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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

17. November 2005 Immuntherapie der CLL mit Alemtuzumab: Gute Chancen auch für Hochrisikopatienten

Für Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL), die ungünstige zytogenetische Risikofaktoren, etwa eine Dysfunktion im p53-Regulationsweg, und damit eine besonders ungünstige Prognose aufweisen, stellt der monoklonale Anti-CD52-Antikörper Alemtuzumab eine wertvolle Therapiechance dar, betonte PD Dr. Stephan Stilgenbauer, Ulm.
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CLL-Patienten stellen mit Mutationen am Tumorsuppressor-gen p53, mit p17-Deletion, 11q-Deletion oder unmutiertem IgVH-Immunglobulin-Status eine besondere therapeutische Herausforderung dar, da sie auf konventionelle Chemotherapien oder auf die Antikörpertherapie mit Rituximab nicht ansprechen. Patienten mit Fludarabin-refraktärer CLL haben zudem nur eine mediane Überlebenszeit von unter einem Jahr. Hier ist Alemtuzumab eine viel versprechende Option, unterstrich Stilgenbauer: In einer Studie sprachen 40% der Fludarabin-refraktären Patienten mit p53-Mutation auf die intravenöse Gabe von Alemtuzumab an, Patienten mit 11q-Deletion noch zu 27%.
Zwischenergebnisse der CLL2H-Studie der Deutschen CLL-Studiengruppe (DCLLSG), in der Alemtuzumab in der subkutanen Verabreichung bei 50 intensiv vorbehandelten Patienten mit Fludarabin-refraktärer CLL geprüft wird, belegen erneut die Wirksamkeit des Antikörpers auch bei Hochrisikopatienten. 29% der eingeschlossenen Patienten wiesen eine 17p-Deletion, 27% eine 11q-Deletion und 73% einen unmutierten IgVH-Status auf. Im Gesamtkollektiv erwies sich die s.c.-Gabe mit einer Ansprechrate von 37%, einer medianen progressionsfreien Überlebensdauer von 10,8 Monaten und einer medianen Gesamtüberlebensdauer von 17,4 Monaten als mindestens so gut wirksam wie die i.v.-Applikation. 54% der Patienten mit 17p-Deletion sprachen auf die Behandlung an. Es treten weniger infusions-assoziierte Nebenwirkungen auf und die Therapie ist einfacher anzuwenden.
Zukunftsweisend in der CLL-Therapie ist die kombinierte Immunochemotherapie mit Fludarabin (Fludara®) und Alemtuzumab (FluCam). In einer Phase-II-Studie konnte mit der FluCam-Therapie bei Patienten mit rezidivierter oder refraktärer CLL Ansprechraten (nach NCI-Kriterien) von 83% erzielt werden (30% CR, 53% PR). Mit Alemtuzumab gelingt bei 20% der Patienten mit rezidivierter refraktärer CLL sogar eine Eradikation der minimalen Resterkrankung (MRD), so Stilgenbauer. Dies ist nach Untersuchungen aus England mit einem verlängerten Überleben assoziiert. Dieser therapeutische Ansatz wird derzeit in weiteren Studien zur Kombination bzw. Konsolidierung mit Alemtuzumab untersucht.
Auch außerhalb von Studien sprechen über die Hälfte der CLL-Patienten auf Alemtuzumab an, wie die Zwischenauswertung einer Anwendungsbeobachtung im ambulanten Bereich gezeigt hat. Das Ansprechen ist umso besser, je weniger Vortherapien die Patienten hatten, erläuterte Dr. Georg Jacobs, Saarbrücken. Patienten mit 1–3 Vortherapien brachte die Alemtuzumab-Monotherapie zu 64% in Remission, mit 4 oder mehr Vortherapien – noch zu 39%. Infektionen traten seltener als erwartet auf, erläuterte Jacobs, so dass die Behandlung mit MabCampath® im ambulanten Routineeinsatz als effektiv und sicher gelten könne.

Quelle: Symposium Innovative Antikörpertherapien bei Lymphomen in Klinik und Praxis, im Rahmen der Jahrestagung der DGHO, 2. Oktober 2005, Hannover, unterstützt von MedacSchering Onkologie.


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