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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

18. März 2011 Kasuistik

Patientin mit metastasiertem triple-negativen Mammakarzinom nach einer neoadjuvanten Therapie

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Bei einer 38-jährigen Patientin besteht nach Mammographie am 23.6.2008 ein hochgradiger Verdacht auf ein Mammakarzinom rechts (BI-RADS V).

Diagnose

Die histologische Aufarbeitung der Stanzbiopsie ergibt ein invasives duktales, sog. triple-negatives Karzinom im Stadium cT3 cN1 M0 G3 ER- PR- HER2/neu neg. In der Sonographie stellt sich ein 4,4 x 2,6 cm großer Tumor dar. Echokardiographie, Oberbauchsonografie, Skelettszintigraphie und Röntgen-Thorax sind unauffällig.

Therapie und Verlauf

7.8. - 9.10.2008: Die Patientin erhält neoadjuvant 4 Zyklen EC (Epirubicin 90 mg/m2: Tag 1 q3w; Cyclophosphamid 600 mg/m2: Tag 1 q3w) + Bevacizumab (15 mg/kg i.v.: Tag 1 q3w). Nach dem 2. Zyklus EC + B hat sich der Tumor verkleinert, in der Sonographie stellt sich eine 3,3 x 1,6 cm große Raumforderung dar. Nach dem 4. Zyklus beträgt die sonographische Tumorgröße 2,7 x 2,2 cm.

Therapie-assoziierte unerwünschte Ereignisse unter EC + Bevacizumab waren mild bis moderat ausgeprägt (Alopezie Grad II, Schmerzen Grad I, Fatigue Grad I, Mukositis Grad I, Emesis Grad I).

30.10.2008 - 8.1.2009: Es folgten 4 Zyklen Docetaxel (Docetaxel 100 mg/m2 Tag 1 q3w) plus Bevacizumab. Nach dem 2. Zyklus ist der Tumor palpatorisch 2 cm im Durchmesser groß und schlecht abgrenzbar. Nach dem 4. Zyklus zeigt sich sonographisch ein erneutes Wachstum auf 3,2 x 2,2 x 2,4 cm Durchmesser.

Die Toxizität war unter Docetaxel mild bis moderat ausgeprägt (Diarrhoe Grad I, Mukositis Grad I, Kribbelparästhesien der Extremitäten Grad II, Erythem Grad I, Schmerzen Grad II, Ödeme Grad I).

12.2.2009: Ablation der Mamma rechts mit Axilladissektion rechts und Brustaufbau mittels Latissimus-dorsi-Lappen-Technik (LaDo-Lappen-Technik).

Die postoperative histologische Aufarbeitung ergibt das Stadium ypT2m ypN1 (1/12) M0 G3 L1 V1 R0 ER- PR- HER2/neu neg.

Im Januar 2009 wird eine adjuvante Therapie mit dem Bisphosphonat Zoledronsäure 2x jährlich verordnet.

September 2009: Die Patientin berichtet über Druckschmerz der Brustwirbelsäule, es besteht der Verdacht auf eine Interkostalneuralgie.

Dezember 2009: Verdacht auf ein Rezidiv. Im Thoraxwandbereich rechts ist eine 9,0 x 2,9 cm große Weichteilformation mit Kontrastmittel-Anreicherung erkennbar. Der Verdacht auf ein perforiertes Thoraxwand-überschreitendes Rezidiv bestätigt sich im CT.

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Abbildung 1A: prätherapeutisch

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Abbildung 1B: Staging nach 5 Zyklen

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Abbildung 1C: Abschlussbefund

Diagnose

Ausgedehntes Thoraxwandrezidiv mit Pleurabeteiligung. Es bestehen Dyspnoe und Schmerzen. Eine tiefe Inspiration ist nicht möglich.

9.12.2009 - 2.7.2010: Zweitlinientherapie mit Gemcitabin (800 mg/m2) / Cisplatin (35 mg/m2) d1 + d8. Insgesamt werden 8 Zyklen appliziert.

Nach dem 1. Zyklus kann die Patientin wieder frei durchatmen. Nach dem 2. Zyklus ist im Röntgen-Thorax der Weichteilschatten fast komplett regredient. Im Zyklus 5 d1 ist der Röntgen-Thorax unauffällig.

30.4.2010 (Zyklus 6 d1): Im CT Thorax und Abdomen ist eine deutliche Größenregredienz des Rezidivs re. mammär/Thoraxwand zu erkennen. Axilläre Lymphknoten sind ebenfalls größenregredient.In der Sonographie ist ein Restbefund parasternal re. 0,9 x 0,8 cm erkennbar. Die Lymphknoten sind unauffällig.

14.6.2010: Weitgehende Partialremission des Thoraxwandrezidivs.

2.7.2010: Im CT Thorax und Abdomen sind nur noch minimale residuale Veränderungen im Bereich des Rezidivs erkennbar und keine ossären Destruktionen. Sonographisch besteht eine komplette Remission (CR).

28.7.2010: Die Patientin ist aktuell beschwerdefrei und wird zur Wiedervorstellung in drei Monaten gebeten.

Quelle:


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