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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. April 2017 Immuntherapie-Zentrum: Forschung, Therapieentwicklung und Medikamentenherstellung aus einer Hand

Seit der Gründung des RCI (Regensburger Centrum für Interventionelle Immunologie) 2010 wird in Regensburg immunmedizinische Forschung betrieben, mit dem Ziel, Patienten den direkten Zugang zu neuesten Therapien zu ermöglichen. In einem Festakt wurden Anfang März sowohl der Grundstein für ein weiteres Gebäude des RCI gelegt sowie auch ein Pionier der Immuntherapie, Prof. Dr. Reinhard Andreesen, für sein Lebenswerk geehrt.
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Die Vision, die Andreesen in jungen Jahren am Max-Planck-Institut für Immunbiologie in Freiburg hatte – Immunzellen eines Tages als Medikament verabreichen zu können –, ist heute Realität. Der adoptive T-Zell-Transfer, so Prof. Dr. Philipp Beckhove, wurde in Regensburg als einem der ersten deutschen Standorte vorgenommen. Dabei werden dem Patienten TILs (Tumor-infiltrierende Lymphozyten) entnommen, in vitro vermehrt und dem Patienten als tumorreaktive T-Zellen wieder infundiert. Das Problem der Autoimmunität, das bei dieser Art der Therapie – ähnlich wie bei der Transplantatabstoßung – besteht, wird über eine regulatorische Zelltherapie mit Tregs angegangen.

Ein Forschungsansatz, dem sich am RCI mehrere Arbeitsgruppen widmen, ist die Interaktion von Immun- und Tumorzellen. So gibt es neben der Gruppe „Adoptiver Transfer CD4+CD25+ regulatorischer T-Zellen zur Induktion von Toleranz“ auch das José-Carreras-Centrum für somatische Zelltherapie. Hier sollen einzelne Immunzellen selektioniert, expandiert und dem Patienten wieder appliziert werden.
 
Abb.: Stammzell-Aufbereitung. © UKR
Abb.: Stammzell-Aufbereitung.


Andreesen wurde 1991 Leiter der Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie. Unter seinem Vorsitz wurde im Jahr 2000 die Leukämiehilfe Ostbayern e.V. gegründet. Mit ihr wurden und werden psychoonkologische Beratungsangebote, ambulante Palliativmedizin, Kunsttherapie und onkologische Sportgruppen, die damals von keiner Krankenkasse getragen wurden, in der Region mit Spenden unterstützt. Als Prorektor der Universität Regensburg (2007-2009) schloss er mit der Universität von Lusaka, Sambia, zum Austausch von Studenten, Ärzten und Wissenschaftlern eine Kooperation. 2014 erhielt er für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz.

Unter anderem fördert der Freistaat Bayern auch das bayernweite Forschungsnetzwerk BayImmuNet, das von Regensburg aus die Entwicklung von Immuntherapien an bayerischen Universitätskliniken koordiniert. 2010 wurde hierauf aufbauend das RCI (http://www.rcii.de) der Universität Regensburg als einer der „wissenschaftlichen Leuchttürme Bayerns“ gegründet. Die Finanzierung ist gesichert: 2,4 Mio. Euro im Jahr 2017 und 700.000 Euro im Jahr 2018 sind im Doppelhaushalt der Bayerischen Staatsregierung für das RCI vorgesehen, so Staats-sekretär Bernd Sibler, MdL. Die Mitgliedschaft in der Leibniz-Gemeinschaft wird für 2020 angestrebt. Die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft kooperieren auf nationaler und internationaler Ebene mit Hochschulen, Instituten anderer Forschungsorganisationen, Wirtschaftsunternehmen, staatlichen Institutionen und gesellschaftlichen Organisationen.

Auf den zuletzt kommissarisch durch Prof. Dr. Philipp Beckhove geleiteten Lehrstuhl für Immunologie der Universität Regensburg wurde zum 1. April 2017 Prof. Dr. Markus Feuerer berufen, der bisher im Deutschen Krebsforschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft in Heidelberg tätig war.

Für die Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III hat Prof. Dr. Wolfgang Herr die Nachfolge Andreesens angetreten.

Das RCI-Gebäude „D5“, für das nun der Grundstein gelegt wurde, wird mit über 1.500 m2 Nutzfläche Labore und Arbeitsräume beherbergen und soll 2019/2020 bezugsfertig sein.

(ab)

Quelle: Festakt zur akademischen Würdigung von Prof. Dr. Reinhard Andreesen, Grundsteinlegung für Forschungsgebäude D5, 08.03.2017, Universitätsklinikum Regensburg


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