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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

01. Juni 2015 Imatinib-Gabe länger als 3 Jahre könnte für Patienten mit GIST von Vorteil sein

Für Patienten mit lokal resezierbaren, c-KIT-positiven gastrointestinalen Stromatumoren (GIST), die nach der Tumorresektion ein hohes Rezidivrisiko aufweisen, ist eine 3-jährige adjuvante Therapie mit Imatinib (Glivec®) Standard (1). Auf der diesjährigen Sarkomkonferenz wurde diskutiert, ob die Fortsetzung der Imatinib-Behandlung um weitere 24 Monate über diesen Therapiestandard hinaus das rezidivfreie Überleben der Patienten noch weiter verlängern kann. Die Frage nach der optimalen Behandlungsdauer wird in der internationalen Phase-III-Multizenterstudie SSGXXII, die demnächst startet, untersucht.

Wie PD Dr. Peter Reichardt, Berlin-Buch, berichtete, empfehlen die Leitlinien der European Society for Medical Oncology (ESMO) für Patienten mit primär operablem GIST und hohem post-operativem Rezidivrisiko eine 3-jährige adjuvante Therapie mit 400 mg/Tag Imatinib. Zudem sollte laut Leitlinien standardmäßig bei allen GIST-Patienten eine Mutationsanalyse durchgeführt werden, da diese einen prädiktiven Wert für das Ansprechen auf Imatinib sowie eine prognostische Aussagekraft hat. Zusätzlich raten die Leitlinien dazu, bei allen Patienten nach Resektion des Primärtumors eine Stratifizierung des Rezidivrisikos vorzunehmen (1). Die ESMO-Empfehlung zu einer 3-jährigen adjuvanten Imatinib-Therapie beruht auf den Ergebnissen der prospektiven, randomisierten Phase-III-Studie SSGXVIII/AIO (2), in der die Imatinib-Therapie über 36 Monate bei Patienten mit c-KIT-positivem GIST zu einem signifikant verlängerten rezidivfreien Überleben (65,5% vs. 47,9%; p<0,001) und Gesamtüberleben (92,0% vs. 81,7%; p=0,019) führte als die 12-monatige Behandlung. Die 7-Jahres-Daten der Studie werden im Sommer 2015 erwartet. In der internationalen Phase-III-Multizenterstudie SSGXXII, die in den nächsten Monaten gestartet wird, wird nun geprüft, ob die Fortsetzung der Imatinib-Behandlung um weitere 24 Monate über den Therapiestandard 36 Monate hinaus, das rezidivfreie Überleben bei Patienten mit primär operablen GIST und hohem Rezidivrisiko noch weiter verlängern kann.

Insgesamt erleiden fast alle Patienten mit primären, lokal resezierbaren GIST nach der Tumorentfernung im Laufe der Zeit ein Rezidiv. Patienten mit intermediärem oder hohem Rezidivrisiko profitieren von einer adjuvanten Imatinib-Behandlung im Vergleich zu keiner Therapie mit einem signifikant längerem rezidivfreien Überleben (95% vs. 72% bei intermediärem Risiko; 85% vs. 31% bei hohem Risiko; p<0,001; nach 3 Jahren) (3). Um nach kompletter Resektion des Primärtumors die richtige Strategie für die Nachsorge treffen zu können, sollte generell eine Risikostratifizierung erfolgen. Derzeitiger Standard bei der Risikoeinschätzung lokaler GIST ist die Klassifikation nach Miettinen und Lasota. Prognostisch relevant ist neben den Kriterien Tumordurchmesser und Mitoserate die Lokalisation des Tumors im Mesenchym. Rupturierte GIST bedingen, unabhängig von allen anderen Faktoren, immer ein höheres Rezidivrisiko. Prof. Dr. Heikki Joensuu, Helsinki, stellte ergänzend eine weitere Möglichkeit zur Risikoklassifikation von Patienten mit lokalisierten GIST vor, die sog. „Konturkarten“ oder „Heatmaps“ (4). Das sind Koordinatensysteme, in denen der Mitoseindex und die Tumorgröße als kontinuierliche, nicht-lineare Variablen enthalten sind. Eine Tumorruptur wird zusätzlich zur Tumorgröße getrennt berücksichtigt. Diese Karten werden gegen eine Referenzreihe, basierend auf einem GIST-Patientenpool, der keine adjuvante Therapie erhielt, validiert.

(sk)

Quelle: Sarkomkonferenz 2015 „Bei Patienten mit GIST ist eine dreijährige Therapie mit Glivec® (Imatinib) Standard in der Adjuvanz“, 12.03.2015, Münster; Veranstalter: Novartis


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