Donnerstag, 18. Juli 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

03. Juli 2017 Hodgkin-Lymphom: Strategien für eine weniger belastende Therapie bei gleich guter Prognose

Bei Patienten mit Hodgkin-Lymphom ist mittels der Standardtherapie eine „exzellente Prognose mit 5-Jahres-Überlebensraten von mehr als 95% zu erreichen“, berichtete Prof. Dr. Peter Borchmann, Köln. Der Preis für die gute Prognose aber sind erhebliche Nebenwirkungen, daher müssen weniger nebenwirkungsträchtige Behandlungsregime entwickelt und etabliert werden.
Anzeige:
Fachinformation
Umfragen zufolge erleben die Patienten mit einem Hodgkin-Lymphom die Chemotherapie nach Borchmann in aller Regel als „extrem belastend“. Davon abgesehen drohen massive Langzeitschädigungen verschiedener Organe. Vor dem Hintergrund der guten Prognose zielen die aktuellen Bestrebungen daher darauf ab, eine weniger belastende Therapie ohne Einbußen von Heilungserfolgen zu realisieren.

Möglichkeiten hierzu bietet einerseits die PET/CT-gesteuerte Deeskalation der bekannten Therapieschemata. Derzeit geprüft wird dabei vor allem die frühe PET/CT zur Therapie-Steuerung. Denn anders als in den fortgeschrittenen Stadien ist es laut Borchmann noch unklar, ob das Verfahren den Patienten auch in den frühen Krankheitsstadien Vorteile bringt. Den aktuellen Hinweisen zufolge hat dabei ein positiver Befund wenig Aussagekraft. Anders ist das bei PET-negativem Resultat. „Dann ist die Prognose gut und die Behandlung kann weniger aggressiv erfolgen.“ Andererseits ist wahrscheinlich auch durch den Einsatz neuer, weniger nebenwirkungsträchtiger Wirkstoffe wie Brentuximab Vedotin oder eines Anti-PD-1-Antikörpers eine schonendere Therapie möglich. Geprüft wird zurzeit zum Beispiel, inwieweit das BEACOPP-Schema in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen Hodgkin-Lymphoms durch Brentuximab Vedotin zu verbessern ist. Außerdem sind Phase-II-Studien mit Anti-PD-1-Antikörpern in der Erstlinientherapie des Hodgkin-Lymphoms geplant, um den Nutzen einer Kombinationstherapie mit der Chemotherapie zu evaluieren. „Wir hoffen, auf deren Basis dann auch belastbare Phase-III-Konzepte entwickeln zu können“, so Borchmann.

cv

Quelle: Symposium „Lymphome“ beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, 30.04.2017, Mannheim; Veranstalter: Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. (KML)


Das könnte Sie auch interessieren

Hautkrebsreport: Nur jeder Sechste geht zur Früherkennung

Hautkrebsreport: Nur jeder Sechste geht zur Früherkennung
© Alexander Raths / fotolia.com

Hautkrebs ist mit 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bei jeder siebten Erkrankung handelt es sich um ein sogenanntes malignes Melanom, den gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Allein in Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2017 9.907 gesetzlich Krankenversicherte vom schwarzen Hautkrebs betroffen. Die häufigsten Erkrankungsfälle wurden in Hessen, Niedersachsen und Thüringen registriert. Das zeigt der aktuelle Hautkrebsreport der...

Kostenlose Kosmetikseminare “look good feel better“ für Krebspatientinnen

Kostenlose Kosmetikseminare “look good feel better“ für Krebspatientinnen
© Carolin Lauer (carolinlauer.de)

Ganz unverhofft trifft die damals 30jährige Cristina aus Hannover die Diagnose Krebs. Erst dachte sie an einen schlechten Scherz, als sie den Anruf von ihrem Arzt erhielt und dann zog ihr die Nachricht den Boden unter den Füßen weg. Mit der Chemotherapie kamen der Verlust der Haare, Augenbrauen und Wimpern und damit auch teilweise unangenehme Situationen: „Selbst als ich noch Stoppeln auf dem Kopf hatte, haben mich sofort alle angestarrt. Teilweise getuschelt oder den...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Hodgkin-Lymphom: Strategien für eine weniger belastende Therapie bei gleich guter Prognose"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren