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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

08. Dezember 2004 Liposomales Cytarabin erleichtert Therapie der Meningeosis lymphomatosa

Therapie der Wahl der Meningeosis lymphomatosa war bisher die intrathekale Gabe von Cytarabin, das allerdings alle 2-3 Tage injiziert werden muss. Eine Erleichterung stellt die neue, liposomale Formulierung von Cytarabin dar.
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Als Vorteile der neuen liposomalen Formulierung von Cytarabin (DepoCyte®), gegenüber dem unverkapselten Cytarabin in der Therapie der Meningeosis lymphomatosa, nannte Prof. Dieter Hoelzer, Frankfurt, die längere zytotoxische Aktivität, die bessere Verteilung im lumbalen/ ventrikulären System sowie die Tatsache, dass durch die verzögerte Freisetzung des Wirkstoffs nur alle zwei Wochen eine intrathekale Injektion notwenig ist. Die lange Wirkdauer des neuen Präparats wird durch die neue DepoFoam™-Technologie erreicht, erklärte Dr. Thomas Mehrlich, Cambridge,UK. Das in Wasser gelöste Cytarabin ist in winzigen Lipidpartikeln eingeschlossen, die sich nach der Injektion langsam zersetzen.
In einer multizentrischen, randomisierten Studie an 35 Patienten mit Meningeosis lymphomatosa (Glantz et al., JCO 1999) konnte durch die Behandlung mit dem liposomalen Cytarabin eine höhere Remissionsrate erzielt werden als mit dem unverkapselten Cytarabin (72% versus 18%). Eine Remission war definiert als das Verschwinden von malignen Zellen aus der Zerebrospinalflüssigkeit bei gleichzeitiger Nichtprogression neurologischer Symptome. Die Patienten wurden in zwei Gruppen randomisiert und erhielten intrathekal entweder die DepoCyte® (50 mg alle 2 Wochen) oder unverkapseltes Cytarabin (50 mg 2x wöchentl.). Bei Patienten, die nicht in Remission kamen, wurde die Behandlung nach 4 Wochen unterbrochen. Bei Remission folgte eine Erhaltungstherapie über 29 Wochen. Bezüglich Remissionsdauer, progressionsfreiem Überleben, neurologischer Symptome, Karnofsky Perfomance-Status, Lebensqualität und Gesamtüberlebensrate waren die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen nicht signifikant.
Die Infiltration der Leptomeningen mit malignen Zellen als Ausdruck diffuser Tumorzellaussaat wird immer häufiger bei Karzinompatienten beobachtet. Dies ist v.a. auf die längere Überlebenszeit der Patienten unter Therapie zurückzuführen. Neben den Lymphomen und Leukämien liegen der Meningeosis neoplastica Mamma- und Bronchialkarzinome, gastrointestinale Tumoren und maligne Melanome zugrunde. Die Ansprechquote auf intrathekal verabreichtes Cytarabin ist zwar hier geringer, berichtete Dr. Alois Lang, Feldkirch/Österreich, dennoch würde jeder 3. Patient profitieren, wenn die Behandlung konsequent durchgeführt wird.


Round-table Gespräch „Neue Therapiemöglichkeiten von leptomeningealem Befall bei hämatologisch-onkologischen Erkrankungen“, Innsbruck, 4. Oktober 2004. Veranstalter: Mundipharma GmbH

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