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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. Dezember 2016 Kopf-Hals-Tumoren: Neues Therapiekonzept mit Immuntherapie bei refraktärer Erkrankung

In der Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren ist die Immuntherapie mit PD-1-Inhibitoren bei intensiv vorbehandelten, platinrefraktären Patienten ein vielversprechender Ansatz. Ergebnisse der CheckMate -141-Studie weisen auf einen Therapievorteil in Bezug auf die Wirksamkeit und auch die Verträglichkeit des Checkpoint-Inhibitors Nivolumab im Vergleich zu den etablierten Therapien nach Wahl des Behandlers hin, erklärte Joel Guigay, Nizza, Frankreich, bei einem Satellitensymposium von Bristol-Myers Squibb im Rahmen der ESMO-Jahrestagung.
In der Phase-III-Studie CheckMate -141 wurde die Immuntherapie mit Nivolumab im Vergleich zu einer Therapie nach Wahl des Behandlers geprüft. Eingeschlossen waren 361 Patienten mit Progress innerhalb von 6 Monaten nach der letzten Gabe einer Platin-haltigen Therapie, unabhängig von der Anzahl vorangegangener Therapielinien. Die Patienten erhielten randomisiert Nivolumab (3 mg/kg i.v., q2w) oder eine Monotherapie nach Wahl des Behandlers mit Methotrexat, Docetaxel oder Cetuximab bis Krankheitsprogress. Der primäre Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS).


Signifikante OS-Verlängerung

Zur Zeit der Auswertung waren noch 17,4% der Patienten im Nivolumab-Arm und 2,7% der Patienten im Kontrollarm unter Studienmedikation. Patienten hatten die Therapie in 68,6% versus 74,8% der Fälle aufgrund eines Tumorprogresses abgebrochen und in 3,8% versus 9,9% aufgrund von Nebenwirkungen.

Die CheckMate -141-Studie erreichte ihren primären Endpunkt: Das OS war unter Nivolumab-Therapie signifikant länger verglichen mit der Therapie nach Wahl des behandelnden Arztes (HR=0,70; p=0,0101). Im Median betrug das OS 7,5 Monate unter Nivolumab und 5,1 Monate im Kontrollarm, nach 1 Jahr lebten 36% versus 16,6% der Patienten. Das progressionsfreie Überleben (PFS) war mit median 2,0 vs. 2,3 Monaten in den beiden Studienarmen nicht verschieden (HR=0,89; p=0,3236), aber nach 6 Monaten waren 19,7% vs. 9,9% der Patienten ohne Progress. Ein Ansprechen wurde bei 13,3% versus 5,8% der Patienten beobachtet, mit 2,5% versus 0,8% Komplettremission. Weitere 22,9% versus 35,5% der Patienten zeigten eine Stabilisierung der Erkrankung. Insgesamt erwies sich die Monotherapie mit Nivolumab als besser verträglich verglichen mit Monotherapien nach Wahl des Behandlers.

Dr. Ine Schmale, Westerburg (is)

Quelle: Satellitensymposium „Immuno-Oncology: Current developments and clinical directions in lung and head neck cancers“, ESMO-Kongress, 09.10.2016, Kopenhagen; Veranstalter: BMS

Literatur:


(1) Ferris RL et al. N Engl J Med 2016; doi:10.1056/NEJMoa1602252.


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