Dienstag, 25. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Januar 2019 Hybrid-Capture-basierte NEO-Technologie zur Charakterisierung myeloischer Neoplasien

Molekulare Analytik hämatologischer Erkrankungen in der klinischen Forschung

Durch die Fortschritte im Bereich der molekularen Analyse entwickeln sich die Kenntnisse über die genetischen Grundlagen myeloischer Neoplasien rasant weiter. Mittels moderner Methoden zur Hochdurchsatzsequenzierung können immer neue molekulare Marker detektiert werden, was Hämato-Onkologen bei der exakten Diagnosestellung und Therapiewahl wertvolle Unterstützung bietet.
Unter dem Begriff der myeloischen Neoplasien subsummieren sich eine Reihe heterogener maligner Bluterkrankungen wie die akuten myeloischen Leukämien, die myelodysplastischen Syndrome oder die myeloproliferativen Neoplasien. Die einzelnen Erkrankungen unterscheiden sich dabei in Symptomatik, Prognose und Therapieplanung deutlich, entsprechend wichtig ist daher ihre exakte Klassifizierung. Mit der Einführung molekularer Analysemethoden ist jedoch auch das Wissen um die genetischen Grundlagen sprunghaft gestiegen: In den vergangenen Jahren wurde eine Fülle neuer genetischer Veränderungen entdeckt und zur Differenzierung der einzelnen Erkrankungen in die aktuelle WHO-Klassifikation aufgenommen (1,2). Dennoch stellt die genaue Charakterisierung der jeweiligen Erkrankung die Diagnostik und damit auch die Therapieplanung weiterhin vor Herausforderungen. Molekular-genetische Testungen ergänzen daher zunehmend die morphologischen und zytogenetischen Untersuchungen (1-4).


Molekulargenetische Analytik basierend auf NGS-Technologien

Um die klinische Forschung im Bereich der myeloischen Neoplasien zu unterstützen, hat NEO New Oncology den Hybrid-Capture-basierten Assay NEOmyeloid RUO* entwickelt. NEOmyeloid RUO erlaubt den parallelen Nachweis von Punktmutationen, Insertionen und Deletionen sowie Translokationen an einer DNA-Probe. Die Methode kann an typischem hämato-onkologischen Probenmaterial wie peripherem Venenblut, Knochenmarkblut und Beckenkammtrepanat durchgeführt werden. NEO-myeloid RUO ermöglicht die Detektion von häufigen wie auch seltenen Varianten wie z.B. atypischen BCR-ABL-Fusionen, die nicht mittels FISH-Analyse (Fluoreszenz-In-Situ-Hybridisierung) oder durch PCR-Nachweis detektierbar sind. Die besonderen Vorteile der Next Generation Sequencing (NGS)-Technologie sehen Experten zum einen in ihrer hohen Sensitivität, zum anderen in der Möglichkeit der parallelen Analyse zahlreicher relevanter Genombereiche innerhalb kürzester Zeit. Das Verfahren eignet sich daher sowohl zur Identifikation genetischer Resistenzmarker, als auch zur Detektion von frühen Stadien einer Neoplasie und zum Monitoring des Therapieerfolgs.
 
„In der Hämato-Onkologie ist eine schnelle und möglichst exakte Diagnose-sicherung essentiell für die Festlegung der Behandlungsstrategie. Das Wissen um die unterschiedlichen molekularen Charakteristika, gerade auch in den verschiedenen myeloischen Neoplasien, bietet uns dabei zunehmend die Möglichkeit, dieses komplexe Krankheitsbild umfassender zu verstehen, die molekularen Subtypen immer genauer zu bestimmen und den Therapieerfolg zu kontrollieren. Um auch zukünftig die Behandlungskonzepte kontinuierlich weiter optimieren zu können, ist die Hämato-Onkologie auf die technologische Weiterentwicklung der Analytik angewiesen: Je mehr wir über die molekularen Grundlagen der myeloischen Erkrankungen wissen, desto besser können wir in Zukunft unsere Patienten versorgen“, so Prof. Dr. Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Klinikum München Schwabing.


