Dienstag, 27. Oktober 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Imnovid
Imnovid
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. Mai 2005 Infusionspumpe FOLFusor gewährleistet sichere ambulante Therapie mit FOLFOX

Lange Zeit galt die Bolusgabe von 5-Fluorouracil/Folinsäure (5-FU/FS) als Standard in der adjuvanten Therapie des Kolonkarzinoms, bis die Ergebnisse der MOSAIC-Studie einen neuen Standard setzten. Die infusionale adjuvante Chemotherapie mit FOLFOX4 (Oxaliplatin + 5-FU/FS) führte bei Patienten im Stadium III zu einer signifikanten Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens gegenüber der alleinigen Gabe von 5-FU/FS. Infusionales 5-FU/FS wurde in der MOSAIC-Studie mit der Infusionspumpe FOLFusor (vormals Infusor) verabreicht. Da die Pumpe die Patienten in ihrer Bewegungsfreiheit nicht beeinträchtigt sowie exakte und sichere Infusionsraten gewährleistet, ist sie für die ambulante Therapie sehr gut geeignet.
Anzeige:
Alecensa
Alecensa
 
Das Kolonkarzinom ist die häufigste Krebsform der westlichen Welt. In Deutschland rechnet man mit rund 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr. In etwa 80% der Fälle gelingt eine R0-Resektion; somit ist ein kurativer Ansatz gegeben. Prof. Karl-Heinrich Link, Wiesbaden, bezeichnete deshalb den Chirurgen als „wichtigen Prognosefaktor“. Die radikale Chirurgie mit Dissektion der regionären Lymphknoten ist beim Kolonkarzinom empfohlener Standard, der qualitätskontrolliert durchgeführt werden sollte. Trotzdem entwickelt fast die Hälfte der Patienten, bei denen eine R0-Resektion durchgeführt wurde, im Verlauf der Erkrankung Metastasen.
Durch den zusätzlichen Einsatz einer Chemotherapie konnten in den letzten 10 Jahren die Spätresultate bei Patienten mit hohem Wiedererkrankungsrisiko signifikant verbessert werden. Empfohlen wird heute eine adjuvante Chemotherapie für Patienten im Stadium III mit Befall regionaler Lymphknoten und komplett reseziertem Tumor, ebenso für Patienten im Stadium II mit komplett reseziertem Tumor und besonders hohem Rezidivrisiko – zum Beispiel bei Tumorperforation, Darmobstruktion oder einer geringen histologischen Differenzierung. 0
Als eine zu bevorzugende Kombinationstherapie wird seit der MOSAIC-Studie das FOLFOX-Protokoll angesehen. FOLFOX4 (Oxaliplatin + infusionales 5-FU/FS) ist die erste Kombinationstherapie mit nachgewiesener Überlegenheit gegenüber 5-FU/FS für Patienten im Stadium II und III. In der MOSAIC- Studie (Multicenter International Study of Oxaliplatin/5FU-LV in the Adjuvant Treatment of Colon Cancer), in die über 2200 Patienten mit Kolonkarzinom Stadium II und III nach kompletter Resektion eingeschlossen waren, wurden beide Studiengruppen nach dem deGramont-Protokoll (infusionales 5-Fluorouracil und Folinsäure) behandelt. Die Patienten im FOLFOX4-Arm erhielten zusätzlich Oxaliplatin. Die Chemotherapie wurde im Mittel 6 Wochen nach der Resektion des Tumors begonnen. Beide Gruppen durchliefen im Schnitt 12 Zyklen.
Für alle Patienten in dieser Studie betrug die Wahrscheinlichkeit eines krankheitsfreien Überlebens nach 3 Jahren unter FOLFOX4 78,2% versus 72,9% unter der Monotherapie. Dies entspricht einer signifikanten, relativen Senkung des Rezidivrisikos um 23% und einer absoluten Verbesserung um 5%. Betrachtet man die Patienten im Stadium III, so war der Unterschied mit 71,8% versus 65% (relative Risikoreduktion 24%) noch ausgeprägter, berichtete PD Dr. Ullrich Graeven, Mönchengladbach. Für Patienten im Stadium II betrug die relative Risikoreduktion im FOLFOX4-Arm 18%, die absolute Verbesserung 2,7%.
Die Therapie mit FOLFOX4 erwies sich als sicher. Die Letalität war im Vergleich zur Therapie mit 5-FU/FS nicht erhöht. Die häufigsten Nebenwirkungen bei den Patienten, die 5-FU/FS plus Oxaliplatin erhielten, waren eine Neutropenie 3. oder 4. Grades und eine periphere Neuropathie; in der Hälfte der Fälle verlief diese aber milde, bei 12% der Patienten wurde eine Erkrankung 3. Grades festgestellt. Die therapiebedingten Neuropathien unter FOLFOX4 bildeten sich nach Therapieende bei der Mehrzahl der Patienten innerhalb weniger Monate zurück, nach 18 Monaten waren es nur noch 0,5%. 1

