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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

08. Januar 2002 Kardiotoxizität von Trastuzumab

Mammakarzinom

Dr. med. Günther Raab, München

Auf der 21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Berlin wurde die Kardiotoxizität des Antikörpers Trastuzumab in der Therapie des Mammakarzinoms diskutiert. Anlass waren aktuelle auf dem diesjährigen ECCO vorgestellten Ergebnisse.
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In den Zulassungsstudien von Trastuzumab waren vor allem in Kombination mit Anthrazyklinen überraschend häufig kardiale Nebenwirkungen aufgetreten. In allen weiteren Studien mit Trastuzumab spielt daher die kardiale Sicherheit eine zentrale Rolle. Bislang traten jedoch keine nennenswerten kardialen Nebenwirkungen mehr auf. Dies trifft insbesondere für zwei Studien zu, in denen die Kombination Anthrazykline plus Trastuzumab untersucht wurde. Eine Studie der AGO (ECCO 2001, Untch et al. Abstact 724) mit Epirubicin/Cyclophosphamid fand bei einer Dosis von 60/600 mg/m2 nach sechs Zyklen unter strengem kardialen Monitoring nur leichte, nicht dosislimitierende Nebenwirkungen. In einer internationalen Phase-I-Studie zu pharmakokinetischen Interaktionen zwischen Doxorubicin und Trastuzumab in Kombination mit Paclitaxel (ECCO 2001, Gianni et al. Abstract 698) traten klinisch nicht signifikante kardiale Nebenwirkungen vom CTC Grad I und II lediglich dann auf, wenn Trastuzumab zeitgleich mit Doxorubicin appliziert wurde. Zwei Studien in denen Docetaxel und Platinsalze mit Trastuzumab kombiniert wurden (ECCO 2001, Nabholtz et al. Abstract 695) zeigten keine das erwartete Maß übersteigende kardialen Nebenwirkungen.
Wie die Anthrazykline scheint auch Trastuzumab eine potentiell kardiotoxische Substanz zu sein. Die Begründung hierfür liefert die Grundlagenforschung durch den Nachweis von Rezeptoren der HER-Familie am Endokard. Inwieweit dies klinische Relevanz hat, muss prospektiv untersucht werden. Dabei ist zu beachten, dass mit geeigneten Methoden nach kardialen Nebenwirkungen gefahndet wird und nach Möglichkeit nicht erst die manifesten Veränderungen, sondern bereits ein erhöhtes kardiales Risiko erfasst werden. Diesbezüglich sollte der Echokardiographie des Herzens unter Belastung gegenüber der Echokardiographie in Ruhe der Vorzug gegeben werden. Zudem sollten Biomarker wie BNP (brain natiuretic protein) zur Prädiktion von kardialen Veränderungen prospektiv im Serum der Patientinnen bestimmt werden. In der internationalen adjuvanten Studie BCIRG 006 (Breast Cancer International Research Group) wird dies bereits umgesetzt.

Quelle: Frauenklinik vom Roten Kreuz, Taxisstraße 3, 80637 München


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