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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. Mai 2008 Hormonrezeptor-positiver früher Brustkrebs: Vieles spricht für Umstellung auf Aromatasehemmer

Postmenopausale, Hormonrezeptor-positive Patientinnen mit frühem Brustkrebs haben durch die Sequenztherapie mit einem Aromatasehemmer (AH) wie Exemestan1 bessere Überlebenschancen im Vergleich zum alten Standard Tamoxifen. „Eine ganze Reihe von Gründen spricht dafür, dem Switch z. B. auf Exemestan nach 2-3 Jahren Tamoxifen beim Großteil unserer Patientinnen den Vorzug zu geben“, so das Fazit von Prof. Olaf Ortmann, Regensburg, auf einem von ihm geleiteten Symposium anlässlich des Deutschen Krebskongresses in Berlin2.
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Upfront- oder Sequenztherapie – mit welcher anti-hormonellen Therapie erreicht der Arzt für seine postmenopausalen Brustkrebs-Patientinnen den größeren Nutzen? Bislang hat im Vergleich zum alten Standard Tamoxifen allein die Sequenztherapie mit einem Aromatasehemmer in Studien gezeigt, dass sie den Frauen wie erhofft eine bessere Überlebenschance bietet. Eine abschließende Antwort lässt sich noch nicht geben, aber: „Angesichts der aktuellen Datenlage ist es sinnvoll, die frühe adjuvante Sequenztherapie wegen des gezeigten Überlebensvorteils gegenüber Upfront zu favorisieren“, so Prof. Volker Möbus, Frankfurt. „Und die beste Datenlage für den Switch nach 2-3 Jahren Tamoxifen liegt derzeit für Exemestan vor.“

IES-Studie: Längeres Gesamtüberleben in der Exemestan-Gruppe
Die IES (Intergroup Exemestane Study) bewies für die mit Exemestan behandelten Frauen verglichen mit Tamoxifen allein sowohl einen klaren Vorteil im krankheitsfreien Überleben als auch beim Gesamtüberleben (17% niedrigere Mortalitätsrate, adjustiert nach Nodalstatus, Chemotherapie und Hormonersatztherapie)2. „Insgesamt gab es in der Gruppe der Frauen, die auf Exemestan geswitched wurden, 41 Ereignisse weniger“, erklärte Möbus (210 vs. 251 Ereignisse). Dieser Nutzen ging einher mit einer ebenso guten Lebensqualität wie unter Tamoxifen und einem günstigen Nebenwirkungsprofil2,3. Von Exemestan profitierten alle in der Studie untersuchten Gruppen von Frauen – z.B. unabhängig von Nodalstatus oder einer vorangegangenen Chemotherapie.

Die IES mit Exemestan ist, so Möbus, die größte und qualitativ hochwertigste Studie zur Sequenz-Therapie. Mehr als 4700 Frauen haben an der internationalen, doppelblinden, randomisierten Untersuchung teilgenommen. Hinzu kommt, dass das IES-Patientinnenkollektiv sehr praxisnah ist und so den behandelnden Ärzten bei ihrer Therapieentscheidung für den Switch auf Exemestan ausgesprochen aussagekräftige Ergebnisse liefert. Die Experten der St. Gallen-Konferenz 2007 votierten im direkten Vergleich Sequenz – Upfront klar für die Sequenz (knapp 63% zu rund 31%)4.

Upfront: Bisher kein Überlebensvorteil gezeigt
Im Gegensatz zur Sequenz- ist die Upfronttherapie bisher den statistischen Beweis schuldig geblieben, verglichen mit Tamoxifen mehr Brustkrebspatientinnen das Überleben zu ermöglichen – trotz zum Teil langer Nachbeobachtungen von 100 Monaten in der ATAC-Studie mit Anastrozol5.

Sunitinib derzeit untersucht
Endokrine Therapien wie die Aromatasehemmer sind die Vorreiter einer zielgerichteten („targeted“) Therapie. Mittlerweile gibt es eine Reihe weiterer Substanzen mit unterschiedlichen Angriffspunkten, die der Brustkrebstherapie neue Perspektiven eröffnen könnten. Einige wie Trastuzumab oder Bevacizumab sind bereits für den metastasierten Bereich zugelassen. Ein weiterer, in klinischen Studien bisher vielversprechender Wirkstoff ist Sunitinib. Im Gegensatz zu den monoklonalen Antikörpern Trastuzumab und Bevacizumab richtet sich der Multityrosinkinasehemmer Sunitinib gleich gegen mehrere Ziele: „Sunitinib greift sowohl den Tumor direkt als auch mittels Angiogenesehemmung die ihn versorgenden Gefäße an“, erläuterte Prof. Nadia Harbeck, München.

Gegenwärtig werde Sunitinib in vier verschiedenen Ansätzen bei metastasiertem Brustkrebs getestet, so Harbeck – in Kombination mit Docetaxel, Capecitabin oder Paclitaxel bzw. als Monotherapie. In alle vier Phase-III-Studien können in Deutschland noch Patientinnen aufgenommen werden (Informationen unter www.suntrials.com).

ab

Quelle: Literatur:

1. Coombes RC et al: The Lancet 369(2007):559-570. Postmenopausale Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem Mammakarzinom, die nach 2-3 Jahren Tamoxifen-Therapie auf Aromasin® umgestellt werden, haben ein um 17% reduziertes Mortalitäts-Risiko im Vergleich zu Patientinnen, die eine alleinige Tamoxifen-Therapie erhalten (adjustiert nach Chemotherapie, Nodalstatus und Hormonersatztherapie)
2. „Zielgerichtete Therapieoptionen in der adjuvanten und metastasierten Behandlung des Mammakarzinoms“, Satelliten-Symposium der Pfizer Pharma GmbH, 21. Februar 2008, im Rahmen des 28. Deutschen Krebskongresses, Berlin
3. Fallowfield L et al: SABCS 2007, Poster #1091
4. 10th International Conference St. Gallen 2007, Breast Cancers Experts Panel, 17. März 2007
5. Forbes JF et al: Breast Cancer Res Treat 2007;106 (Suppl.1): Abstr. #41


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