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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

01. Mai 2004 Mamma-Screening: Von der Grauzone in die Nullzone?

Anfang des Jahres 2004 wurden die Krebsfrüherkennungsrichtlinien gemäß den Europäischen Leitlinien um die Screening-Mammographie erweitert. Wann jedoch mit einer flächendeckenden Versorgung zu rechnen ist, kann bis jetzt offensichtlich noch niemand beantworten, wie auf der Pressekonferenz der DGGG deutlich wurde.
In Deutschland werden über 60% der Brustkrebserkrankungen erst ab Stadium II diagnostiziert. Nur ein qualitätsgesichertes, fachübergreifendes Brustkrebsfrüherkennungsprogramm verspricht eine deutliche Verbesserung, betonte Dr. Ute Albert, Leiterin Brustzentrum-Regio der Klinik für Gynäkologie, gynäkologische Endokrinologie und Onkologie der Philipps-Universität Marburg.
Zur Brustkrebsfrüherkennung gibt es in Deutschland eine Leitline, die der höchsten Stufe (S3) des internationalen Leitlinien-Entwicklungssystems der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) entspricht. Sie stellt derzeit international die aktuellste und umfangreichste Leitlinie auf dem Sektor medizinisch-wissenschaftlicher Empfehlungen zur Brustkrebsfrüherkennung dar.
Teil des Früherkennungsprogramms ist die Implementierung eines flächendeckenden Mammographie-Screenings für beschwerdefreie Frauen der Altersgruppe zwischen 50-69 Jahre. Die Voraussetzung dafür wurde vom Gesetzgeber geschaffen. Mit dem Screening kann aber erst begonnen werden, wenn die Länder den Screening-Einheiten die Zulassung nach der Röntgenverordnung erteilt haben. Nur dann wird das Screening von den gesetzlichen Kassen als Vorsorgemaßnahme bezahlt. Diese Einheiten müssen aber in den meisten Regionen der Bundesrepublik erst geschaffen werden. „Außer in drei Modellprojekten gibt es derzeit in Deutschland keine Screening-Einheiten“, sagte Irmgard Naß-Griegoleit, Präsidentin der Women’s Health Coalition e.V. (WHC).Da zur Zeit offensichtlich niemand den Status quo kennt, forderte sie mehr Transparanz sowie die Einführung eines Projektmanagements. Nach der Röntgenverordnung haben beschwerdefreie Frauen keinen Anspruch auf eine Mammographie außerhalb von Screeningeinheiten. Zur Zeit gibt es nur in Bayern eine Übergangsregelung für ein Jahr. Alle Ärzte, die Mammographien durchführen, mussten eine Prüfung ablegen. Es könne aber nicht angehen, dass aus einem schlechten Zustand ein Nullzustand wird, meinte Prof. G. Bastert, Vorsitzender der AGO und der DGGG, Heidelberg. Inzwischen könnte man seiner Meinung nach zumindest die Doppelbefundung einführen. Zur Zeit gibt es in Bayern aber nur 4 Ärzte, die jährlich mehr als 5000 Befunde beurteilen und damit als Zweitbefunder in Frage kämen.

as

Quelle: Pressekonferenz der DGGG im Rahmen des Deutschen Krebskongresses 2004, Berlin,
1. März 2004-03-08


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