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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. Februar 2008 MDS: Verlängerung des Überlebens durch Azacitidin

The American society of hematology: 49th annual meeting and exposition 8. - 11. Dezember 2007, georgia world congress center, atlanta, Georgia, USA

Bei manchen Tumoren stehen ursächlich nicht so sehr Mutationen in Genen im Vordergrund als vielmehr Störungen der Expression solcher Gene. Solche „epigenetischen“ Veränderungen sind in den letzten Jahren ins Blickfeld von Hämatologen und Onkologen gerückt, und das hat auch bereits therapeutische Konsequenzen: Bei myelodysplastischen Syndromen mit hohem Risiko kann ein Medikament, das die Hypermethylierung von Gensequenzen unterdrückt, überlebensverlängernd wirken.
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Bei den myelodysplastischen Syndromen (MDS) scheint die Hypermethylierung eine wichtige Rolle zu spielen. Um sie zu unterbinden, wurde Azacitidin entwickelt, das in einer CALGB-Studie keinen klaren Vorteil gegenüber konventioneller Therapie erkennen ließ; der Grund dafür war aber vermutlich, so Pierre Fenaux, Paris, ein sehr hoher Anteil an Patienten mit einem Crossover von der Kontroll- in die Verumgruppe. Fenaux konnte nun eine große internationale Phase-III-Studie vorstellen, in der Azacitidin randomisiert an Patienten mit Hochrisiko-MDS (RAEB, RAEB-T, CMML) getestet worden war. Die 358 eingeschlossenen Patienten erhielten in jedem Fall „Best supportive care“, ein Teil von ihnen außerdem randomisiert eine konventionelle Therapie (niedrig dosiertes Cytarabin oder Standard-Chemotherapie) oder Azacitidin (75 mg/m2 für 7 Tage alle 4 Wochen). Die letztere Therapie wurde so lange gegeben, bis entweder inakzeptable Toxizität oder eine Transformation zu einer akuten myeloischen Leukämie oder eine Krankheitsprogression auftrat. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben; hierbei zeigte Azacitidin eine eindeutige und signifikante Überlegenheit gegenüber der Kontrollbehandlung: Die Medianwerte von 24,4 versus 15,0 Monaten bedeuten eine mediane Überlebensverlängerung um 9,4 Monate. Nach zwei Jahren lebten in der Kontrollgruppe noch 26,2% und in der Verumgruppe mit 50,8% beinahe doppelt so viele Patienten. Auch beim sekundären Endpunkt Progression zur AML oder Tod war Azacitidin signifikant überlegen. Darüber hinaus wurden unter Azacitidin 44% der Patienten unabhängig von Transfusionen, unter der konventionellen Behandlung lediglich 11%. Da Azacitidin zudem auch in dieser Population von überwiegend älteren Patienten eine gute Verträglichkeit aufwies, dürfte es als bisher einziges Medikament seiner Klasse zum neuen Standard in der Behandlung zumindest des Hochrisiko-MDS werden, so Fenaux.

Gu

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