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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

23. April 2019 Kadcyla beim HER2-positiven Mammakarzinom: Beeindruckende Langzeiterfolge in der Second-Line

Interview mit Prof. Dr. med. Hans-Joachim Lück, Gynäkologisch-Onkologische Praxis, Hannover.

In der Second-Line-Therapie des HER2-positiven metastasierten Mammakarzinoms bewerten die Fachgesellschaften Kadcyla® (Trastuzumab Emtansin) als erste Wahl (1-3). Diese Empfehlung basiert auf den positiven Resultaten der Zulassungsstudie EMILIA, in der Kadcyla das Gesamtüberleben der Patientinnen im Vergleich zu Capecitabin/Lapatinib um 5,8 Monate verlängerte (4). Wie Patientinnen allgemein und insbesondere auch ältere Frauen im Therapiealltag von der Medikation profitieren, erläutert Prof. Dr. Hans-Joachim Lück, Hannover.
Herr Prof. Lück, in der Zulassungsstudie EMILIA lebten die Patientinnen im Median fast ein halbes Jahr länger, wenn sie Kadcyla anstelle der Kombination Capecitabin/ Lapatinib erhielten. Auch hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens war Kadcyla signifikant überlegen. Welche Erfahrungen machen Sie mit der Substanz im Praxisalltag?

Kadcyla ist eine Therapiestrategie, die im Praxisalltag in aller Regel ohne Probleme anzuwenden ist. Wir betreuen in unserer Praxis eine Reihe von Frauen, die inzwischen bereits seit drei, vier Jahren und länger mit Kadcyla behandelt werden. Frauen, die zuvor in der Erstlinie gut und langanhaltend auf eine HER2-gerichtete Therapie angesprochen haben, scheinen auch von Kadcyla in der Zweitlinie in besonderem Maß zu profitieren. Je länger dann die Stabilisierung in der Zweitlinie anhält, umso wahrscheinlicher ist es zudem, dass sich der positive Therapieeffekt weiter fortsetzt. Die Behandlung mit Kadcyla ist nicht nur wirksam, sondern auch sehr gut verträglich und wird von den Patientinnen entsprechend gut toleriert und akzeptiert.


Mit welchen Nebenwirkungen muss gerechnet werden und wie ist dann vorzugehen?

Die Behandlung ist allgemein sicher und gut verträglich und es kommt im Vergleich zur Kombinationstherapie Capecitabin/Lapatinib deutlich seltener zu schweren Nebenwirkungen (≥ Grad 3) (4). Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen sind Thrombozytopenien, erhöhte Transaminasen und Anämien. Treten solche Reaktionen auf, so ist eine Dosisreduktion vorzunehmen.

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass die Therapie bis zum Progress erfolgt, was aufgrund der guten Verträglichkeit meist auch problemlos möglich ist. Den potentiellen Nebenwirkungen steht eine gute klinische Wirksamkeit entgegen und man sollte den Frauen diese Therapiechance keinesfalls vorenthalten.


Wie sind Ihre Erfahrungen hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit speziell bei älteren Patientinnen?

Die Wirksamkeit wie auch die gute Verträglichkeit sind nicht vom Alter der Patientin abhängig. Die Studien EMILIA und THERESA zeigen beide einen Überlebensvorteil für über 65-jährige Frauen, die mit Kadcyla behandelt werden (5, 6). Wir selbst haben in der Praxis Patientinnen betreut, die weit über 70 Jahre alt waren und die Kadcyla problemlos über längere Zeit vertragen haben. Dank der guten Wirksamkeit und Verträglichkeit haben die Patientinnen, unabhängig vom Alter, trotz der Erkrankung einen fast normalen Alltag.


Welche Schlussfolgerungen für den Einsatz von Kadcyla sind aus Ihren Erfahrungen im Praxisalltag zu ziehen?

Die Erfahrungen, die wir in unserer Praxis mit Kadcyla machen, stehen im Einklang mit den Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten der Zulassungsstudie. Kadcyla ist ohne Frage die effektivste Option und damit die erste Wahl für die Second-Line-Therapie des HER2-positiven metastasierten Mammakarzinoms. Und wir wissen, dass der Effekt einer Substanz von Therapielinie zu Therapielinie abnimmt. Deshalb plädieren wir dafür, Kadcyla nicht für spätere Therapielinien aufzusparen, sondern gemäß den Leitlinien-Empfehlungen bereits frühzeitig im Rahmen der Second-Line einzusetzen.


Vielen Dank für das Gespräch!


Mit freundlicher Unterstützung der Roche Pharma AG

Christine Vetter

Literatur:

(1) www.ago-online.de AGO Kommission Mamma; Diagnostik und Therapie von Patientinnen mit primärem und metastasiertem Brustkrebs; Empfehlungen 2019; www.ago-online.de
(2) Giordano SH et al. J Clin Oncol 2018;36: 2736-2740.
(3) S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. Dezember 2017; AWMF-Registernr. 032-45OL.
(4) Verma S et al. N Engl J Med 2012;367:1783-1791.
(5) Dieras V et al. Lancet Oncol 2017;18:732-742.
(6) Krop IE et al. Lancet Oncol 2017;18:743-754.


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