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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

16. Dezember 2006 Imatinib jetzt auch zur Therapie der Philadelphia-Chromosom-positiven ALL zugelassen

Imatinib (Glivec®) wurde vor kurzem in Europa auch zur Behandlung von Erwachsenen mit neu diagnostizierter Philadelphia-Chromosom-positiver Akuter Lymphatischer Leukämie (Ph+ ALL) in Kombination mit einer Chemotherapie, sowie zur Therapie von Erwachsenen mit rezidivierter oder refraktärer Ph+ ALL als Monotherapie zugelassen. Bei 96% der Patienten mit Ph+ ALL erreichte der Tyrosinkinasehemmer in Kombination mit Chemotherapie eine Normalisierung des Blutbildes, während dies unter alleiniger Chemotherapie nur bei etwa der Hälfte der Patienten der Fall ist, berichtete PD Dr. Oliver G. Ottmann, Frankfurt am Main. Mit den neuen Zulassungen ist Imatinib nun zur Behandlung von vier verschiedenen Tumorarten indiziert.
Bei etwa einem Viertel der Erwachsenen mit einer Akuten Lymphatischen Leukämie kann das sogenannte Philadelphia-Chromosom nachgewiesen werden – ein Fusionsgen, welches das Fusionsprotein bcr-abl codiert. Hierbei handelt es sich um eine Tyrosinkinase, die durch Imatinib gezielt gehemmt wird.
Mit dem Tyrosinkinasehemmer Imatinib steht jetzt eine sehr spezifische und damit gut verträgliche Therapie zur Verfügung, welche in Kombination mit Chemotherapie bei der Mehrzahl der Patienten mit dieser besonders aggressiven Leukämieform eine komplette Remission induziert. 52% der Patienten wiesen in eine Studie der GMALL nach etwa 2 Monaten kombinierter Imatinib-Chemotherapie sogar eine komplette molekulare Remission auf.
„Die Transplantation ist nach wie vor die essentielle Therapiekomponente,“ betonte Ottmann. Diese mache aber nur Sinn, wenn der Patient in kompletter Remission ist. Nach einer Induktionstherapie mit Imatinib und Chemotherapie gelang es, 80% der Patienten in erster Remission zur Transplantation zu bringen, berichtet Ottmann. Transplantationen in erster Remission führen zu einem besseren Ergebnis als Transplantationen, die erst in einem späteren Krankheitsstadium durchgeführt werden.
Entscheidend für den weiteren Krankheitsverlauf ist die komplette molekulare Remission – das Zurückdrängen der Leukämiezellen unterhalb der Nachweisgrenze in der PCR. Erste Studien weisen darauf hin, dass bei Patienten, die nach Transplantation keine komplette molekulare Remission aufweisen, eine Erhaltungstherapie mit Imatinib die Krankheit stabilisiert.
Nicht für alle Patienten kommt eine Transplantation in Frage, da diese auch mit hohen Risiken verbunden ist. Hier gibt es Ansätze der Therapieminimierung, z.B. mit Imatinib und Kortison. Dass Patienten von dieser Minimaltherapie profitieren können, wies eine italienische Arbeitsgruppe nach, so Ottmann. In dieser Studie wurden 19 ältere Patienten (alle fast 70 Jahre alt) nach Diagnosestellung 30 Tage mit Kortison plus Imatinib behandelt. Alle Patienten konnten in Remission gebracht werden. Anschließend erhielten sie Imatinib als Monotherapie über 20 Monate. Es zeigte sich, dass die Patienten relativ lange von dieser Therapie profitieren.
Unter Imatinib kann es zu Resistenzen kommen. Inzwischen werden mehrere Tyrosinkinase-Hemmer bei Imatinib-resistenten Ph-positiven Leukämien überprüft. Nilotinib ist eine Weiterentwicklung von Imatinib und solll auch bei Imatinib-Resistenz wirken.

Launch-Pressegespräch. Wendepunkt in der Therapie der Ph+ALL: Zulassungserweiterung von Imatinib. Frankfurt Flughafen, 13. Oktober 2006

as

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