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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Mai 2009 Kasuistik I: Einsatz von Temsirolimus bei Patienten mit nicht-klarzelligem Nierenzellkarzinom

Ein 68-jähriger Patient stellt sich Anfang 2008 in der urologischen Klinik und Poliklinik des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München vor. Er klagt über anhaltende Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Der Allgemeinzustand ist reduziert. Der Karnofsky-Index (Karnofsky perfomance status scale) liegt bei unter 80 Prozent. Ursachen der verminderten Leistungsfähigkeit sind Adipositas, Diabetes mellitus Typ II sowie eine Hypertonie, die jedoch gut kontrolliert ist. Der Patient erhält drei Antihypertensiva sowie orale Antidiabetika.
Diagnose

Bereits im Jahr 2006 wird durch bildgebende Verfahren ein Nierenzellkarzinom diagnostiziert. Die Computertomographie zeigt eine große Raumforderung in der rechten Niere (Abb. 1). Im Histologiepräparat ist ein schlecht differenziertes papilläres Nierenzellkarzinom erkennbar (Abb. 2).

In weiteren Untersuchungen wird eine Infiltration der Nierenvene und der Vena cava bis unterhalb der Leber festgestellt. Metastasen der Lymphknoten oder des Skeletts sind bei Diagnosestellung dagegen nicht vorhanden.
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Abbildung 1: Tumor der rechten Niere. Computertomographie vor Tumornephrektomie im August 2006.

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Abbildung 2: Nicht-klarzellige Tumorhistologie (papilläres Nierenzellkarzinom); Vergrößerung: 200-fach.


Therapie und Verlauf

Im August 2006 wird erfolgreich eine Tumornephrektomie durchgeführt.

Bei der Wiedervorstellung im Februar 2008 werden im Rahmen der Nachuntersuchung retroperitoneale Lymphome, multiple Metastasen in der Leber (n=5) sowie in der Lunge (n=10) diagnostiziert. Mediastinal sind weitere Lymphome erkennbar.

Für die Wahl der besten Therapie ist die Einschätzung des individuellen Risikos von Bedeutung, die mittels der modifizierten Motzer-Kriterien (Tab. 1) erfolgt. In der ARCC-Untersuchung wurden die Motzer-Kriterien von Studienleiter Hudes um das klinisch etablierte Kriterium „Anzahl der Metastasen“ erweitert. Zudem wurde der Faktor „Zeit zwischen Erstdiagnose und IFN-Therapie“ in „Zeit zwischen Diagnose und erster Therapie“ variiert.

Der Patient weist mehrere Risikofaktoren auf, nach denen er als Hochrisikopatient einzustufen ist: Der Karnofsky-Index liegt unter 80 Prozent. Es besteht eine Anämie bei einem Hb-Wert von 11,2 mmol/l. Der Laktatdehydrogenasewert liegt bei 400 U/I.

Es wird eine Therapie mit Temsirolimus begonnen (wöchentlich Torisel® 25 mg i.v.). Der Krankheitsverlauf stabilisiert sich, die Metastasen sind sechs Monate nach Therapiebeginn allesamt größenkonstant bzw. leicht regredient. Die Therapie wird gut vertragen. Es treten keine Dosis-limitierenden Nebenwirkungen auf.
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Tabelle 1: Übersicht über die modifizierten Motzer-Kriterien. [2]

Quelle:


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