“, 35. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie, 26.06.2015 Leipzig; Veranstalter: Novartis Oncology

Literatur:

(1) Yardley DA et al. Adv Ther 2013;30:870-884.
(2) Beck JT et al. Breast Cancer Res Treat 2014; 143:459-467.


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