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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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27. August 2003

Rezidivtherapie des Ovarialkarzinoms

Längerfristige Behandlung mit Topotecan bietet Überlebensvorteil

Eine prospektive randomisierte, multizentrische Studie, die auf dem ASCO 2003 vorgestellt wurde, bestätigt die bessere Wirksamkeit von Topotecan gegenüber Treosulfan in der Rezidivtherapie des Ovarialkarzinoms nach Primärtherapie mit Carboplatin/Paclitaxel bei guter Verträglichkeit. Eine retrospektive Metaanalyse von 5 multizentrischen Studien weist außerdem darauf hin, dass eine Therapie über 6 Zyklen hinaus mit keinen klinisch relevanten kumulativen Toxizitäten verbunden ist und die Überlebenszeit verlängern kann.
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Selbst nach erfolgter radikaler Tumorchirurgie und hohem Ansprechen auf die First-line-Therapie mit Paclitaxel und Carboplatin entwickeln 65% der Patientinnen mit Ovarialkarzinom ein Tumorrezidiv innerhalb der ersten zwei Jahre postoperativ. Zur Rezidivtherapie bei Ovarialkarzinom gibt es nur 16 randomisierte Phase-III-Studien, aus denen sich kein Vorteil für Paclitaxel, Topotecan oder liposomalem Doxorubicin ableiten lässt, berichtete Prof. Werner Lichtenegger, Berlin. Zu einer der am besten untersuchten Substanzen beim Ovarialkarzinom zählt der Topoisomerase-I-Inhibitor Topotecan (Hycamtin®), der inzwischen in mehr als 70 Ländern für die Secondline-Therapie zugelassen ist.
Die gute Verträglichkeit von Topotecan und die bessere Wirksamkeit im Vergleich zu einer Monotherapie mit Treosulfan bestätigt eine prospektive randomisierte, multizentrische Studie der Studiengruppe Ovarialkarzinom der AGO. Eingeschlossen waren Patientinnen mit einer Platin- und Paclitaxelvorbehandlung sowie einer platinhaltigen Reinduktionstherapie bei Thirdline-Therapie. Die Patientinnen wurden drei Gruppen zugeordnet:
- Patientinnen mit Frührezidiv (S1, Rezidiv <6 Monate),
- Patientinnen mit einem Rezidiv zwischen 6 und 12 Monaten (S2)
- Patientinnen mit Rezidiv nach platinhaltiger Reinduktiontherapie (S3).

Sie erhielten entweder Topotecan 1,5 mg/m2/d, Tag 1-5, Wiederholung am Tag 22 (für Thirdline-Therapie 1,25 mg/m2/d) oder Treosulfan 7 g/m2/d, Wiederholung Tag 22 (für Thirdline-Therapie 5 g/m2/d).
Das Überleben als primärer Endpunkt war unter Topotecan-Therapie für das Gesamtkollektiv sowie für Patientinnen mit Rezidiv 0-12 Monate nach Primärtherapie signifikant länger als unter Treosulfan (13 vs. 11; p=0,0235 bzw. 12 vs. 11 Monate; p=0,0118). Kein signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben zeigte sich in der Gruppe S1, jedoch fiel eine längere progressionsfreie Zeit bei höherer Ansprechrate auf. Ebenfalls auffallend, war laut Prof. Werner Meier, Düsseldorf, die geringe Rate an primären Progressionen unter Topotecan.
In der Thirdline-Therapie bestand kein Unterschied zwischen beiden Therapieregimen, weshalb sich bei erneuter Progression unter Topotecan die Thirdline-Therapie mit Treosulfan anbietet, meinte Müller.
Eine Neutropenie trat unter Topotecan deutlich häufiger auf als unter Treosulfan (48,7 vs. 5%), hatte aber kaum klinische Konsequenzen, daran ersichtlich, dass die Rate der Infektionen und febriler Neutropenien nicht signifikant erhöht war.

Mehr als sechs Zyklen sind sinnvoll
Eine retrospektive Metaanalyse von 5 multizentrischen Studien an 523 Patientinnen mit rezidiviertem Ovarialkarzinom zeigt, dass eine Therapieverlängerung das Gesamtüberleben positiv beeinflussen kann. Die Patientinnen erhielten 1,5 mg/m2/d Topotecan an 5 aufeinander folgenden Tagen. Die erste Gruppe (152 Patientinnen) wurde mit mehr als 6 Zyklen behandelt, die zweite Gruppe erhielt 6 Zyklen oder weniger. Das mediane Überleben in der ersten Gruppe betrug 107 Wochen, in der zweiten Gruppe 46,1 Wochen. Von 66 Remission in der Gruppe mit mehr als 6 Zyklen behandelten Patientinnen stellte sich bei einem Viertel eine Remission erst nach mehr als 5 Zyklen ein, betonte Prof. Volker Möbus, Frankfurt.
Da die Therapie mit Topotecan gut verträglich war und auch nach mehr als sechs Zyklen keine relevanten kumulativen hämatologischen und nichthämatologischen Toxizitäten auftreten, ist es sinnvoll, Patientinnen mit rezidiviertem Ovarialkarzinom, die auf Topotecan ansprechen, über 6 Zyklen hinaus zu behandeln, so die Schlussfolgerung von Möbus.
as
Quelle: Pressegespräch: Therapie des Ovarialkarzinoms: Signifikant länger leben mit Hycamtin®, München, Juni 2003. Veranstalter: GlaxoSmithKline
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