Freitag, 30. Oktober 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Revlimid
Revlimid
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. Februar 2008 Hormonersatztherapie (HRT) und Brustkrebsinzidenz

Bericht vom San Antonio Breast Cancer Symposium 2007

C. Lattrich, P. Stimmler, O. Ortmann, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universität Regensburg

Die Publikation von Ergebnissen der Women’s Health Initiative im Jahr 2002 führte zu einer Reduktion des Einsatzes der HRT in den Vereinigten Staaten. Bei dem letzten SABCS wurde von P. M. Ravdin über eine Abnahme der Brustkrebsinzidenz im Jahr 2003 berichtet (basiert auf den Daten aus der SEER 9). Dieser Rückgang bezog sich auf Frauen mit Östrogenrezeptor-positiven Karzinomen, die älter als 45 Jahre sind. Der Rückgang betrug zwischen 6-9% bei Frauen zwischen 45 und 55 Jahren, sowie für Patientinnen über 70 Jahren. In der Gruppe der 55-70-Jährigen hingegen lag der Rückgang der Inzidenz bei bis zu 15%. Damals wurde dieser Rückgang der zurückgegangen Verschreibung von HRT zugesprochen.
Diese Daten führten zu einer breiten Diskussion über den ursächlichen Zusammenhang zwischen HRT und Mammakarzinominzidenz.
Auf dem diesjährigen Symposium wurden von P. M. Ravdin zusätzliche Hinweise präsentiert, dass seine Beobachtung auf die verminderte Verschreibung von HRT zurückzuführen sei. Eine unabhängige Analyse der SEER-9-Daten zeigte einen deutlichen Rückgang der Inzidenz zwischen den Jahren 2002 und 2003 besonders in der Gruppe der 50- bis 69-Jährigen. Der Rückgang war größer in der Gruppe der Hormonrezeptor-positiven Patientinnen. Eine Analyse von Daten aus dem Kalifornischen Krebsregister mit fast 3 Millionen Frauen zeigte einen Rückgang der Mammakarzinominzidenz von 9% zwischen den Jahren 2002 und 2003. Während dieses Zeitraumes gab es keine signifikante Veränderung im Einsatz des Mammographie-Screenings. Daten aus dem Kaiser Permanente Northwest Register zeigten einen verringerten Einsatz von HRT, der sich in der Brustkrebsinzidenz widerspiegelt, sowie eine Zunahme der Mammographie-Screening-Rate.
Analysen anderer Daten aus nationalen Registern ergaben unterschiedliche Resultate. In den Niederlanden zum Beispiel war die Inzidenz stabil. Jedoch lag hier die Verschreibungsrate von HRT nie höher als 11%, so dass der Rückgang der Verschreibungsrate um 16% relativ moderat war. In Kanada gab es einen leichten Rückgang der Inzidenz in den Jahren 2000 bis 2003. Zeitgleich fand jedoch eine Steigerung der Mammographie-Screening-Rate statt, so dass der Effekt des möglichen Inzidenzrückganges aufgehoben wurde.
Insgesamt bestätigen die Daten aus den Vereinigten Staaten die vermutete Verknüpfung zwischen HRT und der Brustkrebsinzidenz.

Quelle:


Anzeige:
Pegfilgrastim

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Hormonersatztherapie (HRT) und Brustkrebsinzidenz"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA25 virtuell
  • Real-life-Daten zur CAR-T-Zell-Therapie bei r/r DLBCL und BCP-ALL zeigen hohe Ansprechraten – neuer Prädiktor für Ansprechen identifiziert
  • CAR-T-Zell-Therapie bei Patienten mit r/r DLBCL: TMTV als Prädiktor für frühen Progress
  • Sichelzellerkrankung: Verbesserung der Lebensqualität ist wichtigstes Therapieziel aus Sicht der Patienten – neue Behandlungsoptionen erwünscht
  • PV: Ruxolitinib senkt Hämatokrit und erhöht Phlebotomie-Unabhängigkeit im Real-world-Setting
  • Neuer BCR-ABL-Inhibitor Asciminib bei bisher unzureichend therapierten CML-Patienten in Phase-I-Studie wirksam
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin in Kombination mit Chemotherapie für jüngere und ältere Patienten vergleichbar sicher
  • Real-world-Daten zeigen: Eltrombopag auch bei sekundärer ITP wirksam
  • CML: Hohe Rate an tiefem molekularen Ansprechen nach 24-monatiger Therapie mit Nilotinib in der Zweitlinie
  • Systemische Mastozytose: neuer Prädiktor für das OS entdeckt
  • MF: Real-world-Daten bestätigen relevante Reduktion des Mortalitätsrisikos unter dem Einfluss von Ruxolitinib