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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. Februar 2019
Seite 2/4

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Fachinformation


Perkutane Thermoablation
 
Die perkutane Thermoablation ist ein minimal-invasiver Eingriff und in Lokalanästhesie durchführbar. Sie induziert über einen Energieeintrag einen irreversiblen Zellschaden im Zielgewebe. Die Energieapplikation erfolgt über Sonden, die schnittbildgesteuert zielgenau im Tumorgewebe platziert werden (12).
 
Das Tumorgewebe wird nicht entfernt, sondern zerstört. Bestandteile der Tumorzellen wie Zellmembranstücke oder Zytoplasma-Bestandteile verbleiben im Körper und induzieren eine immunologische Antwort auf die Tumorzellen. Dies kann eine Größenreduktion von weiteren unbehandelten Tumorzellen hervorrufen (abskopaler Effekt), was besonders in der Behandlung des therapierefraktären metastasierten NET von Bedeutung sein kann (13).
 
Man unterscheidet hyper- von hypothermen Thermoablationsverfahren. Hypertherme Ablationsverfahren führen über Wärmeapplikation von 60-100° C im betroffenen Gewebe zu einem irreversiblen Gewebsuntergang. Am weitesten verbreitet ist die RFA. Sie nutzt einen hochfrequenten Wechselstrom, der um die Sonde Reibungswärme durch Ionenbewegung im Gewebe erzeugt (12). Die entstehende thermische Energie dringt durch Konduktion in das angrenzende Gewebe ein. Die Eindringtiefe ist abhängig vom Wassergehalt, der Leitfähigkeit des Gewebes und der „kühlenden“ physiologischen Durchblutung (12).
 
Häufig erzwingen nicht nur die Größenprogredienz der Metastasen z.B. unter medikamentöser Therapie mit SSA eine Therapieeskalation, sondern auch Nebenwirkungen durch die Hormonbildung des NET.
 
Mohan et al. konnten für Patienten mit hormonaktivem NET und Lebermetastasen in einem systematischen Review nachweisen, dass nach RFA von Lebermetastasen bis zu 97% der Patienten eine komplette bzw. partielle Symptomlinderung der hormonellen Nebenwirkungen für bis zu 27 Monate zeigten. Unabhängig von der Hormonaktivität konnte in diesem Review eine lokale Kontrolle der Lebermetastasierung in 80-95% der Patienten mit NET durch die RFA erreicht werden (14).
 
Tab. 1: Ergebnisse ausgewählter Ablationsstudien bei neuroendokrinen Lebermetastasen im Überblick. 1Symptome durch hormonaktive NET
Studie, Herkunftsland Symptome1 (%) Technik Begleitende Resektion Symptomlinderung (%) Morbidität (%) Prozedurale Mortalität (%) 5-Jahres Überlebensrate
Akyildiz et al. USA 44 (39/89) 119 laparoskopisch nein (0/89) 97 (partielle)
73 (komplette)
6 1,2 57
Gillams et al. U.K. 56 (14/25) 65 perkutan
1 offen
ja (1/25) 69 12 1,6 k.A.
Henn et al. USA 100 (7/7) 7 perkutan nein (0/7) 71 57 0 k.A.
Wessels et al. USA 100 (3/3) 1 laparoskopisch
2 offen
nein (0/3) 100 k.A. 0 k.A.
Elias et al. Frankreich 31 (5/16) 197 offen ja (13/16) 100 62,5 0 84
Taner et al. USA 62 (59/94) 94 offen ja (94/94) 96,6 1,06 0 80
 
 

Die prozedurale Mortalität und Morbidität nach RFA sind gering (Tab. 1). Mohan et al. veröffentlichten in ihrem Review mit 8 Studien, 301 Patienten und insgesamt 595 Ablationen eine Mortalität der RFA von Lebermetastasen von 0,7% und eine Morbidität von 10% (Bei 48% der Patienten erfolgte die RFA in Kombination mit einer chirurgischen Therapie, sodass bei einer rein perkutanen RFA bessere Ergebnisse zu erwarten sind) (14) (Abb. 2-6).
 
Bei 48% der Patienten erfolgte die RFA in Kombination mit einer chirurgischen Therapie, sodass bei einer rein perkutanen RFA bessere Ergebnisse zu erwarten sind
 
Bei 48% der Patienten erfolgte die RFA in Kombination mit einer chirurgischen Therapie, sodass bei einer rein perkutanen RFA bessere Ergebnisse zu erwarten sind


 

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