Freitag, 26. April 2019
Navigation öffnen

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. März 2014 Kolorektalkarzinom: Neue Behandlungsstrategien bei mCRC mit RAS-Wildtyp

DKK 2014 - Kolorektalkarzinom

Mehrere Studien belegen, dass eine Erstlinientherapie mit Anti-EGFR-Antikörpern plus Chemotherapie (Cx) den größten Überlebensvorteil für Patienten mit mCRC und RAS-Wildtyp bietet. Für Patienten, die keine Chance auf eine kurative Behandlung haben, ergeben sich dadurch ebenfalls neue Möglichkeiten.

Anzeige:
Fachinformation

Die S3-Leitlinie unterteilt mCRC-Patienten in drei Gruppen: Bei Gruppe 1 besteht das Therapieziel in einer Resektion, bei Gruppe 2 in einer raschen Remission. "Bei beiden Gruppen ist die aktivste, verfügbare Therapie erforderlich. Wenn wir beim ersten Versuch kein Ansprechen erreichen, sinken unsere Aussichten auf Erfolg", erklärte Prof. Michael Geißler, Esslingen. Die im Praxisalltag größte Gruppe 3 umfasst ältere und komorbide Patienten sowie fitte Patienten mit ungünstig gelegenen Metastasen. Für sie galt bislang, dass eine Proliferationskontrolle mit einer weniger intensiven Therapie ausreiche. Diese Strategie ist laut Dr. Jürgen Wehmeyer, Münster, neu zu überdenken.

"Möglichst lange und bei möglichst guter Lebensqualität zu überleben ist das Anliegen der meisten Patienten in Gruppe 3", berichtete Wehmeyer. Vor diesem Hintergrund ist bedeutsam, dass mehrere randomisierte Erstlinienstudien einen deutlichen Benefit beim Gesamtüberleben (OS) von mCRC-Patienten mit RAS-Wildtyp unter einer Therapie mit Anti-EGFR-Antikörpern plus Cx zeigen. So etwa die PRIME-Studie, bei der FOLFOX4 plus Panitumumab (Vectibix®) das OS signifikant um ein halbes Jahr verbesserten, verglichen mit FOLFOX4 alleine (26,0 vs. 20,2 Monate HR 0,87) (1).

"Diese Ergebnisse scheinen auch für Patienten der Gruppe 3 relevant zu sein", sagte Wehmeyer. Allerdings sind die lebensverlängernden Therapien zugleich mit mehr Nebenwirkungen assoziiert. "Ob das verlängerte Leben die Nebenwirkungen aufwiegt, sollten wir mit den Patienten besprechen", forderte der Referent. Insbesondere bei rüstigen und symptomlosen Patienten befürwortet er ein Umdenken hin zu einer aktiveren Anti-EGFR-basierten Therapie.

Dr. Marion Hofmann-Aßmus

Literaturhinweis:
(1) Douillard J et al. Randomized phase 3 study of panitumumab with FOLFOX4 compared to FOLFOX4 alone as 1st-line treatment (tx) for metastatic colorectal cancer (mCRC): the PRIME trial European Journal of Cancer Supplements, Vol. 7, No 3, Sept. 2009, Page 6.

Amgen-Symposium: "Was denn nun? Strategien zur Erstlinientherapie bei RAS-Wildtyp mCRC." Berlin, 20.02.2014.


Das könnte Sie auch interessieren

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

In Deutschland erkranken jährlich circa 9000 Menschen an Leberkrebs – und die Häufigkeit der Erkrankung nimmt deutlich zu. In den vergangenen 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen verdoppelt. Ein gängiges Verfahren zur Diagnose dieser Erkrankung ist die Ultraschalluntersuchung: Mithilfe der modernen Sonografie lässt sich gutartiges Gewebe sehr exakt von bösartigem unterscheiden. Wenn die Ultraschalldiagnostik mit speziellen Bluttests kombiniert wird,...

Biologie der Tumore besser verstehen, Fortschritte auch bei eher seltenen Krebserkrankungen

Fortschritte wurden in den vergangenen Jahren vor allem beim Brustkrebs, Darm- und Lungenkrebs und insbesondere bei den Lymphomen gemacht. Nun richtet sich das Augenmerk der Forscher verstärkt auf seltenere Tumore. Auch bei diesen mehren sich Berichte über Therapiefortschritte. Ein Paradebeispiel ist das maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs. Das wurde bei dem diesjährigen weltgrößten Krebskongress in Chicago, dem ASCO, deutlich. "Wir stehen damit vor einer...

Krebstherapie gestern, heute, morgen: Entwicklungen in der Onkologie

Krebs gilt heute als Volkskrankheit: Bei Frauen stieg die Zahl der jährlich auftretenden Neuerkrankungen seit 1980 um 35 Prozent, bei Männern sogar um 80 Prozent an. Dass die krebsbedingte Sterberate dennoch im gleichen Zeitraum zurückging, ist u. a. Verdienst der modernen Forschung: In allen Bereichen der Krebsmedizin – von der Grundlagenforschung bis hin zur strukturierten Nachsorge der Patienten – haben sich enorme Erfolge eingestellt. Dies war jedoch ein weiter...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Kolorektalkarzinom: Neue Behandlungsstrategien bei mCRC mit RAS-Wildtyp"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.