Samstag, 24. August 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. September 2016 Kolorektalkarzinom: Primäre Tumorlokalisation prognostisch und prädiktiv bedeutsam

Aktuelle Daten der Phase-III-Studie CALGB/SWOG-80405 bestätigen die Bedeutung der primären Tumorlokalisation als prognostischen Faktor beim metastasierten Kolorektalkarzinom (mCRC) (1). Die Ergebnisse liefern außerdem Hinweise darauf, dass die Tumorlokalisation auch für die Therapiewahl eine wichtige Rolle spielen könnte.
Anzeige:
Fachinformation
Wie Prof. Dr. Nils Homann, Wolfsburg, erklärte, unterscheiden sich rechts- und linksseitige Tumoren im Dickdarm stark, so dass sie als eigenständige Tumorentitäten betrachtet werden könnten. So kommen jeweils unterschiedliche klinisch-pathologische Faktoren zum Tragen, es sind verschiedene Signalwege beteiligt und es treten unterschiedliche Mutationsmuster auf. Die Grenze stellt die linke Darmflexur dar.

Die Auswertung der CALGB/SWOG-80405-Studie bestätigt, was frühere Beobachtungen bereits vermuten ließen: Ein rechtsseitig im Darm gelegener Primärtumor geht mit einer schlechteren Prognose für den Patienten einher (Gesamtüberleben: 33,3 vs. 19,4 Monate; HR=1,55; p<0,0001) (1).

In einer Subgruppenanalyse, die Prof. Dr. Arndt Vogel, Hannover, vorstellte, wurde der Einfluss der Tumorlokalisation auf die Wirksamkeit der Behandlung mit Bevacizumab (Avastin®) gegenüber der Therapie mit Cetuximab (jeweils in Kombination mit FOLFOX oder FOLFIRI) untersucht. Es zeigte sich bei rechtsseitigen Tumoren eine Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens (mOS) unter Bevacizumab/Chemotherapie im Vergleich zu Cetuximab/Chemotherapie von 7,5 Monaten (24,2 vs. 16,7 Monate). Bei linksseitigen Tumoren betrug das mOS 36,0 Monate unter Cetuximab/Chemotherapie versus 31,4 Monaten unter Bevacizumab/Chemotherapie. Wie Vogel betonte, würden mCRC-Patienten unabhängig von der primären Tumorlokalisation von einer Behandlung mit Bevacizumab profitieren. Das Fazit beider Onkologen: Patienten mit rechtsseitigen Darmtumoren im Stadium IV haben eine deutlich schlechtere Prognose. Da die Tumorlokalisation zudem eine prädiktive Bedeutung hat, sollte sie auch bezüglich der Wahl der Kombinationstherapie berücksichtigt werden.

(sk)

Quelle: Pressegespräch „First-Line-Therapie des mCRC: Welchen Einfluss hat die Tumorlokalisation auf die Behandlung von RAS-Wildtyp-Patienten?“, 27.07.2016, Frankfurt am Main; Veranstalter: Roche Pharma AG

Literatur:

(1) Venook AP et al. J Clin Oncol 2016;34 (Suppl; Abstr. 3504).


Das könnte Sie auch interessieren

Filmstar unterstützt Patienten mit seltener Blutkrankheit in Regensburg

Filmstar unterstützt Patienten mit seltener Blutkrankheit in Regensburg
© UKR / Marion Schweiger

Der mehrfach preisgekrönte Schauspieler Adnan Maral, bekannt aus „Türkisch für Anfänger“, setzt sich als Schirmherr der Interessengemeinschaft „Sichelzellanämie“ für Patienten mit einer in Deutschland seltenen Bluterkrankung ein. Am vergangen Samstag war er auf dem „Patiententreffen Sichelzellerkrankungen“ in Regensburg vor Ort. Veranstalter war die Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und...

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren
© Photographee.eu / fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt, ist noch keine 45 Jahre alt. Experten vermuten, dass viele der jungen Betroffenen erblich vorbelastet sind: Sie sind Trägerinnen eines oder mehrerer schädlich veränderter Gene, die den Tumor entstehen lassen. Die bereits bekannten Hochrisikogene wie etwa BRCA1 oder BRCA2 sind allerdings nur für höchstens ein Viertel der Fälle bei jungen Frauen verantwortlich. Ein Hamburger Forscherteam macht sich nun...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Kolorektalkarzinom: Primäre Tumorlokalisation prognostisch und prädiktiv bedeutsam"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren