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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

01. April 2008 Lenalidomid: Pharmakokinetik und Dosierung – Therapiemanagement II –

G. Röpke, C. Hahn-Ast, Universitätsklinik Bonn, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Bonn.

Lenalidomid, ein Thalidomid-Derivat mit ausgeprägterer immunmodulatorischer Wirkung, hat wegen hervorragender Ergebnisse in klinischen Studien in der Kombination mit Dexamethason innerhalb kurzer Zeit die Zulassung zur Behandlung des rezidivierten oder refraktären multiplen Myeloms erhalten (2006 in den USA, 2007 EU und Schweiz).
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Pharmakokinetik
Lenalidomid wird nach oraler Aufnahme rasch resorbiert mit einer maximalen Plasmakonzentration 0,5 bis 4 Stunden nach der Einnahme. Die Ausscheidung erfolgt zum größten Teil unverändert über die Niere mit einer Halbwertszeit von drei bis vier Stunden.

Dosierung
Die empfohlene Initialdosis Lenalidomid beträgt 25 mg oral einmal täglich an den Tagen 1-21 der sich wiederholenden 28-Tage-Zyklen. Die empfohlene Dosis Dexamethason beträgt 40 mg oral einmal täglich an den Tagen 1-4, 9-12 und 17-20 eines jeden 28-Tage-Zyklus für die ersten 4 Zyklen der Therapie, und anschließend 40 mg einmal täglich an den Tagen 1-4 des 28-Tage-Zyklus. Die Dosierung wird auf der Basis von klinischen Befunden und Laborbefunden fortgesetzt oder modifiziert. In den Zulassungsstudien wurde die Behandlung bis zum Progress bzw. zum Auftreten einer nicht tolerierbaren Toxizität fortgesetzt.

Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz
Da Lenalidomid vor allem renal ausgeschieden wird, ist bei Niereninsuffizienz eine Dosisanpassung erforderlich, die ebenfalls in der Fachinformation beschrieben ist. Zur Beurteilung der Nierenfunktion ist in diesem Zusammenhang der Kreatininwert im Serum nicht ausreichend, vielmehr muss eine Kreatininclearance berechnet werden. Dies kann durch einen 24-h-Sammelurin geschehen. Alternativ kann sie auch näherungsweise nach Cockcroft-Gault berechnet werden:

Clearance = Gewicht x (140 - Alter) / 72 x Serumkreatinin in mg/dl (x 0,85 für Frauen)

Oft wird die glomeruläre Filtrationsrate gemäß der MDRD-Formel geschätzt, wobei die Genauigkeit bei einer GFR > 60 ml/min/1,73 m2 mit dieser Formel eingeschränkt ist:

GFR (ml/min/1,73 m2) = 1,86 x (Serumkreatinin) -1,154 x (Alter) - 0,203 (x 0,742 für Frauen; x 1,212 für farbige Menschen)

Eine volle Dosierung trotz reduzierter Nierenfunktion sollte unbedingt vermieden werden, da dies zu erhöhten Wirkspiegeln und damit zu einer höheren Rate schwerwiegender Neutropenien führt. Eine Dosisanpassung wegen einer Leberinsuffizienz ist nicht notwendig, weil Lenalidomid nicht wesentlich hepatisch metabolisiert wird.

Um zu untersuchen, ob sich eine Niereninsuffizienz auf die Pharmakokinetik von Lenalidomid auswirkt und wie bei Patienten mit Niereninsuffizienz die Dosis angepasst werden soll, wurde eine Studie an 30 nierenkranken Probanden durchgeführt, auf deren Basis Empfehlungen zur Dosisanpassung von Lenalidomid bei Patienten mit Niereninsuffizienz erstellt wurden [1,2]. Im Folgenden wird ein Myelom-Patient mit Niereninsuffizienz vorgestellt.

Quelle:


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