Fallbeispiel: Eindeutige Bestimmung einer CML bei unklarer Datenlage

Ein Beispiel aus dem Institut für Hämato-pathologie Hamburg illustriert das Potential von NEOmyeloid RUO zur exakten Klassifizierung myeloischer Neoplasien. Die molekulare Analytik einer vermuteten chronischen myeloischen Leukämie (CML) ergab diskrepante Ergebnisse: Zwar war der FISH-Nachweis positiv für eine BCR-ABL-Translokation, es konnte jedoch kein entsprechendes Transkript per PCR detektiert werden. Durch Ausschluss einer JAK2-Mutation konnte in Zusammenschau aller Daten das Vorliegen anderer myeloproliferativer Subtypen wie einer essentiellen Thrombozythämie, einer primären Myelofibrose oder einer Polycythaemia Vera ausgeschlossen werden. Mit der Hybrid-Capture-Technologie gelang schließlich der sichere Nachweis einer CML: Es konnte eine BCR-ABL-Translokation mit einem atypischen Bruchpunkt nachgewiesen werden. In der konventionellen PCR war diese unentdeckt geblieben, da hier durch die Verwendung von definierten Primer-Paaren ausschließlich bekannte Bruchpunkte nachgewiesen werden können.

Mit freundlicher Unterstützung von NEO New Oncology GmbH

* Einige der Produkte von NEO New Oncology, inklusive dem Test NEOmyeloid RUO, sind ausschließlich zur Verwendung bei wissenschaftlicher Forschung vorgesehen und nicht für darüber hinausgehende Verwendungen einschließlich klinischer (Routine-) Diagnostik zugelassen. Für nähere Details wenden Sie sich an NEO New Oncology GmbH oder konsultieren Sie die Gebrauchsanweisung.

Bettina Baierl

Quelle: Fachmediengespräch ESMO 2018, 19.10.2018, München

Literatur:

(1) Arber DA et al. Blood 2016; 127(20):2391-2405.
(2) Swerdlow SH et al. Blood 2016; 127(20):2375-90.
(3) Onkopedia Leitlinie Hämatologische Diagnostik Stand Mai 2018.
(4) Barbui T et al. Blood Cancer J 2018; 8(2):15.


Das könnte Sie auch interessieren

Lungenkrebs: Experten fordern mehr Prävention

Lungenkrebs: Experten fordern mehr Prävention
© nerthuz / Fotolia.com

Ein Großteil der Lungenkrebserkrankungen wäre vermeidbar, insbesondere durch konsequente Tabak-Kontrollmaßnahmen. Der wichtigste Schlüssel auf dem Weg zur Präzisions-Medizin ist die molekulare Diagnostik, sie bildet die Basis für eine zunehmend individualisierte und damit wirksamere Therapie beim Lungenkrebs. Gezielte Screening-Programme bei Rauchern mit besonders hohem Lungenkrebs-Risiko könnten die Sterblichkeit deutlich senken. Multimodale...

Seltene Krebsarten – Stiefkind der Krebsforschung?

Seltene Krebsarten – Stiefkind der Krebsforschung?
© Darren Baker / Fotolia.com

Eine seltene Krebsart bringt nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte an ihre Grenzen. Dabei sind seltene Krebsarten gar nicht so selten wie die Bezeichnung vermuten lässt. Rund 100.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an einer solchen Krebserkrankung. Im aktuellen Monatsthema stellt das ONKO-Internetportal die wichtigsten seltenen Krebsarten, die damit verbundenen Herausforderungen bei der Therapie sowie Initiativen für betroffene Patienten vor.

Fortschritte durch hoch spezialisierte Medikamente

Analysenroboter, Hochleistungs-Computer, modernste Labore, Kreativität und enorme Forschungsgelder - es müssen viele Faktoren zusammenkommen, damit ein neues Medikament auf den Markt kommen kann. Die Suche nach neuen Wirkstoffen setzt bei der Krankheit an: Gibt es bestimmte Botenstoffe, Enzyme oder Hormone, die zum Beispiel bei einem bestimmten Tumor das Krebswachstum antreiben? Oder spielen bestimmte Strukturen auf der Zelloberfläche eine Rolle, sogenannte Rezeptoren,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Hybrid-Capture-basierte NEO-Technologie zur Charakterisierung myeloischer Neoplasien"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren