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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

16. Dezember 2006 Malignes Pleuramesotheliom: Mit multimodalen Therapiekonzepten zum therapierbaren Tumor

Erst durch die Einführung von Pemetrexed (Alimta®) konnten in der Therapie des Pleuramesothelioms Fortschritte erzielt werden, die sich in einer signifikant längeren Überlebenszeit für die Patienten ausdrückten. Das Antifolat gilt deshalb heute als Medikament der Wahl beim Pleuramesotheliom und bildet inzwischen die Basis für multimodale Therapiekonzepte, mit denen sich Überlebensraten erzielen lassen, die man vor wenigen Jahren noch als unrealistisch betrachtet hatte.

Das maligne Pleuramesotheliom ist ein problematischer Tumor, der großflächig die Oberfläche des Lungenfells und des Brustfells befällt und nur selten frühzeitig diagnostiziert wird. Selbst nach radikaler Operation, bei der die befallene Lunge und Teile des Zwerchfells entfernt werden, treten häufig Rückfälle auf. Wegen der großflächigen Ausdehnung ist eine Strahlentherapie problematisch, weshalb sich inzwischen die lokale Strahlentherapie von Stichkanälen etabliert hat, erläuterte Dr. Martin Reck, Großhansdorf.

Eine Chemotherapie allein erzielt nur niedrige Ansprechraten. Den ersten großen Fortschritt in der Behandlung des Pleuramesothelioms brachte erst die Einführung des Multitarget-Antifolats Pemetrexed. Eine Behandlungsstudie mit 448 Patienten in den USA hatte gezeigt, dass, 41% der Patienten auf die Kombination von Pemetrexed mit Cisplatin ansprachen gegenüber nur 17% auf Cisplatin alleine. Die Auswertung der Daten zeigte außerdem einen statistisch signifikanten Überlebensvorteil für die Kombination Pemetrexed/Cisplatin gegenüber der Cisplatin-Monotherapie (12,1 Monate versus 9,3 Monate). Nach einem Jahr lebten noch mehr als die Hälfte der Patienten, die in den Pemetrexed/Cisplatin-Arm eingeschlossen wurden verglichen mit 38% im Cisplatin-Arm. Die Zeit bis zur Progression betrug 5,7 versus 3,9 Monate (p= 0,008). Durch die effektive antitumorale Wirksamkeit der Therapie verbesserten sich bei den Patienten auch Symptome wie Husten, Atemnot und Schmerzen, sowie Lungenfunktion und Lebensqualität signifikant, berichtete Reck. Die Verträglichkeit von Pemetrexed konnte durch die Supplementation von Folsäure/Vitamin B12 deutlich verbessert werden.


Erste Daten zur multimodalen Therapie

Inzwischen gibt es auch erste viel versprechende Daten zur multimodalen Therapie des malignen Pleuramesothelioms (Kerstenholz et al.), bei der nach einer Induktionschemotherapie (Gemcitabin + Cisplatin) eine radikale Resektion mit anschließender Bestrahlung erfolgte. Trotz dieser anspruchsvollen Kombinationstherapie sind die operative Mortalität und die Komplikationsrate nicht größer als nach Pleuropneumonektomie allein. Das mediane Überleben ist mit 23 Monaten besser als bei allen bisher publizierten Daten. Diese Studie bildet derzeit das Grundkonzept für viele weiterführende Studien, wie zum Beispiel für die schweizerische Studie SAKK, die derzeit Patienten rekrutiert. Die Induktionstherapie in dieser Studie besteht aus 3 Zyklen Pemetrexed + Cisplatin, gefolgt von radikaler Resektion mit oder ohne Radiotherapie.

Ein weiterer innovativer Therapieansatz ist die Dreierkombination Gemcitabin/Cisplatin + Bevacizumab als Induktionschemotherapie. Erste Ergebnisse zeigen, dass das Überleben der Patienten hier mit dem VEGF-Spiegel korreliert.

as

Quelle: Lilly Onkologie Symposium anlässlich der gemeinsamen Jahrestagung der DGHO, Leipzig, 5. November 2006


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