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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. März 2014 Kasuistik II: Junge Patientin mit metastasiertem Triple-Negativen Mammakarzinom

Im Oktober 2010 wird bei der 47-jährigen prämenopausalen Patientin die Erstdiagnose eines invasiven duktalen Mammakarzinoms gestellt.

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09.11.2010: Brusterhaltende Resektion des Tumors in der Mamma links sowie Biopsie des Sentinel-Lymphknotens mit anschließender axillärer Lymphknotendissektion Level III links. Die postoperative histologische Aufarbeitung zeigt ein triple-negatives Mammakarzinom im Stadium pT2(m) 2pN3a (15/21), G3, L1, R0, cM0 (UICC-Stadium IIIA) ER- PR- HER2/neu negativ.

Januar bis März 2011: Geplant ist eine adjuvante dosisintensive Chemotherapie mit 4 Zyklen Epirubicin/Cyclophosphamid in 2-wöchigem Intervall gefolgt von 4 Zyklen Docetaxel alle 14 Tage nach dem Protokoll der PANTHER-Studie. Allerdings muss die Therapie in den Zyklen 6 und 7 dosisreduziert verabreicht und wegen des Auftretens eines schweren Hand-Fuß-Syndroms vom Grad III nach dem 7. Zyklus vorzeitig abgebrochen werden. Außerdem klagt die Patientin im gesamten Therapieverlauf über eine Neuropathie.

Juni 2011: Wegen eines im Mai 2011 detektierten Rezidivs mit juckenden Hautmetastasen wird eine Ablation der Mamma links mit Axillarevision und Defektabdeckung durch Hautverschiebelappen durchgeführt. Die Aufarbeitung des Operationspräparats bestätigt das triple-negative Mammakarzinom (rypT4 brypNx L1 ER- PR- Her2/neu 1+).

August 2011: Nachweis von Metastasen in Thoraxwand und intraklavikulären Lymphknoten.

Oktober 2011: Bestrahlung der linken Thoraxwand und der linksseitigen parasternalen, supraklavikulären und axillären Lymphabflussgefäße mit 50 Gy und Boost (5,4 Gy) im Bereich der vorderen Axillarlinie sowie der supra- und infraklavikulären Region links.

Dezember 2011: Erneute Manifestation der thorakalen Hautmetastasen.

23.12.2011 - 14.03.2012: Es folgt eine Chemotherapie mit 4 Zyklen Gemcitabin (1000 mg/m² an Tag 1 und 8) und Carboplatin (AUC 5, Tag 1) alle 3 Wochen, unter der eine partielle Remission eingeleitet wird. Allerdings leidet die Patientin unter der Kombinationstherapie an Fatigue und fühlt sich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt.

27.03.2012 - 20.05. 2012: Lokaltherapie der rezidivierenden Hautläsionen mit Miltefosin.

23.05.2012 - 13.11.2012: Bei hohem Remissionsdruck wird wegen der deutlich erkennbaren Größenzunahme der thorakalen Metastasen eine Chemotherapie mit nab-Paclitaxel (125 mg/m², Tag 1, 8, 15) alle 4 Wochen eingeleitet. Diese Therapie wird von der Patientin gut vertragen und führt bereits ab der dritten Applikation an Tag 15 zu einer messbaren Größenreduktion der Hautläsionen.

Unter Fortführung der Therapie zeigt sich weiterhin ein anhaltendes Ansprechen der Hautmetastasen in der Thoraxwand. Nach drei Zyklen ist eine partielle Remission erreicht. Außerdem werden ein Rückgang der entzündlichen Reaktion und eine verringerte Infiltrationstiefe der Hautmetastasen beobachtet. Es entwickelt sich im Therapieverlauf eine sensorische Neuropathie an Händen und Füßen, die aber keine Funktionseinschränkung zur Folge hat.

November 2012: Beim Re-Staging nach 6 Zyklen wird eine anhaltende Regression aller Hautmanifestationen festgestellt. Ein Befall weiterer Organe ist nicht nachweisbar.

17.12.12: Anhaltende partielle Remission. Die Patientin fühlt sich körperlich insgesamt wohl und hat ein stabiles Körpergewicht, klagt aber wiederum über Fatigue. Auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin wird daher zunächst eine Therapiepause eingelegt.

Juni 2013: Bei der Nachsorgeuntersuchung wird ein Rezidiv mit Hautmetastasen am linken Arm festgestellt. Geplant ist eine Reinduktion der Therapie mit nab-Paclitaxel.


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