5-FU/FS-Dauerinfusion besser verträglich als die Bolusgabe
Über lange Zeit war das MAYO-Protokoll mit Bolus 5-FU/FS Standard in der adjuvanten Chemotherapie von Darmkrebspatienten. Allerdings sind die Dauerinfusion mit 5-FU/FS sowie die orale Gabe von Capecitabin der Bolusgabe hinsichtlich des Überlebens gleichwertig. Die Bolusgabe erwies sich aber als toxischer, wie z.B. in der US-Studie von André et al. (André et al. JCO 21, 2003) und in der X-ACT-Studie (Cassidy et al., Proc ASCO 2004, Abstr. 3509), in der die Bolusgabe von 5-FU/FS mit Capecitabin verglichen wurde. Sie wurde von den Patienten schlechter vertragen und minderte ihre Lebensqualität. Unter der infusionalen Therapie treten signifikant weniger Grad 3- und 4-Toxizitäten auf. Ein weiterer Vorteil der infusionalen 5-FU-Therapie besteht darin, dass sie in engem Kontakt mit Home Care Einrichtungen durchgeführt werden kann, die Patienten in ihrer häuslicher Umgebung bleiben und den Kontakt mit der Familie aufrecht erhalten können. Dazu kommt, dass eine optimale Dosisintensität auch bei verminderter Compliance gewährleistet ist. Gegenüber einer oralen Verabreichung, bei der über einen Zeitraum von 14 Tagen10 Tabletten pro Tag eingenommen werden müssen, hat die Infusionstherapie den Vorteil, dass Infusionen nur 1 bis 2 Tage angelegt werden. Dann folgen 12 therapiefreie Tage, bevor der nächste Zyklus beginnt. Die Patienten haben somit eine relativ lange therapiefreie Zeit. 2
In der MOSAIC-Studie wurde FOLFOX 4 (infusionales 5-FU/FS + Oxaliplatin) mit dem FOLFusor (vormals Infusor) verabreicht. Die elastomere Infusionspumpe macht sich das Fließverhalten von Flüssigkeiten zu Nutze und kommt ohne Elektrizität aus. Sie sorgt für exakte und sichere Infusionsraten und ist deshalb sehr gut für die ambulante Therapie geeignet. Aufgrund seines geringen Gewichts und Ausmaßes kann der FOLFusor in einer Gürtelhalterung am Körper getragen werden. Da er ohne Stromzufuhr auskommt, ist es dem Patienten möglich, sich frei zu bewegen, damit zu schlafen und sogar zu duschen. Der FOLFusor trägt somit dazu bei, ein in Anbetracht der Umstände hohes Maß an Lebensqualität zu bewahren.
Die FOLFusor-Infusionspumpen sind einfach zu befüllen, zeitsparend in der Pflege und Überwachung. Zentrales Element des FOLFusors ist ein latexfreies Ballonreservoir, das mit dem 5-Fluorouracil befüllt wird (Abb. 2). Allein durch Kontraktion des befüllten Ballons wird die Infusionsflüssigkeit in den Infusionsschlauch gedrückt. Die Flussrate wird dabei mit Hilfe eines Flussbegrenzers kontrolliert. Für verschiedene Infusionsintervalle bzw. -volumina stehen unterschiedliche FOLFusoren zur Verfügung, um den Anforderungen verschiedener Chemotherapieprotokolle bei Darmkrebs gerecht zu werden (Tabelle 1). Der FOLFusor ist heute für alle gängigen 1- und 2-Tages-Therapieprotokolle mit 5-FU anwendbar..
Seit Februar 2005 heißen die 4 ausschließlich für die Chemotherapie bestimmten Pumpen FOLFusor LV5 (vormals Infusor LV5), FOLFusor LV 10 (vormals Infusor LV 10), FOLFusor SV4 (vormals Infusor SV4) und FOLFusor SV 2.5 (vormals Infusor SV 2.5).

Quelle: Pressetermin der Baxter Deutschland GmbH:
FOLFOX mit FOLFusor: Sicherheit und Verträglichkeit für die ambulante Chemotherapie.Frankfurt a. M., 10. März 2005.


Anzeige:
Keytruda
Keytruda

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Infusionspumpe FOLFusor gewährleistet sichere ambulante Therapie mit FOLFOX"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab