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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. September 2015 Langzeitdaten zeigen anhaltenden Erfolg mit Dabrafenib beim BRAF-mutierten Melanom

„Wir kommen aus einer Zeit, in der das maligne Melanom für 96% der Patienten gleichbedeutend war mit einem Todesurteil“, berichtete Dr. Peter Mohr, Buxtehude, bei der DDG-Tagung in Berlin. Durch die Einführung neuer Substanzen wie des BRAF-Inhibitors Dabrafenib wurde inzwischen eine deutliche Verlängerung der Überlebenszeit beobachtet: Aktuelle Ergebnisse der BREAK-3-Studie zeigen nach drei Jahren Überlebensraten von 31% für Dabrafenib.

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In der Phase-III-Studie Break-3 wurden Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Melanom mit einer BRAF-V600-Mutation eingeschlossen. In dieser Zulassungsstudie wurde der BRAF-Inhibitor Dabrafenib (Tafinlar®) mit dem Zytostatikum Dacarbazin verglichen, der bisherigen Standardbehandlung beim metastasierten Melanom. Therapieversager unter Dacarbazin konnten im Verlauf der Studie auf Dabrafenib wechseln. „In den Zulassungsstudien hatten mindestens 80% der Patienten von Dabrafenib profitiert“, erläuterte Mohr (1). Im Vergleich zur Analyse von 2013 (2) hatte sich das mediane Gesamtüberleben unter Dabrafenib im Datenschnitt aus dem Jahr 2014 (3) noch verbessert: „20,1 Monate medianes Überleben – das ist wirklich das längste mittlere Überleben, das wir bisher in einer Studie gesehen haben“, erläuterte der Dermatologe. Zwei Jahre nach der Randomisierung waren noch 45% der Patienten im Dabrafenib-Arm am Leben, nach drei Jahren noch 31%. Der geringe Unterschied zum Dacarbazin-Arm mit 28% beruhe laut Mohr auf dem Studiendesign – insgesamt 59% der Patienten hatten aus diesem Arm zu Dabrafenib gewechselt.


Neue Chancen in der Sequenztherapie

„BRAF-Inhibitoren sind inzwischen fester Bestandteil in der Therapie von Patienten mit BRAF-mutiertem inoperablen Melanom“, betonte Prof. Ralf Gutzmer, Hannover. Er beschrieb anhand von Fallbeispielen, dass Melanom-Patienten nun in der Sequenz verschiedener Wirkstoffe auch im metastasierten Zustand mehrere Behandlungsoptionen offenstehen. Nach Therapieversagen eines BRAF-Inhibitors könne man einen weiteren BRAF-Inhibitor oder auch Immuntherapien einsetzen. Nach Therapiepausen werde auch erneutes Ansprechen unter bereits eingesetztem Wirkstoff beobachtet. Selbst wenn die Ansprechraten unter Dacarbazin in den Studien gering waren, sollte man auch diese Option bei einem Progress erwägen – eine seiner Patientinnen sprach darauf an.

Martina Freyer

Quelle: Symposium „Langzeitdaten zur zielgerichteten Therapie des metastasierten Melanoms“, im Rahmen des DDG am 01.05.2015, Berlin; Veranstalter: Novartis

Literatur:

(1) Hauschild A et al. Lancet 2012; 380: 358-365.
(2) Hauschild A et al. J Clin Oncol 2013; 31 (suppl; abstr 9013).
(3) Grob JJ et al. Posterpräsentation SMR-Kongress 2014.


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