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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

09. Februar 2017
Seite 1/3
Ausgewählte Highlights vom SABCS 2016 zum Mammakarzinom

Wie immer bot das San Antonio Breast Cancer Symposium im Dezember 2016 eine Vielzahl neuer Daten zum Thema Mammakarzinom. Die klinischen Highlights des SABCS 2016 bezogen sich in erster Linie auf das Hormonrezeptor-positive metastasierte Mammkarzinom. Mit der Einführung des ersten CDK4/6-Inhibitors kommt nun auch frischer Wind in die Therapie des hormonsensiblen Mammakarzinoms. Die Dauer der adjuvanten antihormonellen Therapie ist spätestens seit dem ASCO 2016 eine wichtige Fragestellung mit hoher Relevanz für die Patientinnen, die durch die Nebenwirkungen der Antiöstrogene oder Aromatase-Hemmer sehr in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sein können.
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Verlängerte adjuvante endokrine Therapie für alle Patientinnen?

Eine seit vielen Jahren diskutierte Fragestellung ist die Dauer der adjuvanten endokrinen Therapie. Beim ASCO 2016 war dazu bereits ein Review vorgestellt worden, der diese Diskussion erneut aufleben ließ (1). Auf dem SABCS wurden nun drei Studien, eine aus den USA und zwei aus den Niederlanden, zur erweiterten adjuvanten Therapie vorgestellt.

Tjan-Heijnen und Kollegen präsentierten mit der DATA-Studie Phase-III-Daten zur erweiterten adjuvanten endokrinen Therapie (2), die 3 versus 6 Jahre Anastrozol nach 2 bis 3 Jahren Tamoxifen-Therapie bei postmenopausalen Frauen mit frühem Mammakarzinom bei 1.912 Patientinnen verglich. Es zeigte sich, dass die Gruppe der nodal-positiven Patientinnen sowie der Frauen mit Östrogenrezeptor-positiven (ER+)- und Progesteronrezeptor-positiven (PR+)-Tumoren von der verlängerten Therapie profitierten. Weitere Analysen bezüglich des langfristigen Rezidivrisikos, bei der alle Patientinnen eine minimale Nachbeobachtungszeit von mindestens 9 Jahren erreicht haben, sollen folgen.

Ziel der Phase-III-Studie IDEAL war die Frage nach der optimalen Therapiedauer einer verlängerten Aromatase-Hemmer-Therapie im Anschluss an eine variable endokrine Vortherapie (3). 1.824 postmenopausale Patientinnen erhielten entweder 2,5 oder 5 Jahre lang eine Therapie mit Letrozol nach einer initialen Therapie mit Tamoxifen und/oder einem Aromatase-Inhibitor über 5 Jahre. Es ergab sich keine Patientinnen-Subgruppe, die von einer Therapie über 10 Jahre im Hinblick auf das ereignisfreie Überleben profitierte.

Die NSABP-B-42-Studie untersuchte die Frage, ob 5 Jahre Letrozol (vs. Placebo) das krankheitsfreie Überleben (DFS) von Patientinnen, die bereits 5 Jahre Tamoxifen oder einen Aromatase-Inhibitor als Vortherapie bekommen hatten, verbessert (4). Die Studie erbrachte zwar eine numerische Verbesserung des DFS um 15%, aber weder das DFS noch das Gesamtüberleben waren in der Letrozol-Gruppe statistisch signifikant besser.

Wie der Diskutant Michael Gnant, Wien zusammenfassend feststellte, rechtfertigen die derzeit vorliegenden Daten die verlängerte antihormonelle Therapie nur für Patientinnen in Risikokonstellationen. Wie er ausführte, müssen die Nebenwirkungen der antihormonellen Therapien ins Kalkül gezogen und mit der Patientin diskutiert werden, damit es nicht zu Therapieabbrüchen oder starken Befindlichkeitsstörungen kommt.
 
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